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Hundetrainer warnt

5 Dinge, die Sie Ihrem Hund nicht zumuten sollten

Hund liegt auf dem Boden
Egal, wie ruhig und lieb ein Hund ist, einige Situationen können massiv Stress beim Hund auslösen Foto: Getty Images
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10. Juli 2026, 16:56 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Viele Menschen meinen es gut, wenn sie ihren Hund überallhin mitnehmen und ihn auf offener Straße streicheln lassen. Der Hundetrainer Torsten Bencke verrät PETBOOK-Autorin Nina Ponath, warum wahre Tierliebe manchmal bedeutet, Grenzen zu setzen – nicht nur dem Hund, sondern auch anderen Menschen. 

5 Situationen, die Ihr Hund mitmacht, obwohl sie nicht artgerecht sind 

„Sie können ihn ruhig streicheln, der ist ganz lieb!“ – kennen Sie diesen Satz? Ich persönlich finde diesen Satz furchtbar und das, obwohl ich zwei wirklich über die Maßen freundliche Hunde habe, die sich potenziell von jedem anfassen lassen. Das müssen sie aber nicht, denn nur, weil Hunde etwas mit sich machen lassen würden, heißt das für mich noch lange nicht, dass man es ihnen abverlangen sollte.  

Ja, meine Hunde würden wahrscheinlich problemlos auf jede Party mitgehen und sich geduldig durch Menschenmengen schieben lassen. Beides müssen sie aber nicht, denn nur weil Rudi und Pippa freundlich sind, bedeutet das für mich nicht, dass sie von jedem angefasst werden möchten oder dass jede Situation für sie auch wirklich angenehm ist. 

Mein Hundetrainer Torsten Bencke sieht das ähnlich. Mit ihm habe ich darüber gesprochen, was wir unseren Hunden zumuten können und warum ein „Der ist so lieb“ keine Freikarte für grenzenlose Zumutungen ist. 

„Viele Hundehalter erzählen ja stolz, dass ihr Hund ‚immer bei ihnen‘ ist“, sagt Torsten. „Das klingt zwar erst mal schön, aber die Frage ist letztlich, ob das wirklich immer artgerecht ist.“ Die folgenden fünf Dinge sollten Sie lieber vermeiden oder zumindest überdenken: 

1. Das „Fest-Syndrom“: Menschenmengen und Lärm 

Es gibt Hunde, die auf jeder Party mitfeiern. Und ja: Auch Rudi war früher, als ich Mitte 20 war und er noch ganz jung, auf so mancher Feier dabei. Meistens war er dort der fröhlich wedelnde Mittelpunkt und es hat ihm nicht sichtlich geschadet. Heute würde ich es trotzdem nicht mehr machen. Hunde mögen keine großen Menschenmengen – auch dann nicht, wenn man es ihnen nicht anmerkt. 

„Am Ende ist die Frage immer: Was ist artgerechte Haltung und was nicht?“, sagt Torsten Bencke. „Ist es artgerecht, den Hund mit auf ein Stadtfest zu nehmen? Auf den Hamburger Dom? Nein.“ Alles, was mit extremer Lautstärke und Enge zu tun hat, ist für den Experten tabu. „Oft höre ich von Kunden: ‚Ich war den ganzen Tag auf dem Straßenfest und ich weiß gar nicht, warum mein Hund heute so müde ist.‘ Die Antwort ist simpel: Er ist nicht müde, er ist erschöpft. Und er hat die ganze Zeit nur funktioniert, statt sich wohlzufühlen.“

2. Die Falle des „Garten-Ersatz-Spaziergangs“ 

„Das Dümmste, was man in der Erziehung machen kann, ist zu glauben, man könne sich den Spaziergang sparen, weil man einen Garten hat“, warnt Bencke. Ein Garten ist zwar super, aber ohne Struktur und Begleitung bringen sich unsere Vierbeiner dort vor allem eins bei: Quatsch. „Der Garten bietet keine echte Auslastung. Schnell kann sich ein unkontrollierter Jagdtrieb entwickeln, weil der Hund Außenreizen wie Schmetterlingen oder Vögeln in Eigenregie nachjagt“, erklärt Bencke. Ein Garten ist kein geeigneter Ersatz für den gemeinsamen Weg in die Welt – auch dann nicht, wenn Ihr Hund den Ersatz genügsam annimmt. 

3. Zwangskontakt: Wenn „lieb sein“ zur Pflicht wird 

„Kein Hund dieser Welt mag Reizüberflutung, Enge und erzwungenen Kontakt“, erklärt Bencke. Wenn wir Fremden erlauben, unseren Hund ungefragt zu streicheln, nur weil er „lieb“ ist, nehmen wir ihm die Souveränität. Ein Hund sollte selbst entscheiden dürfen, wer in seine Komfortzone tritt und auf wen er zugehen will. Ich beantworte die Frage „Darf ich den mal streicheln?“ deshalb grundsätzlich mit „Nein“. Wollen meine Hunde gestreichelt werden, zeigen sie das schon. Und wenn sich Ihr Hund wegduckt oder den Kopf abwendet, ist das ein eindeutiges „Nein“, das Sie respektieren müssen – auch wenn der Hund sonst ein Menschenfreund ist. 

4. Orte mit fehlender Rückzugsmöglichkeit 

Ob im Restaurant, auf der Party oder bei Freunden: Hunde brauchen die Option, die Situation zu verlassen. Wenn wir sie an Orte mitnehmen, an denen sie stundenlang unter dem Tisch festkleben müssen, obwohl sie den Trubel nicht verarbeiten können, riskieren wir, dass die Zündschnur irgendwann reißt. Eine Bekannte hatte einen sehr lieben Hund, der auf einer Feier unter dem Tisch eine Person gebissen hat – nicht aus Bosheit, sondern aus purem Erschrecken und Überforderung. 

5. Nicht jeder Hund muss mit ins Büro 

Es gibt Hunde, die ihr Territorium oder ihren Halter sehr stark beschützen und in einem trubeligen Büroalltag massiv gestresst sind. „Das ist oft rassespezifisch und bedeutet für Hund und Halter dann oft reinen Stress“, warnt Torsten Bencke.

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