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Reptilien richtig füttern – diese 5 Grundsätze schützen vor Krankheiten

Eine Bartagame an ihrem Napf.
Bei der Fütterung von Reptilien wie der Bartagame ist weniger oft mehr Foto: Getty Images / Centuryboy
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

22. Oktober 2025, 10:52 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Reptilien wirken oft ruhig und genügsam – doch beim Füttern können Anfänger schnell gravierende Fehler machen. Denn viele Krankheiten bei Schlangen, Schildkröten oder Echsen lassen sich auf falsche Ernährung zurückführen. Wer Reptilien als Heimtiere hält oder halten möchte, sollte daher die fünf essenziellen Regeln dieses PETBOOK-Artikels kennen – sie helfen, die Gesundheit der Tiere langfristig zu sichern.

Warum Reptilien leicht Probleme mit dem Stoffwechsel bekommen

Reptilien sind genügsame und faszinierende tierische Mitbewohner. Allerdings ist ihre Pflege auch aufwendig und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn viele der bei diesen Tieren diagnostizierten Krankheiten lassen sich auf falsche Fütterung zurückführen.

Reptilien wechseln ihre Aktivität mit ihrer Temperatur und können sich quasi auf „Sparflamme“ stellen. „Im Vergleich zu Säugetieren haben Reptilien einen wesentlich langsameren Stoffwechsel“, erklärt Jonas Liebhauser vom Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e. V. in Hambrücken laut einer Mitteilung des Industrieverbandes Heimtierbedarf e. V. Das bedeutet: Reptilien verbrauchen weniger Energie – und können bei zu viel Futter rasch verfetten. Die Folge sind gesundheitliche Schäden, die sich oft schwer beheben lassen.

Der Unterschied liegt vor allem in der Wärmeregulierung: Säugetiere halten ihre Körpertemperatur durch den Stoffwechsel konstant, was viel Energie kostet. „Die wechselwarmen Reptilien nutzen hingegen fast ausschließlich die Umgebungstemperatur, beispielsweise beim Sonnen, um eine optimale Körpertemperatur zu erreichen“, so Liebhauser. Eine 30 Gramm schwere Maus benötigt etwa fünf Gramm Futter täglich – ein Leopardgecko mit gleichem Gewicht kommt hingegen mit ein bis zwei Gramm aus.

1. Futtermenge und -häufigkeit dem Bedarf anpassen

„Da Reptilien im Terrarium immer die Möglichkeit haben, sich aufzuheizen, sind sie auch immer auf Betriebstemperatur, sprich in Fresslaune“, sagt Liebhauser. Das führt oft dazu, dass insbesondere Halter mit wenig Reptilienerfahrung ihre Tiere zu häufig und in zu großen Mengen füttern.

Hinzu kommt: In der Natur halten viele Reptilienarten Sommer- oder Winterruhe, in denen sie keine Nahrung aufnehmen und von Fettreserven leben. Werden diese Phasen in der Heimtierhaltung nicht simuliert, entsteht ein Ungleichgewicht. „Zu viel Futter und fehlende Ruhephasen führen dann zwangsläufig zur Verfettung, die schwerwiegende Schäden zur Folge haben kann“, warnt der Experte.

2. Pflanzliche Kost bevorzugen

Auch die richtige Auswahl des Futters spielt dem Experten zufolge eine wichtige Rolle. Einige Reptilien, etwa Europäische Landschildkröten oder Grüne Leguane, sind auf energiearme Pflanzenkost spezialisiert. Kräuter und Blätter liefern bereits vieles, das sie benötigen und gut verwerten können. Obst oder tierische Bestandteile sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen – denn sie enthalten zu viel Energie und schaden langfristig eher der Gesundheit.

Auch bei Allesfressern wie Bartagamen oder vielen Wasserschildkröten lässt sich der Energiegehalt durch einen höheren Anteil pflanzlicher Nahrung sinnvoll senken. So reicht es beispielsweise aus, wenn eine erwachsene Wasserschildkröte nur jeden dritten Tag tierisches Protein bekommt. Die Futtermenge sollte dabei nicht größer als der Kopf des Tieres sein. Auch bei Schlangen sollte darauf geachtet werden, dass sie nicht zu viel Futter erhalten.

3. Auf fettarme Futtertiere setzen

Für beliebte insektenfressende Arten wie den Leopardgecko ist die Auswahl der Futtertiere entscheidend. „Gerade bei ihrer Ernährung sind einige wichtige Punkte zu beachten“, erklärt Liebhauser. „Die im Handel erhältlichen Futterinsekten sind teilweise als Larvenstadien erhältlich, beispielsweise Mehlwürmer oder Zophobas. Da Larvenstadien in der Regel sehr fettreich sind, sind sie für Reptilien nur bedingt geeignet.“

Besser geeignet sind ausgewachsene Heimchen, Grillen, Heuschrecken oder Schaben. Auch hier gilt: Nicht zu häufig füttern. Jungtiere benötigen oft tägliche Mahlzeiten, doch erwachsene Tiere kommen mit zwei Fütterungen pro Woche gut aus. „Auch wenn es aus menschlicher Sicht herzlos erscheinen mag, so wenig zu füttern, ist es für die Gesunderhaltung der Tiere notwendig“, betont Liebhauser. Wer dennoch öfter füttern möchte, kann kleinere Insekten wie mittlere statt große Heimchen anbieten.

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4. Calcium und Vitamine gezielt ergänzen

Ob pflanzliche Kost oder Futterinsekten – oft fehlt es an Calcium oder das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist ungünstig. Das kann zu gefährlichem Kalziummangel führen. „In beiden Fällen kann es beim Tier zu einem Calcium-Mangel mit schwerwiegenden Folgen für den Skelettaufbau kommen – beispielsweise durch weiche und deformierbare Knochen“, warnt Liebhauser.

Im Fachhandel sind deshalb Nahrungsergänzungen wie Vitamin- und Mineralstoffpräparate erhältlich. Damit können Futterinsekten bestäubt oder pflanzliche Futtermittel aufgewertet werden – eine einfache und effektive Maßnahme für gesunde Knochen.

5. Getrennte Fütterung bei mehreren Tieren

Reptilien sind oft Einzelgänger – gemeinsames Füttern kann zu Futterneid, Stress oder sogar Bissverletzungen führen. Wer dennoch mehrere Tiere im selben Terrarium hält, sollte genau beobachten, wie sie beim Fressen reagieren. Es kann sinnvoll sein, dominante Tiere in einer Faunabox separat zu füttern oder unterschiedliche Futterplätze anzubieten.

Wichtig ist: Jedes Tier muss ausreichend Nahrung erhalten. „Vor allem Terraristik-Einsteigern kann es anfänglich schwerfallen, entsprechende Signale richtig zu deuten“, berichtet Liebhauser – und rät Anfängern deshalb zunächst zur Einzelhaltung.

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