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Konjunktivitis

Bindehautentzündung beim Hund erkennen und behandeln

Einem Hund mit einer Augenentzündung werden Augentropfen verabreicht.
Gerötete Augen können beim Hund ein Hinweis auf eine Bindehautentzündung sein Foto: Getty Images
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21. April 2026, 16:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Wenn ein Hund plötzlich häufiger blinzelt, die Augen zusammenkneift oder sich mit der Pfote übers Gesicht reibt, kann das auf eine Bindehautentzündung hindeuten. Auch gerötete oder tränende Augen wirken zunächst harmlos, sollten aber ernst genommen werden. PETBOOK erklärt, woran man eine Augenentzündung beim Hund erkennt, welche Ursachen dahinterstecken und wann ein Tierarztbesuch notwendig ist.

Was ist eine Konjunktivitis?

Die Bindehaut ist eine Schleimhaut, die den sichtbaren Teil des Augapfels sowie die Innenseite der Augenlider überzieht. Sie schützt das Auge und unterstützt die Befeuchtung durch die Tränenflüssigkeit. Beim Hund gibt es zusätzlich ein drittes Augenlid, die sogenannte Nickhaut, die ebenfalls eine wichtige Schutzfunktion erfüllt.

Bei einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist diese Schleimhaut entzündet. Das kann dazu führen, dass sie gerötet, geschwollen oder verdickt ist. In manchen Fällen ist auch die Nickhaut betroffen.

Ursachen – wie entsteht eine Bindehautentzündung beim Hund?

Wie auch beim Menschen sind die Ursachen einer Bindehautentzündung vielfältig. Häufig entsteht sie durch äußere Reize wie Staub, Rauch oder Zugluft. Auch Fremdkörper wie Sandkörner oder Pflanzenreste können die Augenschleimhaut reizen.1

Weitere häufige Auslöser einer Bindehautentzündung sind:

  • Allergische Reaktionen (etwa auf Pollen, Futtermittel oder Insektenstiche)
  • Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten
  • Verletzungen am Auge
  • Trockene Schleimhäute (beispielsweise durch gestörte Tränenproduktion)
  • Verstopfte Tränenkanäle

In einigen Fällen liegt die Ursache nicht direkt im Auge. Erkrankungen wie Staupe oder Zwingerhusten können sich ebenfalls durch Augenentzündungen äußern.

Symptome einer Bindehautentzündung beim Hund erkennen

Eine Bindehautentzündung zeigt sich meist durch gut sichtbare Veränderungen am Auge. Sie sind typischerweise gerötet oder geschwollen. Häufig tritt zusätzlich Ausfluss auf, der klar, schleimig, eitrig oder sogar blutig sein kann.2

Typische Symptome einer Bindehautentzündung sind:

  • Häufiges Blinzeln oder Zukneifen der Augen
  • Gerötete Augen
  • Juckreiz, erkennbar durch Reiben mit der Pfote oder an Gegenständen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Tränenfluss

Die Symptome können nur ein Auge oder beide betreffen. Für den Hund ist die Entzündung oft unangenehm oder schmerzhaft. In manchen Fällen wirkt das Tier zusätzlich müde oder abgeschlagen, insbesondere wenn eine Infektion oder eine andere Grunderkrankung vorliegt.

Welche Hunderassen sind anfällig für eine Bindehautentzündung?

Jeder Hund kann von einer Bindehautentzündung betroffen sein. Kurzköpfige Rassen und Hunde mit auffälliger Lidstellung oder rassetypisch veränderten Augenformen neigen vergleichsweise häufiger zu dieser Erkrankung.

Diese Hunderassen sind anfällig für eine Bindehautentzündung:

Der Grund sind die damit verbundenen körperlichen Merkmale der Rassen: zu kleine Nasen, große oder hervortretende Augen, vergrößerte Lidspalten, Hängelider, nach innen gerollte Lider oder Haare und Wimpern, die ins Auge reiben. Solche Besonderheiten können die Bindehaut dauerhaft reizen, das Auge schlechter schützen oder die Tränenverteilung stören und so Entzündungen begünstigen.3

Ist eine Bindehautentzündung beim Hund ansteckend?

Ob eine Augenentzündung beim Hund ansteckend ist, hängt von der Ursache ab. Wird sie durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten ausgelöst, kann sie auf andere Tiere und unter Umständen auch auf den Menschen übertragen werden. In solchen Fällen ist eine sorgfältige Hygiene wichtig, insbesondere im Umgang mit dem betroffenen Tier und seinen Liegeplätzen.4

Eine Übertragung vom Menschen auf den Hund ist grundsätzlich ebenfalls möglich, kommt aber eher selten vor. Viele Erreger sind auf den Menschen spezialisiert und können im Körper eines Hundes nicht gut überleben.

Was tun bei einer Bindehautentzündung beim Hund?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Meist werden Augentropfen oder Salben eingesetzt, je nach Auslöser mit unterschiedlichen Wirkstoffen wie Antibiotika, Antiparasitika bei Parasiten oder kortisonhaltigen Präparaten. Bei leichten Reizungen können auch pflanzliche Mittel helfen.

Viele Hundehalter greifen bei einer Entzündung zunächst zu Hausmitteln. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Von Kamillentee wird beispielsweise abgeraten, da er die Beschwerden sogar verschlimmern kann. Am besten reinigen Sie das Auge vorsichtig und entfernen behutsam mögliche Fremdkörper. Dafür eignen sich ein sauberes, fusselfreies Tuch und abgekochtes, lauwarmes Wasser.

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Kann eine Bindehautentzündung beim Hund von allein heilen?

Leichte Reizungen können unter Umständen von selbst abklingen. Eine Bindehautentzündung heilt bei richtiger Behandlung häufig innerhalb weniger Tage ab.

Ohne Behandlung besteht jedoch das Risiko, dass sich die Entzündung verschlimmert oder auf andere Teile des Auges ausbreitet. Im schlimmsten Fall kann dies zu dauerhaften Schäden bis hin zur Erblindung des Hundes führen. Daher sollte nicht darauf vertraut werden, dass die Beschwerden von allein verschwinden.

Wann sollte man mit dem Hund zum Tierarzt?

Bei Anzeichen einer Bindehautentzündung sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden. Nur so kann geklärt werden, ob es sich um eine eigenständige Erkrankung oder um ein Symptom einer anderen, möglicherweise schwerwiegenderen Krankheit handelt.

Im Rahmen der Untersuchung prüft der Tierarzt unter anderem:

  • Ob Fremdkörper oder Verletzungen vorliegen
  • Die Tränenproduktion, um ein „trockenes Auge“ auszuschließen
  • Die Durchgängigkeit der Tränenkanäle
  • Mögliche Krankheitserreger durch Abstriche

Wichtig ist auch der Ausschluss anderer Augenerkrankungen wie Hornhautgeschwüre, Glaukom (erhöhter Augeninnendruck) oder Katarakt (Trübung der Linse). Auch Tumoren können ähnliche Symptome verursachen.

Quellen

  1. Dr. SAM, „Bindehautentzündung bei Hunden – Wie du sie erkennst und was du tun kannst!“, (aufgerufen am 21. April 2026) ↩︎
  2. Tierklinik Rostock, „Bindehautentzündung Hund – Konjunktivitis beim Hund“, (aufgerufen am 21. April 2026) ↩︎
  3. tiermedizinportal.de, „Bindehaut-Entzündung (Konjunktivitis) beim Hund“, (aufgerufen am 21. April 2026) ↩︎
  4. FirstVet, „Bindehautentzündung“, (aufgerufen am 21. April 2026) ↩︎

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