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Tierische Sprachforschung

Woher kommt das Sprichwort „die Katze im Sack kaufen“?

Haben Sie schon mal etwas gekauft, ohne sich vorher genauer darüber zu informieren?
Haben Sie schon mal etwas gekauft, ohne sich vorher genauer darüber zu informieren? Foto: Getty Images/500px Plus
Redakteurin

23. September 2026, 17:07 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ein Gebrauchtwagen ohne Probefahrt, eine Wohnung nur nach Fotos gemietet oder ein Onlinekauf ohne Kundenbewertungen – schnell fällt dann der Satz, man habe wohl „die Katze im Sack gekauft“. Aber wo hat dieses Sprichwort seinen Ursprung und hat es wirklich etwas mit echten Katzen zu tun? PETBOOK ist der Sache auf den Grund gegangen.

Woher kommt die Redewendung?

Die gängigste Erklärung führt zurück ins Mittelalter auf die Markttage in den Städten. Denn wer dort ein Ferkel, ein Huhn oder einen Hasen kaufen wollte, konnte sich nie sicher sein, ob er auch tatsächlich das bekommt, wofür er bezahlt hatte. Unehrliche Händler steckten dem Käufer gelegentlich heimlich eine streunende Katze in den Sack statt des bezahlten Tieres. Dabei ging es ihnen darum, einen Tausch zu machen, der sich lohnte, denn Katzen waren damals nahezu wertlos.

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Warum ausgerechnet eine Katze?

Dass die Wahl der Betrüger auf Katzen fiel, hatte einen einfachen Grund, denn im Gegensatz zu anderen Tieren lieferten Katzen den Menschen weder Fleisch noch Eier. Allenfalls hatten sie einen Nutzen als Mäusejäger.

Kritiker dieser Theorie geben allerdings zu bedenken, dass sich eine wache, ausgewachsene Katze kaum widerstandslos in einen Sack stecken und stillschweigend durch die Gegend tragen lässt. Sie würde fauchen, kratzen und maunzen, was selbst einem unaufmerksamen Käufer kaum entgangen wäre.

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Die Seefahrer-Theorie

Neben der Markt-Erklärung existiert noch eine ganz andere Herkunftstheorie, die mit Katzen im eigentlichen Sinne nichts zu tun hat. Sie führt auf die Seefahrt aus dem 18. Jahrhundert zurück.

An Bord von Schiffen wurden Matrosen, die sich Fehlverhalten zuschulden kommen ließen, mit einer neunriemigen Peitsche bestraft, die aufgrund ihrer Form „Katze“ genannt wurde. Diese „Katze“ bewahrte der Kapitän in einem Sack auf.1 Wurde sie herausgeholt, bedeutete das für den betroffenen Seemann nichts Gutes.

Offen bleibt bei dieser Theorie allerdings, warum das Herausholen der Peitsche mit dem Lüften eines Geheimnisses in Verbindung gebracht werden sollte, wie es die heutige Bedeutung der Redewendung nahelegt. Das ist auch ein Kritikpunkt, den Sprachforscher gegen diese Erklärung anführen.

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Was die Redewendung heute bedeutet

Unabhängig davon, welche Theorie tatsächlich zutrifft: Die Bedeutung ist über die Jahrhunderte gleich geblieben. Wer „die Katze im Sack kauft“, trifft eine Entscheidung, ohne sich vorher ausreichend informiert zu haben.2

Interessant ist zudem, dass ähnliche Redewendungen auch in anderen Sprachen existieren: Im Englischen spricht man von „a pig in a poke“, im Französischen von „acheter un chat en poche“ und im Niederländischen von „een kat in de zak kopen“. Überall geht es, wie im Deutschen, um denselben angeblichen Marktbetrug.

Quellen

  1. Reader's Digest, „Die Katze aus dem Sack lassen“, (aufgerufen am 22.09.2026)  ↩︎
  2. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache, Katze im Sack“ (aufgerufen am 22.09.2026)  ↩︎

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