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Verleihung in Berlin

Die Gewinner des Deutschen Tierschutzpreises 2025

Die Gewinner, Organisatoren und Laudatoren des Tierschutzpreises 2025 in Berlin
Die Gewinner, Organisatoren und Laudatoren des Tierschutzpreises 2025 in Berlin Foto: Deutscher Tierschutzbund
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

1. Dezember 2025, 12:01 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Mit dem Deutschen Tierschutzpreis werden auch 2025 Menschen ausgezeichnet, die sich für Mitgeschöpfe engagieren, die sonst keine Stimme hätten. Auch in diesem Jahr würdigte der Deutsche Tierschutzbund Persönlichkeiten, die viel Zeit, Energie und Herzblut investieren und deren Einsatz Tieren eine echte Perspektive gibt. PETBOOK war bei der Gala im Berliner Humboldt Carré vor Ort und stellt die Preisträgerinnen und Preisträger vor.

Feierlicher Auftakt – mit klaren Worten an die Politik

Bereits zum 21. Mal wurde der Deutsche Tierschutzpreis verliehen – eine inzwischen etablierte Auszeichnung in der deutschen Tierschutzlandschaft. Der Abend begann mit feierlichen, aber ebenso mahnenden Worten von Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Er hob hervor, wie unverzichtbar persönliches Engagement sei und wie sehr die Preisträger Hoffnung geben. Gleichzeitig warnte er davor, dass Ehrenamt allein strukturelle Probleme nicht lösen könne und es dringend politischen Rückhalt brauche.

Auch die Bundestierschutzbeauftragte Silvia Breher richtete sich an das Publikum. Sie betonte, wie viel Mut und Ausdauer die prämierten Projekte erforderten. Breher unterstrich, dass die ausgezeichneten Tierschützer eine wichtige Rolle für den praktischen Tierschutz in Deutschland spielen. Oft gingen sie weit über ihre eigenen Belastungsgrenzen hinaus.

Moderatorin Nina Eichinger führte souverän und warmherzig durch das Programm. Unterstützt wurde das Event von den Marken Whiskas und Pedigree, die die Preisgelder in Höhe von insgesamt 18.000 Euro stiften.

Mirjam Cordt gewinnt den Deutschen Tierschutzpreis 2025

Mirjam Cordt erhielt den Deutschen Tierschutzpreis 2025. Die Gründerin von „Hilfe für Herdenschutzhunde“ wurde für ihr jahrzehntelanges Engagement für alte, kranke und traumatisierte Herdenschutzhunde ausgezeichnet.
Mirjam Cordt erhielt den Deutschen Tierschutzpreis 2025. Die Gründerin von „Hilfe für Herdenschutzhunde“ wurde für ihr jahrzehntelanges Engagement für alte, kranke und traumatisierte Herdenschutzhunde ausgezeichnet. Foto: Deutscher Tierschutzbund/Yves Sucksdorff

Der Hauptpreis des Deutschen Tierschutzpreises 2025 ging an Mirjam Cordt, Hundeverhaltensexpertin und Gründerin des Vereins „Hilfe für Herdenschutzhunde“. Seit Jahrzehnten widmet sie sich alten, kranken und traumatisierten Herdenschutzhunden – Tieren, die häufig missverstanden und in Tierheimen kaum vermittelbar sind. Cordt beschrieb auf der Bühne, wie sie 1997 durch eine große Beschlagnahmung auf die Hunderassen aufmerksam wurde und warum sie heute für gewaltfreie, souveräne Arbeit mit diesen sensiblen Tieren einsteht.

Cordt warnte davor, Herdenschutzhunde pauschal als gefährlich einzustufen. Sie appellierte an alle Hundehalterhalter, sensibel mit diesen besonderen Tieren umzugehen: „Wenn wir Gewalt vorleben, gibt es Gewalt zurück. Wenn wir Ruhe vorleben, können sie entspannen.“ Das Preisgeld von 6000 Euro soll direkt in die Versorgung der Tiere fließen.

