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Die große Vogeluhr

Welcher Vogel wann im Frühjahr singt und wie Sie ihn erkennen

Blaumeise sitzt auf Ast von blühendem Baum
Wenn die ersten Blüten sprießen, kommen auch die Vögel in Frühlingsstimmung und singen, um ihr Revier zu festigen Foto: Getty Images
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Porträt-aufnahme von PETBOOK-Redakteurin Natalie Dekcer mit Katze auf Arm
Freie Autorin

30. März 2026, 16:58 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Mit dem kommenden Frühling werden auch unsere Vögel wieder aktiver. Mit ihrem Gesang möchten sie Weibchen anlocken und ihre Revieransprüche klarmachen. Erklingt das Vogelkonzert morgens um 5 Uhr vor dem Schlafzimmer, fragt sich wohl auch so mancher Tierliebhaber verschlafen bis zerknirscht: Wer singt denn da?PETBOOK verrät, wie Sie Vogelstimmen erkennen und voneinander unterscheiden können.

Wie kann ich Vogelstimmen erkennen?

Manche Vogelarten tragen den Klang ihrer Rufe bereits in ihrem lautmalerischen Namen – sie sind besonders leicht zu identifizieren. So ruft der Kuckuck tatsächlich „gu-kuh“, wobei er die erste Silbe besonders betont. Seine Lautäußerungen sind weit zu hören, da er hoch oben sitzt, wenn er ruft. Auch der Zilpzalp, ein kleiner Singvogel, wurde nach seinem Gesang benannt. Dieser hört sich wie „zilp-zalp-zelp-zilp-zalp“ an, wobei die Tonhöhe zwischendurch wechseln kann.

Ein besonders begabter Sänger ist die Amsel. Ihr flötenartiger Gesang enthält verschiedene melodiöse Strophen, die der Vogel immer wieder variiert und neu kombiniert. Weniger kreativ sind Feld- und Haussperlinge, die anhand ihres monotonen „Tschip“ bzw. „Tschep“ aber dennoch gut zu erkennen sind. Kohlmeisen zwitschern gerne ein fröhliches „zizibäh“ oder einfach „di da, di da, di da“.1

Wer singt als Erstes im Jahr?

Viele verbinden Vogelgesang mit dem kommenden Frühjahr. Kein Wunder, denn dann wird es draußen schon in den frühen Morgenstunden besonders laut vor dem Fenster. Aber wer genau hinhört, merkt: Gesungen wird bereits ab Januar. Zu hören sind dann vor allem Blau- und Kohlmeisen. 2

Aber auch Zaunkönig und Amseln kann man bereits ab Januar hören. Diese Arten beginnen besonders früh damit, durch Gesang ihr Revier zu markieren und nutzen dafür oft milde Wintertage zur Einstimmung auf die kommende Brutzeit. 3

  • Januar: Kohlmeisen („Zip-Zäh“) und Blaumeisen beginnen, gefolgt vom lautstarken Zaunkönig.
  • Januar/Februar: Amselmännchen sind oft morgens und abends zu hören.
  • Ab März: erste Zugvogelarten wie Stare, Feldlerchen und Ringeltauben

Auch interessant: Was tun Vögel eigentlich, wenn es regnet?

Welcher Vogel singt wann?

Um den Vogelgesang einer bestimmten Art zuzuordnen, kann auch ein Blick auf die Uhr hilfreich sein. Denn nicht alle Vögel singen zur selben Zeit. Die Frühaufsteher unter den Piepmätzen sind der Gartenrotschwanz und der Hausrotschwanz: Sie beginnen bereits 80 bzw. 70 Minuten vor Sonnenaufgang, ihre Lieder zu trällern.

Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang stimmen die Singdrossel und die Rauchschwalbe mit ein. Die Blaumeise mit ihrem hohen „zizizi“ ist ab ca. 30 Minuten vor Sonnenaufgang zu hören. Zu den gefiederten Langschläfern zählen der Star und der Buchfink, die erst 15 bis 10 Minuten vor Sonnenaufgang zu zwitschern beginnen.4

Seinen Höhepunkt erreicht das Vogelkonzert übrigens im Mai. Dann sind fast alle Zugvögel wieder da und die Brutsaison ist in vollem Gange. Gegen Ende des Sommers nimmt das Gezwitscher dann ab. Die Jungvögel werden langsam flügge und die ersten Langstreckenzieher machen sich auf den Weg in den Süden. Dennoch ist auch im Herbst Vogelgesang zu hören – wenngleich nicht so laut und vielfältig. So üben beispielsweise junge Vogelmännchen ihr Gezwitscher und manche Arten markieren bereits jetzt musikalisch ihr Revier für den nächsten Frühling.5

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Diese Vögel singen noch im Herbst

Wer glaubt, nach dem Sommer würde das Zwitschern der Vögel versiegen, der irrt. Ein klassischer Herbstsänger ist der Hausrotschwanz. Als Kurzstreckenzieher zieht er erst spät im Herbst in Richtung Mittelmeerraum. Man erkennt den unverwechselbaren lauten Gesang an klappernden, knirschenden, pfeifenden und fauchenden Elementen.6

Ein besonders energischer Herbstsänger ist das Rotkehlchen, da die Männchen auch im Winter ihr Revier vehement gegen Konkurrenten verteidigen. Der Gesang wird als eine Reihe perlender Töne und Triller beschrieben, der gegen Ende leicht abfällt. Übrigens singen hier auch die Weibchen, allerdings etwas leiser.

Welche Vögel sonst im Herbst singen und wie sie die Vogelstimmen erkennen, erfahren Sie in diesem Artikel: Diese heimischen Vögel singen noch im Herbst und das ist der Grund.

Vogelstimmen erkennen: Apps zur Stimmerkennung

Beim Erkennen und Bestimmen der Vogelstimmen können verschiedene Apps helfen. So bietet der Naturschutzbund (NABU) die kostenlose App „Vogelwelt“ für iOS und Android. Sie enthält Informationen zu über 300 heimischen Vogelarten mit Hinweisen zu Aussehen, Gesang, Verhalten und Häufigkeit.

Besonders praktisch, aber kostenpflichtig, ist die App „Zwitschomat – Vogelstimmen ID“. Mit ihr lassen sich Vogelstimmen sogar aufnehmen: Die App analysiert dann den Ton und macht Vorschläge für mögliche Arten.

Quellen

  1. lbv.de, „Vögel an ihren Stimmen erkennen“ (aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  2. naturdetektive.bfn.de, „Vogelgesang“ (aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  3. deutschlandfunknova.de, „Warum Vögel schon im Januar singen“ (30.03.2026 ↩︎
  4. Nabu Baden-Württemberg, „Von laut und schrill bis leise und perlend: Frühlingsgefühle bei den Singvögeln“ (aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  5. Nabu.de, „Morgens ein Konzert erleben: Stellen Sie Ihren Wecker nach den Piepmätzen!“ (aufgerufen am 30.03.2026) ↩︎
  6. Nabu.de, „Hausrotschwanz“ (30.03.2026) ↩︎

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