1. September 2025, 16:57 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Vielen werden die abenteuerlichen Bücher von Lars, dem kleinen Eisbären, noch ein Begriff sein. In mal mehr, mal weniger eisiger Umgebung machten sich der Bär und seine Freunde auf große Entdeckungstouren. Neben Lena, der Schneehäsin, und Eisbärin Greta trat auch der Pinguin Caruso ins Rampenlicht der Kindergeschichten. In der Realität hätten sich Eisbär und Pinguin allerdings niemals anfreunden können. Denn die Frackträger leben ausschließlich auf der Südhalbkugel. Wo Pinguine überall wohnen, erfahren Sie hier.
Pinguine: Überlebenskünstler zwischen Eis und Sonne
Wenn man an Pinguine denkt, taucht sofort das Bild einer weißen Schneelandschaft mit endlosen Eismassen auf. Doch so faszinierend die Antarktis als Lebensraum auch ist, nicht alle Pinguine leben dort. Von tropischen Inseln bis zu kühlen Klippen – insgesamt gibt es 18 Arten, von denen sich jede perfekt an ihren jeweiligen Lebensraum angepasst hat. Damit widerlegen Pinguine ein weitverbreitetes Missverständnis: Sie sind nicht nur Meister im Überleben in extremer Kälte.
Antarktis
Ein halbes Jahr in Dunkelheit und eisiger Kälte – die Antarktis ist ein besonderer Lebensraum. Darauf haben sich auch die Pinguine eingestellt und sind zu wahrhaftigen Überlebenskünstlern geworden. Von den 18 verschiedenen Pinguinarten lebt weniger als die Hälfte tatsächlich in der Antarktis. Die berühmtesten Vertreter sind die Kaiserpinguine, Zügelpinguine, Eselpinguine und die Adeliepinguine. Alle leben in der Nähe von Küstengewässern. Dort jagen sie auch den Großteil ihrer Nahrung. Bei allen vier Arten steht Krill, ein garnelenförmiges Krebstier, auf dem Speiseplan. Dazu kommen kleine Fische, Tintenfische und weitere Krebsarten. 1
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Südamerika
An den steinigen Felsküsten Südamerikas sind sechs weitere Pinguinarten beheimatet. Sie leben entlang der Küsten der Galapagos-Inseln, Perus, Chiles und Argentiniens. In Peru leben vermehrt die auch hier bekannten Humboldtpinguine. Bis zu 60 cm können sie groß werden und tauchen bis zu acht Minuten lang. Weiter gen Süden leben vermehrt an der Küste von Chile der Magellanpinguin, der Goldschopfpinguin und der Südliche Felsenpinguin. An der Spitze Argentiniens und der Falklandinseln sind hauptsächlich die Eselspinguine und Königspinguine anzutreffen.
Mit Südamerika werden meist hohe Temperaturen verbunden – kommen die Pinguine also auch ins Schwitzen? Eigentlich ist es kühler, als man denken würde. In der Klimazone der Lebensräume herrschen milde bis kühle Temperaturen. Dabei ist es am wärmsten bei den Humboldtpinguinen im Norden von Peru mit Temperaturen von bis zu 18 Grad. Je weiter man sich von hier aus Richtung Süden bewegt, umso kühler wird es. Im Lebensraum der Goldschopfpinguine liegt die Durchschnittstemperatur bei 14 Grad – wobei es im Sommer zu Temperaturen von bis zu 28 Grad kommen kann. Auf den Falklandinseln sieht es wieder anders aus – oft ist es regnerisch mit Maximaltemperaturen von 14 Grad.
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Afrika
Klein, wendig und flink – die Rede ist von Brillenpinguinen (Spheniscus demersus). Sie leben an der Wassernähe an den Küsten Südafrikas und Namibias. Sie können bis zu 65 Zentimeter groß werden – mit einem Körpergewicht von ungefähr drei Kilogramm sind sie richtige Leichtgewichte im Gegensatz zu ihren Artgenossen. Brillenpinguine produzieren eine Art Öl, mit dem sie ihr Federkleid einfetten – so bleibt es wasserfest.
In den vergangenen Jahren gab es immer mehr Berichte über den Bestand der Brillenpinguine – mit erschreckenden Zahlen. So sei die Population in freier Wildbahn in den letzten drei Generationen um 97 Prozent gesunken. Um dem entgegenzuwirken, kümmern sich vor Ort gemeinnützige Organisationen, wie SANCCOB (Südafrikanische Stiftung für den Erhalt der Küstenvögel) um den Erhalt des Bestands.2,3
Australien und Neuseeland
Auch hier wimmelt es an den steinigen Felsen von verschiedenen Pinguinarten. Der wohl berühmteste ist der Zwergpinguin. In Australien lebt er im ozeanischen bis subtropischen Klima und baut seine Nester geschickt in Mulden am Boden, in Felsspalten, oder nutzt in Dünen kleine, entstehende Höhlen.
Noch vielfältiger geht es auf den Inseln Neuseelands zu – hier hausen weitere acht Pinguinarten wie der Dickschnabelpinguin, Kronenpinguin oder der Haubenpinguin. Allerdings finden sich hier auch altbekannte Gesichter wie der Königspinguin oder der Zwergpinguin. 4