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Zweifarbenpitohui

Kennen Sie schon den giftigsten Vogel der Welt?

Zweifarbenpitohui (Pitohui dichrous) in Papua-Neuguinea
The hooded pitohui (Pitohui dichrous) is a species of bird in the genus Pitohui found in New Guinea. This photo was taken in Arfak mountain, west Papua, Indonesia. Foto: Getty Images
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21. April 2026, 6:33 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Was aussieht wie ein bunter Singvogel aus dem Regenwald, ist in Wahrheit ein kleines biologisches Wunder der Tiere: Der Zweifarbenpitohui gehört zu den wenigen bekannten giftigen Vögeln überhaupt. Sein strahlendes Federkleid wirkt fast einladend – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Wie gefährlich der Zweifarbenpitohui wirklich ist und was er mit dem Pfeilgiftfrosch gemeinsam hat, erklärt PETBOOK.

Vogel lebt den tropische Wäldern Neuguinea

Mit seinem Gefieder ist der Zweifarbenpitohui (Pitohui dichrous) eigentlich kaum zu übersehen: ein schwarzer Kopf und ein leuchtend orangefarbener Körper. Er lebt in den tropischen Regenwäldern der Insel Neuguinea, wo er sich meist hoch oben in den Baumkronen aufhält. Obwohl er optisch nicht zu übersehen ist, galt der Vogel lang als ungefährlich. Erst im Jahr 1990 machte der Forscher Jack Dumbacher eine kuriose Entdeckung: Der 22 bis 23 Zentimeter große Zweifarbenpitohui trägt ein starkes Nervengift in sich, das Batrachotoxin.1

Ein Vogel mit Gift in den Federn  

Das Gift befindet sich ausschließlich im Federkleid und auf der Haut des Vogels. Das Gift stört die Signalübertragung in den Nerven und kann bei Tieren unter anderem zu Lähmungen führen und für kleine Tiere sogar tödlich enden.  

Batrachotoxin ist besonders bekannt durch den in tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas heimischen Goldenen Pfeilgiftfrosch – beim Zweifarbenpitohui wurde das Gift allerdings nicht erwartet, dient aber zum Eigenschutz vor Parasiten und Raubtieren wie man später herausfand.2

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Das Gift wird „gefressen“  

Doch wie kommt so ein kleiner Vogel an so starkes Gift? Die Antwort ist weniger spektakulär, als man denkt: über die Nahrung. Forscher gehen davon aus, dass bestimmte, Insekten und Früchte, die der Vogel frisst, das Gift enthalten. So weiß man etwa von Käferarten wie dem Choresine-Käfer, dass diese das Gift Batrachotoxin im Blut haben. Der Zweifarbenpitohui speichert diese Stoffe dann in seinem Körper – ein Prinzip, das auch von anderen Tieren wie den Pfeilgiftfröschen bekannt ist.3

Dieses Vorkommnis zeigt, wie eng Ernährung und Verteidigungsarten in der Natur miteinander verknüpft sein können. Man geht davon aus, dass der Vogel ohne seine Beute völlig ungiftig ist.  

Ist der Vogel für Menschen gefährlich? 

Batrachotoxin gehört zu den stärksten bekannten Nervengiften. Es wirkt, indem es die sogenannten „Natriumkanäle“ in den Nervenzellen dauerhaft offen hält. Daraus folgt, dass Nerven keine normalen Signale mehr senden können und es zu Lähmungen oder Herzproblemen kommen kann.

Aber keine Angst: Beim Menschen sind die Mengen, die über den Kontakt zu Federn und der Haut aufgenommen werden, so wenig, dass keine lebensbedrohlichen Folgen entstehen können. Auf den Verzehr des Zweifarbenpitohui sollte man allerdings verzichten. Wahrscheinlich käme aber ohnehin kein Mensch auf die Idee, das Tier zu kosten. Falls doch, würde er keine Freude haben, denn die Vögel sollen einen ungeheuerlich bitteren Geschmack im Mund erzeugen. Ein genussvolles Essen ist somit nicht möglich. Das ist vermutlich der Hauptgrund, warum der Zweifarbenpitohui keine natürlichen Fressfeinde hat, was für einen Vogel dieser Größe schon bemerkenswert ist.

Quellen

  1. ndr.de, „Der Zweifarbenpitohui“ (aufgerufen 20.04.2026) ↩︎
  2. deutschlandfunknova.de, „In Papua-Neuguinea lebt der giftigste Vogel der Welt (aufgerufen 20.04.2026) ↩︎
  3. tierchenwelt.de, „Zwei neue Giftvogelarten in Neuguinea entdeckt“ (aufgerufen 20.04.2026) ↩︎

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