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Neue Lebensräume

Eisbären übernehmen ehemalige Sowjet-Forschungsstation

Bär schaut aus sowjetischer Forschungsstation
Wie aus einem russischen Märchen: Ein Eisbär blickt neugierig aus dem Fenster der verlassenen Polarstation auf der Insel Kolyuchin – als wolle er Geschichten vom Leben im ewigen Eis erzählen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Vadim Makhorov
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

16. Oktober 2025, 15:30 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Auf einer kargen Insel im äußersten Nordosten Russlands spielt sich eine ungewöhnliche Szene ab: Eisbären haben sich in einer verlassenen Sowjet-Forschungsstation häuslich eingerichtet. Ein Fotograf hielt die spektakulären Bilder fest – und zeigt damit, wie Tiere sich neue Lebensräume erschließen.

Ein Fenster zur Wildnis – wie aus einem russischen Märchen

Still und menschenleer liegt die alte Polarstation auf einer entlegenen Insel. Der Wind streicht über das wellenzerzauste, von Regen und Gischt ergraute Holzdach, und aus einem Fenster blickt ein Eisbär hinaus – als würde er gleich ein Märchen erzählen.

Die bärige Gestalt füllt den Rahmen wie die der weisen Erzählerin aus alten russischen Märchenfilmen, die gleich eine lehrreiche Geschichte mit Baba Jaga und Ivanuschka erzählen wird. Nur dass es in diesem Fall eine verlassene Hütte im Norden ist, von der aus der Bär Geschichten von Eis, Sturm und Überlebenskunst berichten könnte.

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Unerwartete Bewohner auf Kolyuchin-Insel

Während einer Kreuzfahrt durch das Tschuktschische Meer im September filmte Fotograf Vadim Makhorov die raue Landschaft rund um die Kolyuchin-Insel. Dabei entdeckte er, dass sich mehrere Eisbären in einem der verlassenen Gebäude einer ehemaligen Sowjet-Forschungsstation niedergelassen hatten. Die Insel liegt etwa elf Kilometer vor der Nordküste der Tschuktschen-Halbinsel. Direkt gegenüber von Alaska, auf der anderen Seite der Beringstraße.

Eisbären auf einer ehemaligen Sowjet-Forschungsstation
An diesem entspannten Zeitgenossen ist kein Vorbeikommen Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Vadim Makhorov

Die Aufnahmen, die Makhorov mithilfe einer Drohne machte, zeigen die mächtigen Tiere in und um die verlassenen Gebäude – mal durch Fenster lugend, mal auf dem Dach oder vor der Fassade.

In einem Beitrag auf Social Media schrieb der Fotograf: „Die Bären wissen Komfort und Gemütlichkeit zu schätzen, sie betrachten ihr Zuhause als Zufluchtsort.“

„Die Eisbären leben hier in einer verlassenen Wetterstation“, heißt es im Posting des Drohnen-Fotografen weiter. In der Nähe befindet sich eine Walrosskolonie und es schwimmen Wale.

Warum die Bären die leeren Häuser besetzen, vermutet er ebenfalls: „Es ist bequem, es weht kein Wind, es regnet nicht. Und bei sonnigem Wetter kann man im Hof auf dem Bauch liegen.“

Einblicke aus der Luft

Neben Nahaufnahmen der Eisbären zeigt die Fotoserie auch eindrucksvolle Luftbilder der verlassenen Forschungsstation. Diese machen deutlich, wie abgeschieden die Lage auf Kolyuchin ist. Die Region gehört zum russischen Fernen Osten, genauer zur autonomen Region Tschukotka.

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Die Bilder und Videos, die am 14. und 18. September 2025 aufgenommen wurden, sind Teil einer Fotostrecke, die von den Bildredakteuren der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) zusammengestellt wurde. Alle Fotos stammen von Vadim Makhorov.

Sie zeigen Eisbären bei Tageslicht in verschiedenen Situationen auf dem Gelände der verfallenen Station – ein ungewöhnlicher, aber eindrucksvoller Beleg für die Anpassungsfähigkeit der Tiere in einem sich wandelnden Lebensraum.

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