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Zahlen steigen wieder

Über 850 Hunde und Katzen zu Silvester in Deutschland entlaufen

Collage aus Feuerwerk und schwarzem Labrador
Zwischen den Jahren entlaufen in Deutschland besonders viele Hunde und Katzen Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

7. Januar 2026, 14:10 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Jahreswechsel ist für viele Menschen ein Anlass zum Feiern – doch für Haustiere bedeutet er häufig Stress und Angst. Auch zum Übergang von 2025 auf 2026 zeigt sich erneut eine traurige Bilanz: Über 850 Hunde und Katzen sind laut dem Haustierregister Tasso in der Silvesternacht und an Neujahr entlaufen – deutlich mehr als die Jahre zuvor.

Angst vor Böllern lässt viele Haustiere flüchten

Während Raketen und Böller vielerorts die Nacht erhellen, sorgt der ohrenbetäubende Lärm bei Tieren oft für Panik. Das führt dazu, dass viele von ihnen fliehen – teils aus der eigenen Wohnung, teils während eines Spaziergangs. Schon ein unerwarteter Knall reicht aus, um etwa einen Hund so zu erschrecken, dass er sich losreißt und davonläuft. Obwohl Tierärzte und Trainer jedes Jahr im Vorfeld auf diese Gefahr hinweisen, unterschätzen viele Halter weiterhin das Risiko.

So gingen auch zum Jahreswechsel von 2025 auf 2026 insgesamt 883 Hunde und Katzen verloren – deutlich mehr als im Jahr zuvor (823 Hunde und Katzen). Vor allem die Zahl der Katzen stieg hierbei um knapp 30 Prozent zum Vorjahr an. Damit übersteigt die Zahl der entlaufenen Katzen erstmals die der Hunde. Denn eigentlich liegt diese meist deutlich niedriger. So registrierte Tasso an Silvester und Neujahr 2024/25 395 entlaufene Katzen und 428 Hunde.

Seit Langem mehr Katzen als Hunde entlaufen

Es ist tatsächlich so, dass an Silvester die Zahl der Katzen seit Langem mal die Zahl der entlaufenen Hunde übersteigt, wie Tasso-Pressesprecherin Lisa Frankenberger PETBOOK auf Nachfrage erklärt. Daraus könne man aber nicht ablesen, dass Silvester für Katzen belastender ist bzw. dass das Thema entlaufene Katzen größer ist.

Im Gegenteil, führt Frankenberger aus. Wenn man die Zahlen in Relation zum „Normalen“ setzte, entlaufen Katzen rund um den Jahreswechsel nicht mehr als an anderen Tagen, manchmal sogar rechnerisch ein bisschen weniger. 

Nicht mehr Katzen entlaufen als an anderen Tagen

Sie erläutert das anhand der konkreten Zahlen für 2025: In dem Jahr sind mehr als 93.500 Katzen entlaufen. Im Schnitt sind das 256 Tiere pro Tag. Wenn nun an den beiden Tagen des Jahreswechsels 507 Katzen entlaufen sind, bedeutet das einen Schnitt von 254 pro Tag, was ziemlich genau dem täglichen Durchschnitt entspricht.

Zum Jahreswechsel entlaufen also rechnerisch nicht mehr Katzen als an einem durchschnittlichen Tag. Diese Beobachtung deckt sich auch mit unseren Erfahrungen der Vorjahre. Das liegt daran, 

  • dass in den Wintermonaten grundsätzlich weniger Katzen vermisst gemeldet werden (der Schwerpunkt bei entlaufenen Katzen liegt sehr deutlich (!) in den Sommermonaten, wodurch der Schnitt in die Höhe getrieben wird)
  • dass Katzen oft erst einige Tage später vermisst gemeldet werden (und daher aus unserer Statistik fallen)
  • dass sie sich oft verstecken und einige Tage später zurückkehren
  • und glücklicherweise auch ganz sicher daran, dass viele verantwortungsvolle Tierhalter ihre Katzen frühzeitig nicht mehr hinauslassen, um ein Verschwinden zu verhindern.

Zahl der entlaufenen Hunde zum Jahreswechsel deutlich höher

Vor allem Hunde sind rund um den Jahreswechsel gefährdet. Auch wenn die absolute Zahl der entlaufenen Hunde an diesem Jahreswechsel etwas niedriger sein sollte als in den Vorjahren, hieße das nicht, dass Silvester weniger Hunde entlaufen seien als früher, wie Frankenberger betont. Vielmehr sei es so, dass im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 insgesamt weniger Hunde entlaufen seien, insgesamt seien es 26 400 Tiere im Jahr 2025 (28 700 im Jahr 2024). „Deswegen rechnen wir immer den Schnitt aus und vergleichen diesen, um eine Aussagekraft zu erhalten.“

Im Schnitt sind im Jahr 2025 in Deutschland 72 Hunde pro Tag entlaufen. An Silvester und Neujahr entlaufen somit mehr als zweieinhalbmal so viele Hunde wie an einem durchschnittlichen Tag. Das entspreche der Größenordnung der Vorjahre, so die Pressesprecherin.

Auch interessant: Wie ein Gehörschutz Angsthunden zu Silvester helfen kann

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Viele Tiere kehren zurück

Dank der Registrierung können viele Tiere ihrem Besitzer zugeordnet werden, wenn sie gefunden werden. So konnten zwischen Januar und Dezember 2025 mehr als 23 400 Hunde zu ihren Haltern zurückkehren. Bei den Katzen verzeichnet Tasso etwa 73 200 erfolgreiche Rückvermittlungen, darunter auch Tiere, die seit mehreren Jahren von ihren Menschen schmerzlich vermisst worden sind.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Rückvermittlung sei, dass die Daten stets aktuell zu halten und im Ernstfall erreichbar zu bleiben, wie das Tierregister in seiner Pressemitteilung hinweist.

Die Zahlen im Überblick

Zahl der registrierten, als vermisst gemeldeten sowie zurückvermittelten Tiere im Jahr 2025 (Zahlen beziehen sich ausschließlich auf die bei Tasso gemeldeten Tiere):

  • Vermisste Hunde: 26 400
  • Vermisste Katzen: 93 500
  • Zurückvermittelte Hunde: 23 400
  • Zurückvermittelte Katzen: 73 200
  • Neuregistrierungen Hunde und Katzen: etwa 710 000
  • Tierhalter insgesamt: 7,9 Mio.

Zum Jahreswechsel (Silvester und Neujahr) 2025/26 gab es:

  • 376 entlaufene Hunde
  • 507 entlaufene Katzen

In den Jahren zuvor waren es

  • 2024/25: 428 Hunde, 395 Katzen
  • 2023/24: 457 Hunde, 423 Katzen
  • 2022/23: 667 Hunde, 500 Katzen
  • 2021/22: mehr als 450 entlaufene Hunde

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