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Die „goldene“ Pferderasse – das Kinsky-Pferd

Kinsky-Pferd
Kinsky-Pferde sind eine besonders seltene Pferderasse Foto: Getty Images/Zuzule
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Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

5. Juni 2026, 13:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Golden schimmerndes Fell, sportliches Talent und eine Geschichte voller Höhen und Tiefen: Das Kinsky-Pferd zählt heute zu den seltensten Pferderassen Europas. Dabei galten die Tiere einst als begehrte Jagdpferde des böhmischen Adels. Doch die Rasse stand zeitweise kurz davor, für immer zu verschwinden.

Herkunft

Die Ursprünge des Kinsky-Pferds liegen in Böhmen, dem heutigen Tschechien, wo die Adelsfamilie Kinsky bereits seit Jahrhunderten Pferde züchtete.

Schon im 18. Jahrhundert wurden auf den Gütern der Familie Pferde für militärische und landwirtschaftliche Zwecke gehalten. Eine besondere Vorliebe hatten die Kinskys dabei für helle Falben und Isabellen, die schon damals große Aufmerksamkeit erregten. Den entscheidenden Schritt zur heutigen Rasse machte jedoch Graf Oktavian Kinsky im 19. Jahrhundert. Er wollte ein Pferd schaffen, das schnell, ausdauernd und mutig genug für die damals beliebten Parforcejagden (Hetzjagden zu Pferd) und Hindernisrennen war. Um dieses Ziel zu erreichen, setzte er verstärkt auf englische Vollblüter.

Der Legende nach begann die eigentliche Rassegeschichte mit einer ungewöhnlich gefärbten Stute. Als ein isabellfarbenes Pferd nicht in das damalige Vollblutzuchtbuch aufgenommen werden sollte, entschied sich Graf Kinsky, seine eigene Zuchtlinie aufzubauen. Damit war der Grundstein für die späteren Kinsky-Pferde gelegt.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Tiere zu angesehenen Jagd- und Sportpferden. Sie überzeugten mit Ausdauer, Schnelligkeit und einem ausgeprägten Springvermögen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Zucht jedoch in eine schwere Krise. Durch Enteignungen und die Verstaatlichung vieler Gestüte sank der Bestand drastisch. Zeitweise stand die Rasse sogar kurz vor dem Aussterben.

Heute leben weltweit nur rund 1.000 Kinsky-Pferde, die meisten davon weiterhin in ihrer tschechischen Heimat. Damit zählt die Rasse zu den seltensten Warmblütern Europas.

Aussehen

Kinsky-Pferde fallen vor allem durch ihr außergewöhnliches Fell auf. Viele Tiere tragen eine goldene Fellfarbe, die je nach Sonneneinstrahlung besonders intensiv schimmert. Häufig sind Isabellen und Falben vertreten, daneben kommen aber auch Füchse, Braune, Schimmel oder Rappen vor.

Mit einem Stockmaß von etwa 160 bis 170 Zentimetern gehören Kinsky-Pferde zu den mittelgroßen Warmblütern. Typisch sind der edle Kopf mit großen Augen, ein langer Hals und ein harmonischer, sportlicher Körperbau.

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Charakter & Gemüt

Kinsky-Pferde gelten als aufmerksam, intelligent und leistungsbereit. Gleichzeitig werden sie als angenehm im Umgang beschrieben. Durch ihren Vollblutanteil bringen sie Temperament und Energie mit, gelten heute jedoch als deutlich ausgeglichener als ihre historischen Vorfahren.

Wer sich auf die sensiblen Tiere einlässt und Vertrauen aufbaut, gewinnt einen zuverlässigen Partner für Sport und Freizeit.

Gang & Disziplin

Ursprünglich wurden Kinsky-Pferde für die Jagd gezüchtet. Entsprechend verfügen sie über viel Ausdauer, Schnelligkeit und ein ausgeprägtes Springvermögen.

Besonders erfolgreich sind sie deshalb im Springsport und in der Vielseitigkeit. Hier profitieren sie von ihrer Wendigkeit, ihrem Mut und ihrer Leistungsbereitschaft. Auch in der Dressur können sie überzeugen. Ihre drei Grundgangarten gelten als ausgeglichen, taktsicher und angenehm zu sitzen.

Darüber hinaus werden Kinsky-Pferde gerne als Freizeitpferde eingesetzt. Dank ihres kooperativen Wesens und ihrer Vielseitigkeit fühlen sie sich sowohl auf dem Reitplatz als auch bei Ausritten im Gelände wohl.

Richtige Haltung & Pflege

Wie alle Pferde benötigen auch Kinsky-Pferde ausreichend Bewegung und Kontakt zu Artgenossen. Als soziale Herdentiere profitieren sie von einer Gruppenhaltung mit täglichem Weide- oder Paddockgang.

Regelmäßige Bewegung ist besonders wichtig, da die sportlichen Pferde Beschäftigung und Abwechslung brauchen. Gleichzeitig sollte auf ausreichend Ruhephasen geachtet werden.

Zur täglichen Pflege gehören das gründliche Putzen vor dem Training sowie die regelmäßige Kontrolle von Hufen, Beinen und Gelenken. Das seidige Fell stellt keine besonderen Ansprüche, kommt durch regelmäßige Pflege jedoch besonders schön zur Geltung.

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Ernährung

Die Grundlage der Ernährung sollte hochwertiges Raufutter wie Heu oder Gras bilden. Da Kinsky-Pferde als vergleichsweise leichtfuttrig gelten, sollte Kraftfutter nur entsprechend dem tatsächlichen Energiebedarf gefüttert werden.

Besonders Pferde, die viel trainiert werden, benötigen häufig eine angepasste Versorgung. Im Zweifel sollte die Fütterung gemeinsam mit dem Tierarzt oder einem Futterberater abgestimmt werden.

Anfälligkeiten für bestimmte Krankheiten

Spezifische Erbkrankheiten, die ausschließlich bei Kinsky-Pferden auftreten, sind bislang nicht bekannt. Wie andere Warmblüter können jedoch Erkrankungen des Bewegungsapparates, Stoffwechselprobleme oder Koliken auftreten.

Eine artgerechte Haltung, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Fütterung tragen wesentlich dazu bei, die Gesundheit der Pferde langfristig zu erhalten.

Kinsky-Pferd im Überblick

  • Charakter: intelligent, aufmerksam, leistungsbereit
  • Stockmaß: 160–170 Zentimeter
  • Fellfarbe: häufig Isabell oder Falbe, außerdem Fuchs, Brauner, Schimmel oder Rappe
  • Gang: taktsicher, ausdauernd und schwungvoll
  • Disziplin: Springen, Vielseitigkeit, Dressur, Freizeit
  • Besonderheiten: seltene Pferderasse mit charakteristischem goldschimmerndem Fell

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