13. November 2025, 12:01 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Florida ist bekannt für tropisches Klima, endlose Strände und sommerliche Temperaturen – doch aktuell überrascht der US-Bundesstaat mit ungewöhnlich frostigen Nächten. Besonders kurios: In einigen Regionen sorgt der Temperatursturz dafür, dass Leguane von den Bäumen fallen. Was dahintersteckt und warum man besser nicht eingreifen sollte.
Warum Leguane in Florida wie aus dem Himmel fallen
Urlauber in Zentral- und Südflorida staunten nicht schlecht, als der Wetterdienst eine ungewöhnliche Warnung herausgab: „Warnung vor herabfallenden Leguanen“. Was wie ein Scherz klingt, hat einen ernsten Hintergrund, wie TRAVELBOOK berichtete (gehört wie PETBOOK zur BOOK family von Axel Springer). In der Nacht sanken die Temperaturen stellenweise auf bis zu –1 Grad Celsius – für die wechselwarmen Reptilien ein echtes Problem.
Denn Leguane sind – wie die meisten Reptilien – wechselwarme Tiere. Sie schalten ihren Stoffwechsel bei niedrigen Temperaturen komplett herunter. Dazu erklärte bereits 2022 ein Mitarbeiter des Zoos in Miami in einem Interview mit „CBS News Miami“, dass Leguane träge werden, wenn die Temperaturen unter 10 Grad fallen. Unter 4 bis 5 Grad Celsius verfallen sie dann in eine Art Winterschlaf.
Ihr Herzschlag verlangsamt sich und sie frieren regelrecht ein. Da viele Leguane nachts auf Bäumen schlafen, können sie in diesem starren Zustand das Gleichgewicht verlieren und herunterfallen, wenn sie im Kurz-Winterschlaf sind. Sie wirken dann leblos, sind jedoch lediglich betäubt.
Finger weg von benommenen Tieren
So hilflos die Reptilien auch erscheinen mögen – mitnehmen sollte man sie keinesfalls. Denn sobald es wieder wärmer wird, erwachen sie aus ihrer Starre. „Nehmen Sie niemals kältebetäubte Leguane mit nach Hause! Dies sind wilde Tiere und sie können sich aggressiv verhalten, sobald sie sich aufgewärmt und erholt haben“, warnt die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC).
Die Tiere benötigen in der Regel keine menschliche Hilfe. Landen die Tiere direkt von einem Baum auf der Straße, und drohen, überfahren zu werden, kann man ebenfalls die örtlichen Artenschützer kontaktieren, die sie fachkundig umsetzen können. Sobald es wieder wärmer wird, erholen sie sich eigenständig und kehren in ihren natürlichen Zustand zurück. Berührungen durch Menschen bedeuten für sie vor allem Stress – und bergen die Gefahr von Verletzungen.
Auch der lokale Wetterdienst beruhigt mittlerweile: Der aktuelle Kälteeinbruch sei nur von kurzer Dauer. In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen wieder ansteigen – und damit auch die Gefahr durch „herabfallende Leguane“ verschwinden.