Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Tierärztin ordnet ein

Katzenhalter aufgepasst! Lilien sind für Katzen hochgiftig

Katze auf einem Sideboard, neben ihr eine Vase mit weißen Lilien
Für Katzen sind Lilien giftig. Worauf Halter achten müssen, hat PETBOOK bei der Tierärztin Dr. Daniela Krause-Erl nachgefragt. Foto: OKrasyuk
Artikel teilen
Porträt Emily Reimann
PETBOOK-Redaktion

13. April 2026, 6:16 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Lilien gelten als dekorative Klassiker in Haus und Garten – für Katzen können sie jedoch lebensgefährlich sein. Viele Halter unterschätzen dieses Risiko. PETBOOK hat bei Tierärztin Dr. Daniela Krause-Erl nachgefragt, wie gefährlich Lilien wirklich sind, woran man eine Vergiftung erkennt und was im Ernstfall zu tun ist.

Warum sind Lilien für Katzen so gefährlich?

Lilien zählen zu den gefährlichsten Pflanzen für Katzen. Besonders tückisch: „Bereits kleinste Mengen können ein akutes Nierenversagen auslösen.“ , erklärt Tierärztin Dr. Daniela Krause-Erl gegenüber PETBOOK. Die Tierärztin hatte bereits zuvor in einem Beitrag über einen aktuellen Fall in ihrer Praxis berichtet.

Dass die Gefahr von der gesamten Pflanze ausgeht, wird in diesem Zusammenhang oft unterschätzt. „Grundsätzlich sind alle Pflanzenteile toxisch – besonders gefährlich sind jedoch die Blüten sowie der Pollen“, so die Expertin.

Viele Katzenhalter unterschätzen, wie schnell es zu einer Vergiftung kommen kann. Denn nicht nur das Anknabbern der Pflanze ist riskant.

Instagram Platzhalter
An dieser Stelle findest du Inhalte von Drittanbietern
Um mit Inhalten von Drittanbietern zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Reicht bereits der Kontakt mit Pollen, um eine Vergiftung auszulösen? 

„Ja, bereits der Kontakt mit Pollen kann ausreichen. Katzen nehmen die Giftstoffe häufig beim Putzen ihres Fells auf“, so Dr. Krause-Erl. Viele Katzenhalter unterschätzen, wie schnell es zu einer Vergiftung kommen kann. Denn nicht nur das Anknabbern der Pflanze ist riskant. Auch scheinbar harmlose Situationen – etwa Lilien in einer Vase – können gefährlich werden, da selbst das Wasser Giftstoffe enthalten kann.

Die Wirkung des Giftes setzt oft schnell ein. Erste Anzeichen zeigen sich meist schon wenige Stunden nach dem Kontakt. „Zu den ersten Anzeichen zählen Appetitlosigkeit, Erbrechen und Lethargie“, sagt die Tierärztin.

Unbehandelt kann sich der Zustand der Tiere rasch verschlechtern. Im weiteren Verlauf drohen neurologische Symptome wie Zittern oder Krämpfe. Besonders gefährlich ist jedoch die mögliche Schädigung der Nieren, die innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden kann.1

Was im Notfall zu tun ist

Bei Verdacht auf Kontakt mit Lilien ist schnelles Handeln entscheidend. Katzenhalter sollten keinesfalls abwarten, sondern umgehend reagieren. Dr. Krause-Erl rät: „Anhaftende Pflanzenreste oder Pollen sollten umgehend aus dem Fell entfernt beziehungsweise vorsichtig ausgebürstet werden.“ Im Anschluss gilt: „Sofort eine Tierarztpraxis aufsuchen“, rät Dr. Krause-Erl.

In der Praxis wird versucht, die weitere Aufnahme des Giftes möglichst schnell zu verhindern. „Die Behandlung erfolgt symptomatisch. Besonders wichtig ist eine intensive Flüssigkeitstherapie, also Infusionen. Häufig ist eine stationäre Aufnahme notwendig“, erklärt die Expertin. „Bei schneller Reaktion der Halter sind die Heilungschancen vorsichtig bis gut.“

Ist die Vergiftung jedoch bereits weiter fortgeschritten oder sind die Nieren schon geschädigt, kann sich die Prognose auch verschlechtern.2

Mehr zum Thema

Sind bestimmte Lilienarten besonders gefährlich?

Ob im Garten, auf dem Balkon oder als Blumenstrauß in der Wohnung: Lilien sind wegen ihrer großen, oft duftenden Blüten beliebt. Weltweit gibt es über 100 Arten, darunter auch bekannte Vertreter wie die Türkenbundlilie oder die Madonnen-Lilie. Sie unterscheiden sich zwar in Farbe, Form und Größe – für Katzen macht das jedoch keinen Unterschied.

Dr. Krause-Erl betont: „Da das genaue Gift bislang nicht eindeutig identifiziert ist, lässt sich nicht sagen, ob einzelne Lilienarten gefährlicher sind als andere. Deshalb sollten grundsätzlich alle Lilien als hochriskant eingestuft werden.“ Katzenhalter sollten also entsprechend einen großen Bogen um Lilien machen.

So schützen Sie Ihre Katze im Alltag

„Informieren Sie sich im Vorfeld über mögliche Gefahrenquellen. Achten Sie auf typische Symptome und zögern Sie im Verdachtsfall nicht, sofort tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen“, rät Krause-Erl.

Am besten ist es, das Risiko gar nicht erst entstehen zu lassen. Katzenhalter sollten daher konsequent auf Lilien in der Wohnung verzichten – auch in Form von Blumensträußen oder einzelnen Schnittblumen.

Gerade im Alltag lauern oft unterschätzte Risiken: Lilien können etwa unbemerkt als Geschenk ins Haus kommen. Wer einen Blumenstrauß mit Lilien erhält, sollte diese am besten direkt außerhalb der Wohnung entfernen, damit Katzen gar nicht erst in Kontakt kommen.

Quellen

  1. tierklinik-hofheim.de, „Lilien sind - vor allem für Katzen - hochgiftig!“ (aufgerufen am 13.04.2026) ↩︎
  2. ipet.ch, „Lilien – tödliche Gefahr für Katzen!“ (aufgerufen am 13.04.2026) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.