6. August 2025, 9:31 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ein oscarnominiertes Familiendrama als Mittel zur Wildtierabwehr? Was kurios klingt, ist Teil eines neuen Ansatzes in den USA, um Kühe vor Beutegreifern wie Wölfen zu schützen. Mit Drohnen, Flutlicht und Filmszenen will das Landwirtschaftsministerium Wölfe vertreiben – und dabei kommt auch eine aufwühlende Szene aus dem Netflix-Hit „Marriage Story“ zum Einsatz, wie TECHBOOK zuerst berichtete.
Netflix-Drama trifft Drohnentechnik
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ greift das US-Landwirtschaftsministerium inzwischen zu ungewöhnlichen Methoden, um Viehherden auf amerikanischen Rinderfarmen vor Fressfeinden wie Wölfen zu schützen. Neben Thermalkameras und Flutlicht sind es insbesondere akustische Reize, die abschreckend wirken sollen – etwa lautes Feuerwerk, Schüsse und streitende Stimmen. Eine dieser Tonaufnahmen stammt direkt aus dem Film „Marriage Story“.
Johansson und Driver schreien gegen Wölfe
Im Mittelpunkt steht die zentrale Streitszene zwischen Scarlett Johansson und Adam Driver, in der sich ihre Filmfiguren Nicole und Charlie Barber heftige Vorwürfe an den Kopf werfen. Die Szene, die für ihre emotionale Intensität bekannt ist, wird über Lautsprecher von Drohnen abgespielt, um Wölfe, die Kühe bedrohen könnten, in die Flucht zu schlagen. Der Film aus dem Jahr 2019 war für sechs Oscars nominiert, darunter auch die Hauptdarsteller – gewonnen hat allerdings Laura Dern als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als Anwältin Nora Fanshaw.
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Effektiv gegen Grauwölfe
Die unkonventionelle Methode scheint tatsächlich Wirkung zu zeigen. In einem Beispiel aus dem Süden Oregons seien innerhalb von 20 Tagen elf Rinder von Wölfen gerissen worden, bevor der Einsatz der Drohnen begann. Danach habe es in den folgenden 85 Tagen nur noch zwei Verluste gegeben.
Die Maßnahme richtet sich vor allem gegen Grauwölfe, die lange als bedrohte Tierart unter besonderem Schutz standen. Um weiterhin mit gezielten Mitteln arbeiten zu können, setzt die Behörde auf Reize, die Wölfen einprägen sollen, dass sich Menschen in der Nähe befinden. Ein Mitarbeiter des Ministeriums erklärt: „Die Wölfe müssen reagieren und erfahren, dass Menschen schlecht sind.“
AC/DC als tierischer Stimmungskiller
Nicht nur Filmszenen kommen dabei zum Einsatz – auch Musik hat sich offenbar als wirksam erwiesen. So soll der Song „Thunderstruck“ von AC/DC erfolgreich eingesetzt werden, um Raubtiere auf Abstand zu halten. Das aggressive Klangbild der Rockband scheint auf die empfindlichen Sinne der Tiere abschreckend zu wirken.
Meine Playlist für eine Anti-Wolf-Drohne
„Dass AC/DC und ein Scheidungsdrama dabei helfen, Wölfe zu verscheuchen, ist einfach nur kurios. Aber nun gut, Hauptsache, es hilft. Das bringt mich allerdings auf die Idee, mir Gedanken um meine eigene Playlist zu machen. Was würde ich wohl draufpacken?
Ganz sicher meine aktuelle Lieblingsband: Wargasm auf London. Die machen einen hochenergetischen Mix aus Metal, Punk, Elektro und ein wenig HipHop, und die pumpenden Beats und sägenden Gitarren bei gleichzeitigem Geschrei törnen mich zwar tierisch an, das Tier aber hoffentlich ab. Und überhaupt: Metal in irgendeiner Form muss es sein, aber vielleicht auch die Rap-Schreihälse von Onyx und M.O.P.
Und was Filmszenen anbelangt, könnten Wölfe auch eine gehörige Portion ‚The Wolf of Wall Street‘ vertragen. In den drei Stunden Laufzeit haben Stars wie Leonardo DiCaprio, Margot Robbie oder Rob Reiner so einige heftige Schrei-, Streit- und Fluchausbrüche. Und wer auch immer funktioniert: Al Pacino. Am besten als zugekokster Tony Montana in ‚Scarface‘. M16-Schussgeräusche inklusive. Das finden die Wölfe garantiert zum Heulen.“