10. Dezember 2025, 13:53 Uhr | Lesezeit: 9 Minuten
Seit genau zehn Jahren werden nun mit den Nikon Comedy Wildlife Awards die lustigsten Wildtierfotos von Hobby- und professionellen Fotografen aus aller Welt ausgezeichnet. Jetzt stehen die Gewinner fest. PETBOOK stellt seine 10 Favoriten der Preisträger vor – und ein Bild, das es zwar nicht unter die Gewinner geschafft hat, aber zum ganz persönlichen Sieger der Redaktion wurde.
Die meisten verbinden mit Wildtierfotografie süße Tierbabys und spektakuläre Aufnahmen von Fressfeinden, die einander durch bilderbuchartige Naturkulissen jagen. Die Worte „Spaß“ oder „Humor“ dürften dabei aber wohl kaum eine Rolle spielen. Genau das wollen die Macher des „Nikon Comedy Wildlife Awards“ ändern: Sie haben Fotografen dazu aufgefordert, ihre lustigsten Schnappschüsse von Wildtieren einzureichen. Mittlerweile seien schon mehr als tausend Bilder eingegangen, heißt es. Jetzt stehen die Gewinner fest. Insgesamt wurden neun Kategorien ausgezeichnet:
- „Overall Winner“: der Hauptgewinner des Awards
- „ThinkTANK Birds Award“: Hier werden explizit Fotografien von Vögeln ausgezeichnet.
- „Fish and Other Aquatic Species Award“: In dieser Kategorie werden Fotos von Fischen und anderen Meeresbewohnern geehrt.
- „Reptiles, Amphibian and Insect Award“: zeichnet Bilder von Insekten, Amphibien oder Reptilien aus
- „Nikon Junior Category (Under 16) Award“: Ehrt die Bilder von Fotografen, die noch unter 16 Jahre alt sind
- „Nikon Young Photographer Category (Under 25)“: Ehrt die Bilder von Fotografen, die noch unter 25 Jahre alt sind.
- „Amazing Internet Portfolio Award“: Hier werden Bilder geehrt, die in Folge eine Geschichte erzählen.
- „Video Category Winner“: Auch Videos können bei den Nikon Comedy Wildlife Awards Preise gewinnen
- „Highly commended Winners“: Fotos, die ausgezeichnet wurden, aber nicht in eine besondere Preiskategorie fallen
Kung-Fu-Gorilla ist das lustigste Wildtierfoto 2025
Mit seinen ungewöhnlichen Bewegungen, die an Kampfsport erinnern, sicherte sich dieser Gorilla den Sieg bei den „Nikon Comedy Wildlife Awards“. Eingereicht wurde das Gewinner-Bild vom britischen Fotografen Mark Meth Cohn. Dieser erzählt, wie es zu dem Schnappschuss kam: „Wir verbrachten vier unvergessliche Tage damit, durch die nebligen Virunga-Berge zu wandern, auf der Suche nach den Gorillafamilien, die dort leben.“
Ein junges Gorilla-Männchen fiel dabei besonders auf, indem es sein akrobatisches Talent aus Pirouetten, Sturzbewegungen und hohen Tritten zeigte. „Seine Darbietung zu sehen, war pure Freude, und ich freue mich sehr, seinen verspielten Geist in diesem Bild eingefangen zu haben“, sagt Meth Cohn. „Nachdem ich letztes Jahr das Finale erreicht habe, bin ich absolut begeistert, diesen Wettbewerb noch einen Schritt weiter gegangen zu sein und den Wettbewerb dieses Jahr gewonnen zu haben.“
„Jetzt halt doch mal den Schnabel“ – Gewinner des „ThinkTANK Birds Award“
„Manchmal möchte man seinem Nachbarn einfach den Kopf abbeißen – wortwörtlich!“ Mit diesen Worten beschreibt der Fotograf Warren Price die Situation, die er in dem Foto festhielt, das als Sieger in der Kategorie „Vögel“ ausgezeichnet wurde. Die zwei Trottellummen saßen – zusammen mit vielen anderen Artgenossen – dicht gedrängt auf einem Felsvorsprung. Diese Seevögel kommen nur zum Brüten an Steilküsten. In Deutschland trifft man sie nur auf Helgoland, denn passende Brutreviere sind rar und der Platz ist knapp. Da kommt es unter den territorialen Lummen schnell zu Aggression und Kämpfen.
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Bitte lächeln! Das lustigste Wildtierfoto in der Kategorie „Fische“
Dieser kleine Korallenfisch lächelt so schön in die Kamera, als hätte er nur auf Fotografin Jenny Stock mit ihrer Kamera gewartet. Die Britin machte den Schnappschuss während eines Tauchgangs auf den Philippinen. Dort steckte der Fisch immer wieder seinen Kopf aus seinem Zuhause. „Ich machte ein paar Fotos und liebte sein freches Gesicht, das mich anlächelte“, erzählt sie. Allerdings sollte man sich nicht von dem fröhlichen Gesichtsausdruck täuschen lassen. Diese Art, die auf Deutsch Blaustreifen-Säbelzähner genannt wird, besitzt nämlich einen seltenen Abwehrmechanismus, bei dem der Fisch einen angreifenden Räuber beißen und mit Gift bespritzen kann, wenn er sich bedroht fühlt. Das Gift verursacht Schwindel und Desorientierung, wie die Fotografin erklärt.
