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Tierische Wettervorhersage

Langer Winter oder früher Frühling? Die Murmeltier-Prognose 2026

Murmeltierpfleger AJ Derume hält Punxsutawney Phil, das wetterfühlige Tier, das am Murmeltiertag vorhersehen soll, ob der Winter noch weitergeht
Murmeltierpfleger AJ Derume hält Punxsutawney Phil, das wetterfühlige Tier, das am Murmeltiertag vorhersehen soll, ob der Winter noch weitergeht (Archivbild) Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

2. Februar 2026, 18:09 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Jedes Jahr nimmt in Amerika Anfang Februar mit dem „Groundhog Day“ eine etwas skurril anmutende Tradition ihren Lauf. Was steckt hinter dem Murmeltiertag und was ist die Vorhersage für 2026?

Murmeltier Punxsutawney Phil sagt jedes Jahr das Wetter voraus

Seit 1887 sagt in den USA und Kanada ein Murmeltier am 2. Februar voraus, ob der Winter noch 6 Wochen dauern wird, oder ob wir uns bereits vor Ende der kalten Jahreszeit auf mildere Temperaturen freuen können. Aber was steckt dahinter? Und was sagt das wohl berühmteste Erdhörnchen der Welt am Murmeltiertag 2026 voraus?

Bis zu 30.000 Menschen stehen dick eingemummelt in der Kälte auf dem „Gobbler’s Knob“, einem Hügel in den Wäldern des US-amerikanischen Bundesstaates Pennsylvania. Sie jubeln und halten Plakate mit Sprüchen hoch. Leuchtschriften, die den Namen Phil buchstabieren, tauchen über der begeistert johlenden Menge auf. 2026 fand das alljährliche Konzert inmitten einer anhaltenden Kältewelle statt. Doch auch das hielt die Phil-Fans nicht davon ab, bei –18 Grad zu tanzen und zu feiern.

Murmeltiertag 2026 – das sagt die Prognose des wetterfühligen Erdhörnchens

Die Prognose des Murmeltiertages ist nicht sonderlich akkurat, schafft es aber sogar, die amerikanischen Börsen positiv oder negativ zu beeinflussen. Soll der Winter sehr lang werden, fallen die Aktien am Murmeltiertag bis zu 2,78 Prozent. 1

Obwohl die Veranstalter von einer Genauigkeit von 75 bis 90 Prozent sprechen, zeichnen kanadische Wetterdaten aus 40 Jahren Aufzeichnung ein anderes Bild: So lag die Quote der richtigen Deutungen bei gerade mal 37 Prozent. Dies liegt so nah am Zufallsprinzip von 33 Prozent, dass Phils „Vorhersage“ gut und gerne als skurrile Tradition ohne wirkliche Bedeutung in der Meteorologie abgetan werden kann. 2

Trotzdem versammelten sich auch 2026 wieder tausende Schaulustige rund um den bekannten Hügel in Pennsylvania. Die Veranstaltung begann um drei Uhr nachts Ortszeit. Die jährliche Vorhersage wurde mit einem großen Feuerwerk, Musik aus bekannten Filmen und vielen Reden begleitet. So auch in der Prognose für das Jahr 2026. Den USA stehen also wohl weiter eisige Zeiten bevor. Und wohl auch Europa, wenn die Auswirkungen des Polarwirbels den Atlantik überqueren.

Phil prognostizierte auch für 2025 „6 more weeks“ Winter, während er 2024 von einem frühen Frühling und 2023 dagegen ebenfalls an einen noch länger anhaltenden Winter geglaubt hatte. Wenn das Tier recht behält, darf man sich also in den USA auf frostige Zeiten einstellen.

Spätestens seit „Und täglich grüßt das Murmeltier“ international bekannt

Sieht das gefeierte Tier nun seinen Schatten nicht, bedeutet das nach der Legende, dass der Winter bereits vorbei ist. Sieht er seinen Schatten, weil die Witterung, darf Phil wieder in seinen Bau und die kalte Jahreszeit geht noch bis Mitte März weiter. So der Glaube derjenigen, die den Murmeltiertag feiern.

Der Murmeltiertag hat es spätestens durch den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ (im englischen Original „Groundhog Day“) mit Bill Murray 1993 in das kulturelle Gedächtnis vieler Menschen geschafft. Aber woher stammt die Tradition? Don Yoder hat sich in seinem ebenfalls „Groundhog Day“ benannten Buch einer Suche nach den Ursprüngen des Tages gewidmet. Yoder schreibt, der Feiertag sei ursprünglich bei den Kelten und im deutschen Raum verbreitet gewesen, bevor er mit der Gruppe der „Pennsylvania Dutch“ seinen Weg in die USA gefunden habe.

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Murmeltiertag als europäische Tradition?

Im keltischen Jahr gäbe es, so Yoder, bestimmte Zeiten in der Mitte der Jahreszeiten, die Wendepunkte im Jahr markierten. Im Falle des Murmeltiertages handele es sich dabei um Imbolc, das keltische Hochwinterfest, das in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar gefeiert wird. Nachdem der Feiertag die christlich geprägten USA erreicht habe, solle er jedoch gleichzeitig mit dem Feiertag „Candlemas“ (z. Dt. Lichtmess) stattfinden. Trotzdem sei der Tag noch immer wetterrelevant und habe daher die Tradition überdauert.

3Yoder will zudem herausgefunden haben, dass der Murmeltiertag zunächst mit anderen Tieren, die Winterruhe halten, gefeiert wurde. Explizit genannt werden Bären, Dachse und Maulwürfe, die am 1. Februar aus ihren Bauten geholt wurden, um das Wetter vorherzusagen. In Nordamerika habe man sich jedoch stattdessen Rat beim Murmeltier geholt.

Warum man Murmeltiere nicht beim Winterschlaf stören sollte

Murmeltiere gehören zu den Tieren, die einen richtigen Winterschlaf halten und in der Regel sechs Monate inaktiv in ihrem Bau verbringen. Im Winterschlaf durchleben die Tiere zwar einige Wachphasen, in denen sie sich erleichtern, aber sie reduzieren auch ihren Energiebedarf deutlich, atmen flach und kühlen aus. Punxsutawney Phil hat also wahrscheinlich nur eine Körpertemperatur von 1 bis 8 Grad, wenn er seine jährliche Wettervorhersage macht.

Wenn das Tier sich nach der Vorhersage wieder in seinen Bau begibt, bedeutet dies laut der „Groundhog Day“-Legende, dass der Winter noch lange nicht vorbei ist – viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass das gestörte Tier wieder seine Ruhe haben will. Stört der Mensch ein Tier, das Winterschlaf hält, nämlich zu oft, kann dies schlimme Folgen für dessen Stoffwechsel haben und schlimmstenfalls zum Tod führen. Das Murmeltier namens Phil wäre also in seinem Bau besser aufgehoben als auf einer Bühne und bei Fototerminen.

Quellen

  1. Shanaev, S., Shuraeva, A., & Fedorova, S. (2022). The Groundhog Day stock market anomaly. Finance Research Letters, 47, 102641. ↩︎
  2. TheCanadianEncyclopedia.com, „Groundhog Day in Canada“ (aufgerufen am 2.2.2026) ↩︎
  3. Groundhog.org „Groundhog Day“ (aufgerufen am 2.2.2026) ↩︎

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