Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Gefragt bei Haltern

Was ist bei Naturkratzbäumen für Katzen zu beachten?

Katze liegt zwischen den Säulen eines Kratzbaums
Katzen benutzen Kratzbäume nicht nur als Schlafplatz – sie nutzen die Bäume auch als Pflegehilfe für ihre Krallen. Foto: picture alliance / blickwinkel/H. Schmidt-Roeger | H. Schmidt-Roeger
Artikel teilen
Werkstudentin

29. August 2025, 12:36 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Kratzspuren, soweit das Auge reicht. Egal, ob an Türen, an teuren Tapeten, oder sogar an der Ledercouch. Das kann in erster Linie passieren, wenn Katzen in einem nicht sonderlich katzengerechten Haushalt leben. Doch Rettung naht: der Kratzbaum. Besonders gefragt sind dabei Katzenmöbel aus natürlichen Materialien. PETBOOK erklärt, worauf man bei einem Naturkratzbaum achten sollte und wie er gepflegt wird.

Katzen wollen kratzen

Das Kratzen, manchmal auch Wetzen genannt, ist einer der natürlichsten Instinkte bei Katzen. Doch manche Halter meinen immer noch, dass die Tiere sie damit vor allem ärgern wollen. Das entspricht aber nicht der „Denkweise“ der Tiere. Vielmehr hat es verschiedene Ursachen, wie meine Kollegin Louisa Stoeffler, PETBOOK-Redakteurin und Katzensitterin, in diesem Artikel: Warum Katzen unerwünschtes Kratzverhalten entwickeln und was man tun kann, erklärt.

Außerdem ist der Instinkt, Beute zu jagen, bei Hauskatzen immer noch veranlagt. Abgesehen davon haben Kratzspuren noch eine andere Funktion: Katzen verteilen mit ihren Pfotenballen dabei Pheromone und markieren bestimmte Plätze dabei für sich als sicher. Insbesondere bei unkastrierten Katern kann dies auch ein Revierverhalten sein.1

Letzten Endes müssen die Tiere also ihre Krallen an etwas wetzen – das ist für ihre Pflege essenziell. Dabei geht es vor allem um die Vorderpfoten, die praktisch beim Kratzen gefeilt und angespitzt werden. Entsprechend sieht man die Tiere sich häufig am Stamm des Kratzbaums strecken und auf den Hinterpfoten stehen. Beim Kratzen tragen sich dann die äußeren, spröden Schichten der Kralle ab. Zurück bleiben die überlebenswichtigen, spitzen und gesunden Krallen. Freigänger nutzen dafür meist Baumrinden, Hauskatzen im besten Fall den Kratzbaum oder andere bereitgestellte Kratzmöbel. Häufig findet sich bei Haltern daher der Wunsch, auch die Einrichtung für Wohnungskatzen so naturnah wie möglich zu gestalten. Will man einen Naturkratzbaum bauen oder kaufen, sollte man aber einige Dinge beachten.

Worauf kommt es beim Kratzbaum an?

Stellen Sie sich einen zehn Kilogramm schweren Maine-Coon-Kater vor. Wenn die Katze auf einen Kratzbaum springt und klettert, dann wird einem erst die Krafteinwirkung bewusst, die ein Kratzbaum aushalten muss. Vor allem im Vergleich mit einem leichten Kitten, das eher tollpatschig die Säulen und Höhlen erkundet. Bei der Auswahl des Kratzbaums sollte man daher auf die verschiedenen Bedürfnisse – und auch die Sicherheit – der Katze eingehen.

Die Basis bildet immer ein stabil gebauter Sockel. Mit ihm können die Katzen ausgiebig toben, klettern und spielen – ohne dass der Kratzbaum zu wackeln oder gar umzukippen droht. Eine gute Stabilität sollte auch an den Säulen, den zahlreichen Versteckmöglichkeiten und Aussichtsplattformen gewährleistet sein. Zudem sollte sichergestellt werden, dass der Kratzbaum auf jeden Fall genug Last tragen kann. Außerdem gilt: Aus Sicherheitsgründen sollten sehr hohe Bäume zusätzlich an Wänden oder Decke gesichert werden.

Yaheetech Kratzbaum 137cm

Kletterbaum für Katzen

Damit sich die Tiere beim Wetzen so richtig lang machen können, sollte mindestens eine der Säulen 80 cm hoch sein. Ein absolutes Muss sind Aussichtsplattformen – denn Katzen haben das Bedürfnis, alles im Blick zu haben. 2

Welche Naturmaterialien kommen infrage?