Die unfreiwillige Taufe – der Gewinner in der Kategorie „Insekten, Amphibien und Reptilien“ und der „Nikon Junior Category (Under 16)“
Diesen auf uns lustig wirkenden Moment im Kampf zwischen zwei Fröschen fing Fotograf Grayson Bell in seinem Teich in Biddeford, Maine, USA, ein. „Es sah für mich so aus, als würde sich einer von ihnen gegen seinen Willen taufen lassen. Ich fand, es war irgendwie eine lustige Situation.“
Breakdance statt Foxtrot – Gewinner der „Nikon Young Photographer Category (Under 25)“
Auch ein deutscher Finalist wurde unter der Kategorie Nikon Young Photographer Category (Under 25) bei den lustigsten Wildtierfotos 2025 ausgezeichnet: Paula Rustemeier besuchte diese drei jungen Fuchsgeschwister oft – allerdings nicht in ihrem Heimatland, sondern in den Niederlanden. Die drei Rotfüchse spielten oft im Sand, wie die Fotografin über ihr Bild erzählt. „Die Bewegungen sind immer sehr schnell, die Momente sehr kurz. Die Füchse laufen von einer Seite zur anderen. Erst als ich meine Fotos zu Hause überprüfte, sah ich dieses lustige Bild, auf dem es so aussah, als würde der Fuchs in der Mitte einige Breakdance-Fähigkeiten vorführen!“
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Die lustigsten Wildtierfotos 2024
Unsere Favoriten der „Highly commended Winners“
Insgesamt erhielten neun Fotografen in dieser Kategorie einen Preis für ihr Foto. Wir haben unsere Favoriten dieser lustigsten Wildtierfotos 2025 zusammengestellt:
Oh, ich will jetzt gleich König sein
Das ist zumindest der Titel des lustigen Löwenbildes, in dem es aussieht, als hätte eine der Raubkatzen einen „Stinker“ losgelassen. In Wirklichkeit handelt es sich um pure Verzweiflung, wie Fotograf Bret Saalwaechter berichtet. Demnach beobachtete er, wie eine Gruppe von jungen Löwen unerbittlich Milch und Aufmerksamkeit von ihrer Mutter verlangte, sehr zur Verzweiflung der erwachsenen Löwen des Rudels. Über eine Stunde lang folgten sie ihrer Mutter, die – von der brütenden Hitze bereits schlecht gelaunt – einen Schrei der Missbilligung ausstieß. Dieses Hin und Her spielte sich immer wieder ab, bis Saalwaechter den perfekten Moment einfing: Der gesamte Stolz schien in perfektem Gleichklang zu sagen: „Nicht schon wieder!“
Alarmsirene
Eine weitere Einsendung, die es unter die Gewinner der lustigsten Wildtierfotos 2025 geschafft hat, ist der Schnappschuss von Annette Kirby. Sie beobachtete im japanischen Hokkaido einen Weißschwanzseeadler, der beim Beschützen seiner Beute sein Talent als nachhaltige Alarmsirene zeigte. „Diese Aufnahme entstand in Japan, wo ich einen Seeadler dabei beobachtete, wie er seinen Fisch in ein Loch legte und ihn beschützte. Dieser Seeadler sah nämlich, wie ein anderer Adler kam und versuchte, ihn zu stehlen.“ So habe es für die Fotografin ausgesehen, als ob er dem anderen Vogel zurufen würde, dass er sofort verschwinden solle. Ob es ihm gelang, den potenziellen Fischräuber zu vertreiben, ist nicht überliefert.
„Bad Hair Day“
Auch wenn es so aussieht: Dieses Eichhörnchen ist nicht etwa so aufgewacht. Es handelt sich um ein sehr beschäftigtes Mutterhörnchen, das gerade seine Jungen von einem Nest in ein anderes bringt. Nachdem sie ihr letztes Baby ins Nest gebracht hatte, streckte sie ihren Kopf heraus, während ihr Schwanz noch herausragte. Fotografin Christy Grinton aus Kanada nutzte den Moment – und landete damit unter den Gewinnern der lustigsten Wildtierfotos 2025.
Weil das Gras, in dem das Eichhörnchen lief, noch nass vom nächtlichen Regen war, war das Fell entsprechend feucht. „Es sah aus, als käme sie gerade aus der Dusche und rannte, um die Tür zu öffnen“, sagte Grinton.
Basstölpel mit Sturmfrisur
Dieses Gewinnerfoto entstand bei einem Besuch der Nikon School, der dazu diente, Vögel der Bempton Cliffs zu fotografieren. Die Klippen an der Ostküste Englands sind als Brutplatz für Tölpel, Tordalken und Papageientaucher bekannt. An diesem Tag wehte ein ungewöhnlich starker Landwind, der die Starts und Landungen der Tölpel dynamischer machte als sonst, wie Fotografin Alison Tuck berichtet. Beim Sammeln von Nistgras an einer Stelle auf der Klippenspitze blies der Wind das Gras direkt in das Gesicht eines Basstölpels, was das Abheben und die Richtungsfindung noch schwieriger machte. Daher gab sie ihrem Bild den Titel „In welcher Richtung ist mein Nest?“
Unser ganz persönlicher Favorit: Raucherpause
Diese Einsendung aus Deutschland hatte es unter die Finalisten geschafft, aber letztendlich keinen Preis erhalten. Das Bild hat in der Redaktion aber für so viele Lacher gesorgt, dass wir es ehrenhalber würdigen möchten. Es stammt von Lars Beygang aus Neumarkt in Bayern. Er war an einem kalten Morgen draußen und machte Fotos an einem örtlichen Teich. „Die Temperaturen machten den Atem gegen die Sonne gut sichtbar“, erzählt er. „Ich bemerkte einen lauten Ruf von einem Gartenzaun in der Nähe, wo diese männliche Stockente einige Male rief. Es sieht wirklich so aus, als würde er draußen in seinem Garten eine Zigarette rauchen, weil drinnen nicht geraucht werden darf.“