Publikumspreis geht an die Initiative „Wir retten Rehkitze e. V.“

Martina Zander, Vorsitzende von „Wir retten Rehkitze e. V.“, freut sich über den Publikumspreis 2025. Der Verein rettet mit Drohnen jedes Jahr hunderte Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod.
Martina Zander, Vorsitzende von „Wir retten Rehkitze e. V.“, freut sich über den Publikumspreis 2025. Der Verein rettet mit Drohnen jedes Jahr hunderte Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod. Foto: Deutscher Tierschutzbund/Yves Sucksdorff

Der Publikumspreis 2025, durch ein Online-Voting bestimmt, ging an den Verein „Wir retten Rehkitze e. V.“ und seine Vorsitzende Martina Zander. Verliehen wurde er von Dr. Karim Montasser, auch als „Der YouTubeTierarzt“ bekannt. Montasser hob hervor, wie wichtig diese oft unsichtbare Arbeit im Morgengrauen sei. Er stehe stellvertretend für den „nicht verhandelbaren praktischen Tierschutz“, den viele kleine Initiativen täglich leisten. Zander schilderte, dass alles mit einem Facebook-Aufruf begann: „Ich habe gemerkt, das ist genau das Richtige – ich wollte nicht nur spenden, ich wollte anpacken.“

Heute ist der Verein ein professionelles und hoch engagiertes Netzwerk. Jedes Jahr bewahrt er hunderte Rehkitze und andere Wildtiere vor dem Mähtod. Mit inzwischen bis zu 16 Drohnen koordiniert das Team Rettungseinsätze oft schon in den frühen Morgenstunden. Neben Rehkitzen werden auch Bodenbrüter, Hasen und Igel aufgefunden und vor landwirtschaftlichen Maschinen gesichert. Die Arbeit sei extrem zeitintensiv und kostspielig, wie Zander ausführt. Daher wird das Preisgeld von 3000 Euro unmittelbar in neue Technik und Ausrüstung fließen.

Lebenswerkpreis für Dr. Christiane Haupt für den Schutz von Mauerseglern

Dr. Christiane Haupt wird für ihr Lebenswerk geehrt. Die Tierärztin hat in fast drei Jahrzehnten über 18.000 verletzte und geschwächte Mauersegler versorgt und eine einzigartige Fachklinik aufgebaut.
Dr. Christiane Haupt wird für ihr Lebenswerk geehrt. Die Tierärztin hat in fast drei Jahrzehnten über 18.000 verletzte und geschwächte Mauersegler versorgt und eine einzigartige Fachklinik aufgebaut. Foto: Deutscher Tierschutzbund/Yves Sucksdorff

In der Kategorie Lebenswerk wurde die Tierärztin Dr. Christiane Haupt ausgezeichnet. Sie setzt sich seit fast drei Jahrzehnten für verletzte und geschwächte Mauersegler ein und versorgt die Tiere. Laudator Christian Ehrlich würdigte Haupt als seltene Expertin, die selbst schwerbeschädigte Flügel rekonstruiert und damit unzähligen Vögeln die Rückkehr in den Himmel ermöglicht: „Sie haben eine Institution geschaffen, die Maßstäbe setzt – und Hoffnung inmitten des größten Artensterbens unserer Zeit.“

In ihrer Rede warnte Haupt eindringlich vor dem Rückgang der Art und kritisierte Bauarbeiten, die immer wieder Nistplätze zerstören. Sie stellte klar, dass Wildtierpflegestellen dringend staatliche Unterstützung benötigen, gerade weil die Tiere häufig rund um die Uhr gepflegt werden müssen. Die von ihr mitentwickelten „Villa Apus“-Nistkästen könnten künftig helfen, neue Brutplätze zu schaffen – ein Hoffnungsschimmer in zunehmend urbanisierten Umgebungen.

