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Am 4. Oktober

KI gibt Tierheimtieren eine Stimme – Hotline „Call a Pet“ startet zum Welttierschutztag

Kater Simon im Tierheim Mölln ist eins der Tiere, die man bei der neuen KI-Hotline „Call a Pet“ kennenlernen kann
Kater Simon im Tierheim Mölln ist eins der Tiere, die man bei der neuen KI-Hotline „Call a Pet“ kennenlernen kann Foto: Deutscher Tierschutzbund | TSV Mölln
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

2. Oktober 2025, 14:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer schon einmal vor der Entscheidung stand, einen Hund oder eine Katze aus dem Tierheim aufzunehmen, weiß: Oft zählt auf den ersten Blick nur das Äußere. Doch ob Tier und Mensch wirklich zueinanderpassen, zeigt sich erst im Alltag – und endet nicht selten mit einer Rückgabe ins ohnehin überfüllte Tierheim. Die neue Aktion „Call a Pet“ des Deutschen Tierschutzbundes will dies anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober ändern.

Tiere sprechen am Telefon selbst mit Interessierten

Mit Unterstützung der Agentur Philipp und Keuntje hat der Deutsche Tierschutzbund die Hotline „Call a Pet“ ins Leben gerufen. Sie startet offiziell am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, und soll Tierheimtieren helfen, ein dauerhaftes Zuhause zu finden. Hinter der Idee steckt Künstliche Intelligenz, die es ermöglicht, dass die Tiere selbst über ihr Wesen, ihre Vorlieben und Eigenheiten sprechen sollen. So entscheiden nicht das Fell oder die Augen, sondern die Persönlichkeit.

„Schönes Fell, große Augen, niedlicher Blick – oft ist das Aussehen entscheidend dafür, dass sich Menschen für ein bestimmtes Tier entscheiden. Dabei verrät das Aussehen nichts darüber, ob ein Tier zum Beispiel anhänglich, ängstlich oder temperamentvoll ist“, erklärt Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Laut einer aktuellen Umfrage sei das Aussehen für viele Menschen noch immer das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Haustiers – mit teils gravierenden Folgen für die Tierheime.

„Wenn KI uns Möglichkeit gibt, Tiere besser kennenzulernen und den Tierheimen den Vermittlungs- und Adoptionsprozess zu erleichtern, wäre das eine große Hilfe”, so Schmitz.

Direkter Austausch mit Hund und Kater

Über die Hotline treten Interessierte direkt in den Dialog mit ausgewählten Tieren – darunter die Hunde Hector und Joker sowie der Kater Simon. Die KI nutzt dabei Charakterprofile, die Mitarbeiter des Tierheims Mölln erstellt haben. Antworten der Anrufenden werden mit festgelegten Parametern abgeglichen, um festzustellen, ob Mensch und Tier zusammenpassen. Erst, wenn dies der Fall ist, kommt es zu einem Treffen im Tierheim.

Hector im Tierheim Mölln
Hector gehört als Rottweiler einer Rasse an, die in manchen Bundesländern als gefährlich eingestuft wird. Lernt man ihn per KI kennen, geht es um den Charakter, nicht um die der Rasse pauschal zugeschriebenen Eigenschaften. Foto: Deutscher Tierschutzbund | TSV Mölln

„‚Call a Pet‘ ist keine technische Spielerei“, betont Lukas Bausch, KI-Spezialist, der die technische Umsetzung verantwortet. „KI wird hier zum Sprachrohr der Tiere und zeigt, wie Technologie helfen kann, echte Probleme zu lösen.“

Mehr zum Thema

Persönliche Profile der Tiere und Telefonnummern von „Call a Pet“

  • Hector: großer, kräftiger Hund, verspielt, verschmust und loyal, aber neuen Menschen gegenüber zunächst zurückhaltend.
    Tel.: +49 40 74302822
  • Simon: der „Sheriff vom Tierheim“, ein wachsamer siebenjähriger Kater, der klar zeigt, wen er mag – und wen nicht.
    Tel.: +49 40 74302489
  • Joker: temperamentvoll und wählerisch, belohnt aber Geduld mit lebenslanger Treue und Zuneigung.
    Tel.: +49 40 74302173

Es fallen die üblichen Gebühren für Anrufe ins Festnetz oder Mobilfunknetz an.

Hier können die Bots auch online getestet werden:

Online-Test und begleitende Kampagne

Neben den Hotlines können die Bots auch online getestet werden. Begleitet wird die Aktion von einer Social-Media-Kampagne sowie der Unterstützung durch Influencerinnen und Influencer. Ab dem 4. Oktober sind weitere Informationen unter www.callapet.de abrufbar. Mehr Informationen über die Arbeit und Projekte des Verbandes gibt es auf der offiziellen Website: www.tierschutzbund.de.

Jedes Jahr am Welttierschutztag richtet sich der Blick weltweit auf ein Thema, das oft in den Hintergrund gerät, aber von zentraler Bedeutung ist: das Wohl unserer tierischen Mitgeschöpfe. Der Aktionstag soll das Leid von Tieren sichtbar machen und das Bewusstsein für ihren Schutz stärken.

Doch warum gerade dieses Datum? Es wurde gewählt, weil es der Gedenktag des heiligen Franz von Assisi ist – bekannt als Schutzpatron der Tiere. Dabei geht es nicht nur um Haustiere, sondern auch um Nutztiere, Wildtiere und Tiere in menschlicher Obhut. Rund um den Globus nutzen Organisationen und Initiativen den Tag, um mit Veranstaltungen, Kampagnen und Aktionen auf Missstände hinzuweisen und bessere Lebensbedingungen für Tiere einzufordern.

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