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„SyrosCats“ in Griechenland

Auf Syros leben und Katzen helfen? So funktioniert das Freiwilligenprojekt

Streuner Katze auf der griechischen Insel Syros
Auf der griechischen Insel Syros leben viele Straßenkatzen. Die Organisation „Syros Cats“ bietet jedem Helfer eine kostenlose Unterkunft für mindestens einen Monat. Foto: Getty Images/Aleksandra Tokarz
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Nicolas Kaufmann

13. Januar 2026, 17:06 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Sie lieben Katzen und das Leben am Mittelmeer? Dann könnte „Syros Cats“ etwas für Sie sein. Das außergewöhnliche Freiwilligenprojekt auf der Kykladeninsel Syros ermöglicht es Teilnehmern, länger in Griechenland zu leben. Denn für tatkräftige Hilfe für streunende Katzen gibt es eine kostenfreie Unterkunft. Doch der Alltag ist anspruchsvoller, als er zunächst klingt – und verlangt echtes Engagement.

Tierschutz gegen Unterkunft: Leben und arbeiten auf Syros

Die griechische Tierschutzorganisation „Syros Cats“ bietet Freiwilligen die Möglichkeit, für mindestens einen Monat auf Syros zu leben – ohne Miete, aber mit Verantwortung. Im Gegenzug zur Versorgung streunender und geretteter Katzen stellt die Organisation eine kostenlose Unterkunft samt Frühstück zur Verfügung. Die Anreise und weitere Verpflegung müssen selbst getragen werden, wie auch TRAVELBOOK erklärt.

Der Einsatz umfasst die Pflege von Katzen im Tierheim und die Betreuung frei lebender Katzen. Tägliche Aufgaben beinhalten Füttern, medizinische Versorgung, Reinigen von Räumen und Katzentoiletten sowie engen Kontakt mit den Tieren. Besonders wichtig sei die Zuwendung: „Kuscheln Sie so viel wie möglich mit Katzen!“, so die Organisation.

Die Helfer arbeiten an fünf Tagen pro Woche im Schichtdienst, jeweils fünf Stunden pro Tag. Sie wohnen gemeinsam in einem Haus, haben jeweils ein eigenes Schlafzimmer, während sie sich Küche und Bad teilen. Meist leben vier Freiwillige aus unterschiedlichen Ländern zusammen.

Herausforderung: Tausende streunende Katzen auf Syros

Die Zahl der streunenden Katzen auf der Insel ist hoch – Schätzungen zufolge leben rund 3000 Tiere auf Syros. „Die Sterilisationen sind gering und die Anzahl der Vierbeiner nimmt ständig zu“, erklärte der örtliche Tierarzt Manolis Vorrisis gegenüber dem staatlichen Fernsehsender ERT. Die meisten Helferinnen und Helfer kommen demnach aus Schweden.

Da viele Einheimische sich Kastrationen nicht leisten können, setzt „Syros Cats“ einen klaren Schwerpunkt: Streunende Katzen werden eingefangen, kastriert, medizinisch untersucht und anschließend wieder freigelassen. Der Eingriff ist durch das Fehlen der Ohrspitze erkennbar. Nach eigenen Angaben hat die Organisation bereits mehr als 800 Tiere auf diese Weise behandelt.

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Pflege, Patenschaft und Adoption

Neben Kastrationen kümmert sich „Syros Cats“ um Fütterung, Medikamente und tierärztliche Betreuung. Derzeit leben rund 65 Katzen in der Obhut der Organisation – darunter auch ältere, verletzte und kranke Tiere. Für deren Versorgung sind Spenden, Patenschaften und Adoptionen essenziell.

Interessierte können entweder eine konkrete Katze auswählen oder eine allgemeine Patenschaft übernehmen. Bei Adoptionen innerhalb Europas wird eine Mindestspende von 300 Euro erbeten, bei Selbstabholung 150 Euro. Voraussetzung ist ein ausgefüllter Fragebogen sowie die Einhaltung der Bestimmungen: Katzen dürfen erst ab vier Monaten reisen und müssen von der adoptierenden Person oder einem Vertreter begleitet werden.

Voraussetzungen für Freiwillige

Nicht nur Tierärzt:innen oder Wildtierpfleger:innen sind gefragt. Auch tierliebe Menschen ohne Vorerfahrung können sich bewerben – vorausgesetzt, sie sind verantwortungsbewusst, fit, gesund und selbstständig. „Syros Cats“ bevorzugt Bewerberinnen und Bewerber ab 25 Jahren. Kinder oder eigene Haustiere können nicht mitgebracht werden. Falls keine europäische Krankenversicherung besteht, empfiehlt die Organisation den Abschluss einer Reiseversicherung.

Die Bewerbung erfolgt über das Onlineformular der Organisation. Besonders gesucht werden zuverlässige Helfer mit Ausdauer und Geduld. Die Bewerbungsphase für das Jahr 2026 ist bereits abgeschlossen, doch neue Bewerbungsrunden werden regelmäßig über soziale Medien angekündigt.

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Leben auf Syros: Inselalltag statt Urlaubsflair

Das Projekt ermöglicht nicht nur tierisches Engagement, sondern auch einen längerfristigen Aufenthalt in Griechenland – ein attraktives Angebot angesichts steigender Mietpreise. Syros, mit der Hauptstadt Ermoupoli, bietet dabei eine ruhige Alternative zu touristischen Hotspots wie Mykonos oder Santorin.

Trotzdem kommt das Inselleben nicht zu kurz: Lokale Spezialitäten wie Loukoumi, schöne Strände, neoklassizistische Architektur und Sehenswürdigkeiten wie das Apollon-Theater oder das Archäologische Museum prägen das Bild der Insel. Die rund 12.000 Einwohner sorgen selbst in der Nebensaison für lebendiges Flair.

Syros ist per Fähre und über einen kleinen Flughafen erreichbar und laut dem Tourismusportal „Discover Greece“ besonders für digitale Nomaden geeignet. Die Inselhauptstadt bietet stabiles Internet, coworking-freundliche Cafés sowie ein kulturelles Angebot, das ganzjährig verfügbar ist – ideal für Freiwillige, die nebenbei ortsunabhängig arbeiten möchten.

Einsatz mit Schattenseiten: Das Leid der Straßentiere

Trotz aller Bemühungen bleibt die Realität für viele Katzen auf Syros hart. Sie leben an Müllplätzen, auf Brachflächen oder in verlassenen Gebäuden. Krankheiten, Parasiten, Misshandlungen und Hunger sind weit verbreitet. Auf der Webseite von „SyrosCats“ heißt es: „Diejenigen, die von Autos überfahren werden, haben noch Glück; viele andere erleiden einen langsamen, qualvollen Tod an ihren Verletzungen.“

Rund 100 Freiwillige leisten jährlich Hilfe auf der Insel, durchschnittlich sieben pro Monat. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und den Alltag der Tiere aktiv zu verbessern, findet auf Syros nicht nur eine sinnvolle Aufgabe, sondern auch die Möglichkeit, ein alternatives Leben auf einer griechischen Insel kennenzulernen.

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