Erstmals Nachwuchspreis verliehen

Der 18-jährige Nils Tetzlaff erhält den Nachwuchspreis des Deutschen Tierschutzpreises 2025. Er engagiert sich seit Jahren leidenschaftlich im Tierheim, in der Wildtierhilfe und in Umweltprojekten.
Der 18-jährige Nils Tetzlaff erhält den Nachwuchspreis des Deutschen Tierschutzpreises 2025. Er engagiert sich seit Jahren leidenschaftlich im Tierheim, in der Wildtierhilfe und in Umweltprojekten. Foto: Deutscher Tierschutzbund/Yves Sucksdorff

Zum ersten Mal in der Geschichte des Deutschen Tierschutzpreises gab es die Kategorie „Nachwuchs“. Der Nachwuchspreis 2025 ging an den 18-jährigen Nils Tetzlaff. Laudatorin Kate Kitchenham würdigte ihn als Vertreter einer jungen Generation, „der wir die Probleme vor die Füße gelegt haben“, die aber trotzdem nicht resigniert, sondern handelt. Seit 2019 ist Nils Tetzlaff mit Konsequenz und Kreativität im Tier- und Wildtierschutz aktiv. Er initiierte Spendenaktionen, unterstützte Kastrationsprojekte, betreute Tierheimkatzen, kümmerte sich während der Corona-Zeit um geschwächte Stadttauben und setzte sich für den Ausbau artgerechter Tierheimstrukturen ein.

Ein besonders sichtbares Projekt ist ein neuer Hundeauslaufzaun, dessen Finanzierung er noch vor seinem Auslandsjahr organisierte. Seine Botschaft an andere junge Menschen, einfach anzufangen und kleine Schritte zu gehen, zog sich wie ein Leitmotiv durch seine Dankesworte. Das Preisgeld von 3000 Euro soll weitere Ideen und Projekte ermöglichen.

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Hannes Jaenicke erhält „Stimme der Tiere“ und fordert Umwelt- und Tierschutzbildung ab der ersten Klasse

Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke wurde mit dem Preis „Stimme der Tiere“ ausgezeichnet. Seine Filme machen seit fast zwei Jahrzehnten Missstände im Umgang mit Tieren und Natur sichtbar.
Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke wurde mit dem Preis „Stimme der Tiere“ ausgezeichnet. Seine Filme machen seit fast zwei Jahrzehnten Missstände im Umgang mit Tieren und Natur sichtbar. Foto: Deutscher Tierschutzbund/Yves Sucksdorff

In der Kategorie „Stimme der Tiere“ wurde Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke ausgezeichnet. Seit fast zwei Jahrzehnten nutzt er seine Bekanntheit, um Missstände sichtbar zu machen, die vielen Menschen verborgen bleiben – ob in Regenwäldern, Schlachthöfen, Ozeanen oder auf illegalen Tiermärkten.

In seinem Gespräch auf der Bühne erzählte Jaenicke, dass ihn besonders ein Orang-Utan-Baby geprägt habe, das für wenige Euro auf einem Markt verkauft und wie ein Wegwerfprodukt behandelt wurde: „Das Bild hat sich eingebrannt – es steht sinnbildlich dafür, was der Mensch der Natur antut.“ Gleichzeitig betonte er, wie schwierig der Balanceakt zwischen schonungsloser Wahrheit und Überforderung des Publikums sei.

Für echten Wandel brauche es seiner Ansicht nach vor allem zweierlei: verpflichtende Umwelt- und Tierschutzbildung ab der ersten Klasse – und schlicht die Einhaltung des bestehenden Tierschutzgesetzes. Sein Preisgeld von 3000 Euro spendet Jaenicke an ein Wiederaufforstungsprojekt auf Borneo, das gerettete Orang-Utans auswildert und bedrohten Primärwald vor der Umwandlung in Plantagen bewahrt.

Die Preisträger des Deutschen Tierschutzpreises 2025 im Überblick

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