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Krebstiere

Kennen Sie den Unterschied zwischen Garnele, Scampi und Shrimp?

Ist das eine Garnele, Scampi oder Shrimp?
Ist das eine Garnele, Scampi oder Shrimp? Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

26. Juni 2026, 6:04 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Garnele, Scampi oder Shrimp? Das fragen sich wohl nicht nur die Gourmets unter uns. Dass es sich bei allen dreien um Krebstiere handelt, dürfte den meisten klar sein. PETBOOK erklärt, wie man nicht nur auf dem Teller erkennt, ob es sich um Garnele, Scampi oder Shrimp handelt, und wie sich die Tiere biologisch unterscheiden.

Warum Scampi und Shrimp meist nicht rot sind

Scampi und Shrimp sind vor allem auf unseren Tellern beliebte Meeresbewohner. Daher denken auch viele, dass Krebstiere von Natur aus eine rote Farbe haben. Dies trifft allerdings nur auf wenige Vertreter zu, denn meist sind Hummer, Shrimp und Co. unscheinbar gräulich-blau gefärbt. Die ‚krebsrote‘ Farbe entsteht erst beim Kochen, wenn ein bestimmtes Protein in der Schale der Tiere zerstört wird und den Farbstoff namens Astaxanthin freisetzt.

Denn in der Natur würde es wenig Sinn ergeben, knallrot durchs Wasser zu schwimmen und Fressfeinden so ins Auge zu stechen. Es gibt aber durchaus bunte Garnelen. Dabei handelt es sich um Süßwassergarnelen, die gern von Aquarien-Fans als Haustiere gehalten werden.
Bei den kulinarisch beliebten Krebstieren handelt es sich größtenteils um Salzwasserbewohner. Doch was genau ist der Unterschied zwischen Garnelen, Scampi und Shrimp?

Auch interessant: Sollte man urzeitliche Krebse als Haustier halten?

Sind Garnelen auch Shrimps?

Ob Shrimp, Garnele oder Crevette – alle Begriffe bezeichnen typischerweise unterschiedliche Arten freischwimmender Krebstiere, die mehr oder weniger miteinander verwandt sind. Bei dem Begriff Garnelen handelt es sich also um keine echte biologische Gruppe wie eine Ordnung oder eine Familie. Der Begriff wird eher dazu verwendet, um sie von anderen Arten wie Hummern, Langusten und im Süßwasser lebenden Flusskrebsen abzugrenzen, die typischerweise nicht zu den Garnelen gezählt werden.1

Alle Garnelen haben gemeinsam, dass sie als Delikatesse weltweit geschätzt werden. Handelsbezeichnungen wie „Prawns“, „Shrimp“ oder „Gambas“ beziehen sich aber meist auf eine bestimmte Größe oder Herkunft der Tiere und geben keinen Aufschluss über die Art oder eine biologische Gruppe.2

Bekommt man im Handel Garnelen unter der Bezeichnung „Shrimp“ oder „Prawn“ (oft etwas größer) angeboten, handelt es sich höchstwahrscheinlich um Geißelgarnelen. Sie sind die am häufigsten gefangenen und gezüchteten. In Deutschland bekannt und beliebt sind hingegen die Nordseegarnelen, die vielen auch unter „Nordseekrabben“, „Strandgarnelen“, „Granat“ oder „Krevetten“ bekannt sind. Dabei handelt es sich um die Art Crangon crangon, die in Nord- und Ostsee lebt. Erreichen die Tiere eine bestimmte Größe, gelten sie als sogenannte Speisekrabben.

Nordseekrabbe (Cragnon crangon) auf der Hand eines Fischers in Sylt
Auch die beliebte Nordseekrabbe (Cragnon crangon) gehört zu den Garnelen Foto: Getty Images
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Scampi sind mit Hummern verwandt

Scampi, auch Kaisergranat, Kaiserhummer, Norwegischer Hummer oder Tiefseehummer genannt, gehören der Art Nephrops norvegicus an. Diese Zehnfußkrebse haben einen hummerähnlichen Körperbau und können über 20 Zentimeter lang werden. Tatsächlich sind sie auch mit den Hummern verwandt und gelten als Delikatesse.3

Kaisergranaten sind eine der wenigen Krebsarten, die schon im lebenden Zustand eine rote Farbe besitzen. Sie sind im östlichen Nordatlantik, in der Nordsee und im westlichen und zentralen Mittelmeer verbreitet, wo sie vor allem auf schlammigen Meeresgrund leben und sogar Höhlen graben, während Garnelen sich frei schwimmend im Meer bewegen.

Kaisergranat, Nephrops norvegicus, im gekochten Zustand
Der Kaisergranat, der unter dem Begriff Scampi auf Speisekarten zu finden ist, ist mit Hummern verwandt und besitzt große Scheren Foto: Getty Images

Der Kaisergranat wird kulinarisch sehr geschätzt und gilt daher als wichtigster Krebs in Europa. Auf dem Fischmarkt und im Geschäft findet man die Tiere unter vielen, teils irreführenden Bezeichnungen. So werden sie in Frankreich meist unter dem Namen „Langoustine“ gehandelt, was ähnlich wie Languste klingt. Im deutschen Sprachraum bekommt man die Tiere daher auch gelegentlich als „Langustenschwänze“ angeboten. Zwar gehören Langusten als biologische Gruppe auch zu den Zehnfußkrebsen, die darunter fallenden Krebsarten besitzen aber im Gegensatz zum Kaisergranat keine Scheren. Die Italiener nennen den Kaisergranat übrigens „scampo“, woraus sich die Mehrzahl „scampi“ ergibt.

So unterscheiden Sie Garnele, Shrimp und Scampi

Wer Garnele, Shrimp und Scampi unterscheiden möchte, kann auf einige einfache Merkmale achten. Während die Begriffe Garnele und Shrimp meist für ähnliche Krebstiere verwendet werden, handelt es sich bei Scampi um den Kaisergranat, der näher mit Hummern verwandt ist.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Garnelen (Shrimp) und Scampi sind:

  • Scheren: Scampi besitzen kräftige Scheren, Garnelen hingegen nur kleine Greifwerkzeuge.
  • Farbe: Rohe Garnelen sind meist gräulich bis bläulich gefärbt. Kaisergranaten haben bereits lebend eine rötliche Färbung.
  • Körperbau: Scampi wirken insgesamt kräftiger und ähneln in ihrem Aussehen kleinen Hummern.
  • Schwanz: Der Schwanz von Garnelen ist schmal und seitlich abgeflacht. Der Schwanz des Kaisergranats ist breiter und endet in einem deutlich ausgeprägten Schwanzfächer.

Besonders auf dem Teller lässt sich der Unterschied zwischen Garnele und Scampi häufig am Schwanz erkennen. Während Garnelenschwänze schmal zulaufen, sind die Schwänze des Kaisergranats deutlich breiter und gefächert. Wer ganze Tiere vor sich hat, kann zusätzlich auf die großen Scheren achten – sie sind eines der eindeutigsten Merkmale von Scampi.

Quellen

  1. swissshrimp.ch, „Shrimps, Crevetten oder Garnelen – Was ist der Unterschied?“ (aufgerufen am 26.06.2026) ↩︎
  2. deutschesee.de, „Scampi & Garnelen – Wo ist der Unterschied?“ (aufgerufen am 26.06.2026) ↩︎
  3. morgenpost.de, „Warum wird ein Hummer beim Kochen eigentlich rot?“ (aufgerufen am 26.06.2026) ↩︎

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