Für die Säulen wird bei Kratzbäumen aus Naturmaterialien Holz anstelle von Hartpappe verwendet. Besonders gut geeignet für Vollholz-Kratzbäume sind heimische Baumarten wie Eiche, Buche, Birke oder Haselnuss. Obstbaumsorten wie Apfel, Kirsche oder Pflaume eignen sich auch hervorragend.

Darum ist in der Regel Sisalgarn (hergestellt aus Agavenblättern) oder Hanfseil gewickelt. Beide Materialien gelten als robust, widerstandsfähig und strapazierfähig – also ideal für die nächste Stretch- und Wetzrunde der Katze. Meistens dienen Kratzbäume nicht nur mit einem großen Kratz- und Liegeangebot, sondern auch als Spielplatz. An Schnüren baumeln Bälle oder kleine Federn herunter, bei denen als Garn ebenfalls größtenteils Hanf oder auch Sisal verwendet wird.

An der Verkleidung der Kratzbäume dagegen findet man oft Raffia, auch bekannt als Bastpapier. Raffia gehört – wie Sisal auch – zu den strohähnlichen, sogenannten Hartfasern und wird aus Palmen hergestellt. Da es sich ziemlich schlecht wickeln lässt, wird es als Bast geflochten. Oft werden auch die Höhlen mit Holzlamellen von außen verkleidet.

Auch an Körbchen und Höhlen darf es bei einem guten Kratzbaum nicht fehlen. Hier finden sich meist Weidengeflecht oder kuschelig-weiche Polsterungen, für die oftmals Baumwolle verwendet wird. Wichtig: Hier lohnt ein genauer Blick auf die Materialbeschreibung, denn oft ist Polyester als Stoff für Polsterungen noch Standard. Wenn Sie keinen Kratzbaum kaufen wollen, können Sie auch selbst einen bauen. In diesem DIY-Projekt erfahren Sie, wie: So können Sie einen Kratzbaum für Katzen einfach selbst bauen

Mehr zum Thema

Was ist bei Naturkratzbäumen zu beachten?

An erster Stelle steht die Qualität des Produktes: Die Materialien sollten schadstofffrei sein. Außerdem soll das Holz unbearbeitet sein und aus einem nachhaltigen Handel stammen. Es gibt einige Nachhaltigkeits- und Qualitätssiegel, die Ihnen dabei Orientierung bieten. Neben den gängigen Siegeln FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) können sie auch das EU Ecolabel oder Holz von Hier (HVH) achten. Egal, ob beim Kauf oder beim Selbstbauen: Auf stark riechende Lacke oder Klebstoffe sollte verzichtet werden.

Ansonsten sollte der Kratzbaum auch auf seine Verarbeitung geprüft werden, denn bei der Produktion kann es zu Fehlern kommen. Zum Schutz der Tiere sollte der Baum vorrangig auf Verletzungsgefahren überprüft werden, zum Beispiel herausstehende Nägel oder Spitzen, Festigkeit des Stammes oder Stabilität der Höhlen. 3

Benötigt der Naturkratzbaum besondere Pflege?

Wie bei konventionellen Kratzbäumen muss man auch Naturkratzbäume regelmäßig reinigen. Eine Routine sollte dabei sein, die Polster abzusaugen. Dafür kann man auch spezielle Aufsätze verwenden, um die Haare und gegebenenfalls vorhandenen Schmutz effizient zu beseitigen.

Mit der Zeit wird sich der Kratzbaum mit Sicherheit abnutzen. Besonders das Sisal wird oft von den Katzen benutzt, da es ihnen ja bei der Krallenpflege hilft. Dementsprechend können die Säulen abgenutzt oder beschädigt aussehen. Wenn das der Fall ist, gibt es oft bei Herstellern die Option, Ersatzteile nachzukaufen, oder diese mit neuem Sisalseil selbst zu umwickeln. 4

Quellen

  1. tierfreund.de, „Warum ein guter Kratzbaum so wichtig ist“ (aufgerufen am 28.08.2025) ↩︎
  2. zoologo.de, „Worauf ist beim Kauf eines Kratzbaumes zu achten?“ (aufgerufen am 28.08.2025) ↩︎
  3. katzenkratzbaum-ratgeber.de, „Kratzbaum-Stämme – Vollholz oder Pappe?“ (aufgerufen am 28.08.2025) ↩︎
  4. agila.de, „Trotz Katzen Sauberkeit im Haushalt: Den Kratzbaum reinigen“ (aufgerufen am 28.08.2025) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.