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Empfindliche Nager

Warum Wärme für Hamster im Winter lebensnotwendig ist

Hamster in hoher Einstreu vor dem Winter
Wenn der Winter vor der Tür steht, brauchen Hamster viel Nistmaterial, damit es in ihrem Heim warm bleibt Foto: GettyImages / TETU
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

13. Dezember 2025, 16:26 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Sie sind beliebte Heimtiere und begleiten viele Menschen durch den Alltag – doch wenn draußen die Temperaturen sinken, beginnt für Hamster eine gefährliche Jahreszeit. Warum ein kühler Standort im Haus für die kleinen Nager schnell zum Risiko werden kann und welche Maßnahmen Halter im Winter treffen sollten, zeigt ein Blick auf ihre Herkunft und Bedürfnisse.

Wärmebedarf durch Herkunft erklärt

Goldhamster stammen ursprünglich aus den trockenen, warmen Gebieten Syriens. Entsprechend sind auch ihre in Deutschland lebenden Nachkommen auf gleichmäßige Temperaturen angewiesen. Optimal sind laut Experten Bedingungen zwischen 20 und 22 Grad Celsius.

„Gerade im Winter ist es wichtig, dass die Kleintiere keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind“, erklärt Dr. Maximilian Reuschel, Leiter der Abteilung Heimtiere an der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, gegenüber dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH).

„Auch wenn wir Menschen unterwegs zur Arbeit sind oder nachts schlafen, sollte die Temperatur beibehalten werden. Zu kalte oder zugige Standorte können Atemwegsinfektionen oder andere Erkrankungen begünstigen.“

Unterschiede zwischen den Hamsterarten

Während Goldhamster aus eher milden Regionen stammen, leben viele Zwerghamsterarten wie Dsungaren oder Campbells in Steppenlandschaften, in denen es im Winter erheblich kälter werden kann. Dennoch bedeutet das nicht, dass sie in der Heimtierhaltung mit niedrigen Temperaturen besser zurechtkommen.

Domestizierte Tiere haben den natürlichen Rhythmus der Wildform weitgehend verloren und fallen bei Kälte nicht in einen gesunden Winterschlaf, sondern in einen Torporzustand, der für alle Hamsterarten gesundheitliche Risiken birgt. Für Halter gilt daher unabhängig von der Art: Eine konstant warme Umgebung und ein zugfreier Standort sind die wichtigsten Faktoren für ein sicheres Überwintern.

Der richtige Platz im Haus für Hamster im Winter

Auch wenn Hamster bei uns in Innenräumen leben, haben sie noch viele Verhaltensweisen ihrer wildlebenden Vorfahren. Dazu gehört, dass sie im Winter verstärkt Rückzugsorte aufsuchen und deutlich mehr Zeit in ihren selbst gebauten Nestern verbringen. Dieses Verhalten ist kein Zeichen von Lethargie, sondern Ausdruck eines angeborenen Schutzmechanismus. In freier Natur polstern Hamster ihre unterirdischen Bauten mit Pflanzenfasern, um Kälte und Temperaturschwankungen abzufedern.

Eine ausreichend tiefe, grabfähige Einstreu im heimischen Gehege ermöglicht ihnen, dieses Verhalten auszuleben und sich bei Bedarf in wärmere Schichten zurückzuziehen. Fehlt diese Möglichkeit, kühlt der kleine Körper deutlich schneller aus. Für zusätzliche Wärme sorgen geeignete Materialien im Gehege. Heu, Stroh oder spezielle Baumwollnester dienen den Tieren als Nistmaterial, in das sie sich bei Bedarf einkuscheln können.

Auch isolierte Schlafhäuschen helfen dabei, die Wärme im Inneren zu halten – besonders wichtig beim täglichen Lüften der Räume. Um sicherzustellen, dass die Temperatur konstant bleibt, empfiehlt es sich, regelmäßig mit einem Thermometer zu kontrollieren, ob die gewünschten rund 20 Grad auch tatsächlich erreicht werden.

Ein zentraler Aspekt für das Wohlbefinden des Hamsters ist auch der Standort seines Geheges. Kalte Zugluft – etwa durch geöffnete Fenster oder Türen – sollte unbedingt vermieden werden. Auch Keller oder Garagen sind für die Unterbringung ungeeignet, da diese oft unbeheizt sind. Gleichzeitig darf der Käfig aber nicht direkt an einer Wärmequelle wie einem Heizkörper stehen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

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Kältestarre als ernste Gefahr für Hamster im Winter

Sinkt die Umgebungstemperatur dauerhaft unter 15 Grad, kann das für Hamster dramatische Folgen haben. „Wenn Hamster über längere Zeit Temperaturen unter 15 Grad ausgesetzt sind, besteht das Risiko, dass sie in einen sogenannten Torporzustand, also eine Kältestarre, verfallen. Wie bei einem Winterschlaf fahren sie dann alle Körperfunktionen nach und nach herunter, sind darauf allerdings überhaupt nicht vorbereitet. Das kann auch lebensbedrohlich werden“, warnt Dr. Reuschel.

Liegt der Hamster wie im Winterschlaf regungslos in seinem Gehege, ist also Vorsicht geboten. Statt ihn sofort hochzuheben, sollte genau hingesehen werden. Kleine Lebenszeichen wie eine flache Atmung oder das Zucken der Barthaare können Hinweise darauf sein, dass der Nager noch lebt. In diesem Fall ist ein Tierarztbesuch dringend anzuraten.

Die Aufwärmung muss langsam erfolgen – nicht etwa mithilfe einer Wärmflasche, sondern über eine Erhöhung der Umgebungstemperatur. Nach dem Erwachen braucht das Tier Futter und frisches Wasser, um sich zu erholen. In jedem Fall sollte der Hamster tierärztlich untersucht werden, um gesundheitliche Spätfolgen auszuschließen.

Erhöhte Aufmerksamkeit für Gesundheit und Verhalten

Die kalte Jahreszeit ist nicht nur körperlich, sondern auch organisatorisch eine Herausforderung für viele Haustiere. Hamster reagieren besonders empfindlich auf Stress durch Lärm, häufige Standortwechsel oder abrupte Temperaturwechsel – Belastungen, die im Winter schnell unterschätzt werden. Ein plötzlich verändertes Aktivitätsniveau, ein struppiges Fell oder eine auffallend flache Atmung können Hinweise darauf sein, dass der Organismus bereits mit der Kälte kämpft.

Regelmäßige kurze Gesundheitskontrollen helfen, solche Veränderungen früh zu erkennen. Gerade kleinere Tiere verlieren bei Erkrankungen rasch an Gewicht, weshalb ein wachsames Auge in der Winterzeit besonders wichtig ist. Obwohl Hamster in der kalten Jahreszeit keinen erhöhten Nahrungsbedarf haben, spielt auch eine ausgewogene Ernährung eine große Rolle für ihre Abwehrkräfte. Eine gute Futterstruktur mit verschiedenen Saaten, ausgewählten Kräutern und einem moderaten Anteil an tierischem Eiweiß unterstützt den Stoffwechsel dabei, Temperaturschwankungen besser auszugleichen.

Gleichzeitig sollten Halter darauf achten, dass frisches Wasser nicht auskühlt oder verschmutzt – gerade bei trockener Heizungsluft trinken manche Tiere weniger und werden dadurch anfälliger für gesundheitliche Probleme. Eine ruhige, stabile Umgebung und eine konstante Futterversorgung tragen dazu bei, dass der Winter für Hamster nicht zur Belastung wird.

Mit Material der dpa

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