1. Oktober 2026, 14:05 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Manche Tiere verstecken sich vor Fressfeinden, indem sie sich einfach unsichtbar machen. Von Fröschen über Fische bis zu Quallen: PETBOOK stellt acht Tiere vor, deren Körper ganz oder teilweise durchsichtig ist – und erklärt, warum Transparenz an Land viel seltener vorkommt als im Wasser.
Warum sind manche Tiere überhaupt durchsichtig?
Damit ein Körper durchsichtig wirkt, darf er das Licht, das auf ihn trifft, kaum brechen oder reflektieren. Im Wasser gelingt das vielen Tieren erstaunlich gut, weil der Übergang zwischen Wasser und tierischem Gewebe optisch nur einen kleinen Unterschied macht. Licht wird dort kaum gestreut.
An der Grenze zwischen Luft und Gewebe ist dieser Effekt dagegen viel stärker, weshalb an Land nur sehr wenige durchsichtige Tiere existieren, etwa die zarten Flügel mancher Libellen oder Schmetterlinge. Hinzu kommt, dass sich rotes Blut mit viel Hämoglobin kaum transparent machen lässt. Das ist ein Grund, warum durchsichtige Wirbeltiere an Land eine echte Seltenheit sind.1,2
1. Glasfrosch
Der Glasfrosch (Centrolenidae) lebt in den Regenwäldern Mittel- und Südamerikas und ist auf seiner Oberseite unauffällig grün gefärbt. Dreht man ihn um, wird es spektakulär. Durch die durchsichtige Bauchhaut lassen sich Herz, Leber und Darm bei der Arbeit beobachten. Forscher der Duke University fanden 2022 heraus, dass Glasfrösche im Schlaf noch durchsichtiger werden, indem sie bis zu 89 Prozent ihrer roten Blutkörperchen vorübergehend in der Leber „verstecken“.
Dadurch lässt ihr Gewebe deutlich mehr Licht durch. Das ist ein cleverer Trick, um tagsüber auf einem Blatt möglichst wenig aufzufallen, während sie schlafen und besonders verwundbar sind.3,4
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2. Glasflügelfalter
Der südamerikanische Glasflügelfalter (Greta oto) zählt zu den wenigen Schmetterlingen mit durchsichtigen Flügeln. Während die Außenränder orangebraun bis schwarz gefärbt sind, fehlen den Innenflächen die lichtreflektierenden Schuppen komplett – sie wirken wie aus Glas. Diese Eigenschaft hilft dem tagaktiven Falter, sich selbst im Flug vor scharfäugigen Vögeln zu verbergen.5
3. Glaskopffisch
Der Glaskopffisch (Macropinna microstoma), auch Röhrenaugenfisch genannt, lebt in den dunklen Tiefen des Pazifiks. Sein Kopf ist von einer durchsichtigen, flüssigkeitsgefüllten Schutzhaube umgeben, durch die man die röhrenförmigen, nach oben gerichteten Augen des Tieres erkennen kann.
Wird der Fisch aus dem Wasser geholt, zerstört das häufig die empfindliche Haube. Meeresbiologen vermuten, dass sie die Augen vor den giftigen Nesseln der Quallen schützt, von denen sich der Glaskopffisch ernährt.6
4. Krokodileisfisch
Eine echte Ausnahme unter Wirbeltieren ist der antarktische Krokodileisfisch (Channichthyidae). Sein Blut ist nicht rot, sondern nahezu durchsichtig, weil den Tieren als einzigen bekannten Wirbeltieren der rote Blutfarbstoff Hämoglobin komplett fehlt. Möglich macht das die extrem kalte, sauerstoffreiche Umgebung der Antarktis. Dort können die Fische auch ohne Hämoglobin genug Sauerstoff aus dem Wasser aufnehmen.
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5. Glaskalmar
Rund 60 Arten von Glaskalmaren tragen ihren Namen zu Recht: Viele von ihnen erscheinen fast vollständig transparent. Das hält sie vor Fressfeinden verborgen, wenn sie sich in teilweise sonnenbeschienenen, flachen Gewässern aufhalten. Damit auch die Verdauungsdrüse möglichst wenig auffällt, halten die Tiere ihren Körper meist senkrecht im Wasser. Selbst der Koloss-Kalmar, das größte wirbellose Tier der Erde, ist im Jugendstadium noch größtenteils durchsichtig und nur wenige Zentimeter groß (PETBOOK berichtet).7
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6. Seewespe
Die Seewespe (Chironex fleckeri) gilt als giftigstes Tier der Welt und ist zugleich nahezu unsichtbar. Ihre bläulich schimmernde Glocke wird bis zu 30 Zentimeter groß, ihre Tentakel können einzeln bis zu drei Meter lang werden. Weil die Würfelqualle im Wasser kaum zu erkennen ist, wird sie oft zu spät bemerkt. Das ist auch eine der Hauptursachen für gefährliche Begegnungen mit Schwimmern im indopazifischen Raum (PETBOOK berichtete).
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7. Ruderschnecke
Ruderschnecken, auch Meerengel genannt, sind durchsichtige Meeresschnecken, die statt eines Fußes zwei flügelartige Schwimmorgane besitzen, mit denen sie anmutig durchs Wasser „fliegen“. Ihre Transparenz macht sie im offenen Meer, wo es kaum Verstecke gibt, deutlich schwerer für Fressfeinde auszumachen.
8. Bärtierchen
Bärtierchen zählen zu den widerstandsfähigsten Lebewesen überhaupt: Sie kommen ganz ohne Herz, Lunge oder Blutkreislauf aus und atmen stattdessen über die Haut. Passend dazu ist auch ihr Blut durchsichtig (PETBOOK berichtete). Die nur unter dem Mikroskop sichtbaren Tierchen überstehen extreme Kälte, Hitze und sogar den Weltraum und sind damit eines der erstaunlichsten Beispiele dafür, wie vielseitig Transparenz in der Tierwelt genutzt wird.