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Erkrankungen der Wirbelsäule

Spondylose bei Katzen wird oft zu spät erkannt – das sind die Symptome

Katze sitzt draußen
Spondylose ist eine schmerzhafte Rückenerkrankung, die bei vielen Katzen nicht erkannt wird Foto: Getty Images
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

15. Dezember 2025, 6:37 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wenn die Katze plötzlich steifer wirkt, sich weniger streckt oder den Liegeplatz häufiger wechselt, können knöcherne Umbauprozesse an der Wirbelsäule dahinterstecken. Eine dieser Veränderungen ist die Spondylose – eine degenerative Erkrankung, die bei Katzen häufig unbemerkt bleibt und meist erst im Röntgenbild entdeckt wird. PETBOOK erklärt, wie es zu dieser Erkrankung kommt, welche Anzeichen Katzen zeigen können und welche Schritte der Tierarzt bei Verdacht einleitet.

Was passiert bei einer Spondylose im Körper der Katze?

Die Wirbelsäule der Katze hat mehrere zentrale Aufgaben: Sie stabilisiert den Körper, verbindet große Bereiche des Skeletts miteinander und schützt das Rückenmark. Zwischen den Wirbelkörpern liegen Bandscheiben, die Bewegungen abfedern und Flexibilität ermöglichen.

Bei der Spondylose (Spondylosis deformans) kommt es an den ventralen Endplatten der Wirbel zu knöchernen Veränderungen. Diese können zunächst als kleine Vorwölbungen erscheinen, sich aber auch zu knöchernen Brücken entwickeln, die benachbarte Wirbel miteinander verbinden.1

Ursachen der Spondylose

Bei der Spondylose handelt es sich um degenerative Umbauprozesse – das bedeutet, der Körper baut die Wirbel so um, dass sie in ihrer Funktion eingeschränkt sind. Ausgelöst wird dieser Prozess durch Alterung, Verschleiß oder wiederholte Belastung. Häufig kann zusätzlich ein Verschleiß der Wirbelgelenke auftreten (Spondylarthrose). Entzündliche Veränderungen sind jedoch selten, und nur wenige Hinweise deuten darauf hin, dass das Rückenmark oder Nervenwurzeln durch die Spondylose selbst beeinträchtigt werden.

Diese Veränderungen können sich über Jahre entwickeln und verlaufen bei Katzen oft symptomarm.

Symptome erkennen

Die Spondylose gilt in der tierärztlichen Praxis häufig als Zufallsbefund, da viele Katzen trotz deutlicher Veränderungen im Röntgenbild keine eindeutigen Beschwerden zeigen. Dennoch können Tierhalter bestimmte Verhaltensänderungen beobachten:

  • steiferes Gangbild
  • verringerte Mobilität im Alltag
  • häufiger Wechsel des Liegeplatzes, möglicherweise aufgrund von Unbehagen in bestimmten Positionen

Da die Erkrankung schleichend verläuft, werden die Symptome oft erst spät erkannt.2

Diagnose beim Tierarzt

Zwar können Schmerzen ein Hinweis auf Spondylose bei der Katze sein, eine sichere Diagnose kann aber nur beim Tierarzt durch ein Röntgenbild erfolgen. Denn nur hier zeigen sich die krankhaften Veränderungen an den Wirbeln. Meist lassen sich die knöchernen Anbauten, Vorwölbungen oder knöchernen Brücken zwischen den Wirbeln klar erkennen.

Die Spondylose wird abhängig vom Fortschritt des sklerosierenden Prozesses in vier Schweregrade unterteilt:

  • Grad 1: Anfangsstadium, in dem Knochenneubildungen an der Unterseite der Wirbel zu erkennen sind.
  • Grad 2: An der Unterseite der Wirbel treten kleine, aufeinander zuwachsende, jedoch noch nicht miteinander verwachsene Knochensporne auf, die Tiermediziner auch als „offene Brücken“ bezeichnen
  • Grad 3: In dieser Phase sind die Knochensporne bereits miteinander verwachsen und „überbrücken“ den Intervertebralraum.
  • Grad 4: Die Spondylose befindet sich im Endstadium – die Wirbelkörper sind mit den Zubildungen verwachsen, sodass sich eine Einheit gebildet hat.3

Behandlung der Spondylose

Befindet sich die Spondylose im Anfangsstadium, wird sie bei vielen Katzen aufgrund der häufig milden Symptomatik zunächst beobachtet. Aufhalten oder umkehren lässt sich der Prozess leider nicht. Glücklicherweise verursacht die Erkrankung nicht zwangsläufig Schmerzen und führt nur selten zu neurologischen Ausfällen. 4

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Die Behandlung hängt vom klinischen Beschwerdebild ab. So stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, etwa Präparate zum Schutz von Knochen und Knorpel sowie unterschiedliche Schmerzmittel. Je nach Schwere der Erkrankung kann auch eine Operation in Betracht kommen. Häufig werden Cortison und entzündungshemmende Mittel kombiniert eingesetzt.

Wichtig ist: Die Spondylose selbst ist kein entzündlicher Prozess. Trotzdem kann die kurzfristige Gabe von Entzündungshemmern das Wohlbefinden der Tiere deutlich verbessern. Langfristig sollten diese Mittel wegen möglicher Nebenwirkungen jedoch nicht gegeben werden.

Chronische Schmerzen lassen sich zusätzlich gut mit naturheilkundlichen Methoden behandeln. Viele dieser Ansätze zeigen in der Praxis gute Ergebnisse, sodass der Einsatz herkömmlicher Medikamente oft reduziert werden kann.

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Vorbeugung im Alltag

Vorbeugen kann man der Krankheit nur schwer. Aber man kann die Rahmenbedingungen für seine Katze optimieren. Dazu gehört neben einer artgerechten Haltung mit ausreichend und angemessener Bewegung auch eine optimierte Ernährung. 5

Fazit

Die Spondylose ist eine Erkrankung der Wirbelsäule, die bei Katzen häufig unbemerkt bleibt und oft zufällig diagnostiziert wird. Knöcherne Veränderungen an den Wirbelkörpern können die Beweglichkeit beeinflussen, führen jedoch selten zu neurologischen Problemen.

Tierhalter sollten aufmerksam werden, wenn die Katze steifer wirkt oder ihre Bewegungsabläufe sich verändern. Eine tierärztliche Untersuchung bringt Klarheit und hilft einzuschätzen, wie weit die Veränderungen fortgeschritten sind.

Bitte beachten Sie: Diese Informationen ersetzen keine tierärztliche Beratung.

Quellen

  1. intakt-tierphysiotherapie.de, „Eine häufig auftretende Wirbelsäulen Erkrankung - DIE SPONDYLOSE“ (aufgerufen am 12.12.2025) ↩︎
  2. tfa-wissen.de, „Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule“ (aufgerufen am 12.12.2025) ↩︎
  3. paracelsus.de, „Spondylose und ihre Folgen“ (aufgerufen am 12.12.2025) ↩︎
  4. physiopets.de, „Spondylose bei Hunden und Katzen“ (aufgerufen am 12.12.2025) ↩︎
  5. kitzweger.com, „Vital bis ins hohe Alter trotz Spondylose (aufgerufen am 12.12.2025) ↩︎

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