16. April 2026, 17:08 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Manche Katzenbesitzer kennen die Situation: Die Katze sitzt auffällig oft im Katzenklo, der Kot ist ungewohnt weich oder sogar flüssig. Vielleicht frisst das Tier schlechter oder wirkt ruhiger als sonst. Solche Veränderungen werden im Alltag schnell als vorübergehend abgetan. PETBOOK erklärt, wie es dazu kommt, welche Anzeichen ernst zu nehmen sind und wann schnelles Handeln wichtig ist.
Was im Körper der Katze passiert
Der Verdauungstrakt der Katze zerlegt die aufgenommene Nahrung, nimmt Nährstoffe auf und scheidet unverdauliche Bestandteile wieder aus. Während dieser Passage entzieht der Darm dem Nahrungsbrei gezielt Wasser – so entsteht fester Kot.
Bei Durchfall (medizinisch Diarrhö) gerät dieser Ablauf aus dem Gleichgewicht. Der Darm transportiert den Inhalt zu schnell weiter oder entzieht ihm zu wenig Flüssigkeit. Der Kot bleibt dadurch weich bis wässrig.
Gleichzeitig reagiert der Körper mit Durchfall bewusst: Er versucht, unverträgliche oder schädliche Stoffe möglichst schnell auszuscheiden. Das Problem dabei: Mit der Flüssigkeit gehen auch wichtige Elektrolyte verloren. Diese Mineralstoffe benötigt der Körper unter anderem für die Funktion von Muskeln und Herz. Ein anhaltender Verlust kann den Organismus deutlich belasten.1
Häufige Ursachen für Durchfall bei Katzen
Durchfall bei Katzen ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom mit unterschiedlichen Auslösern. Für Halter ist es oft schwierig, die genaue Ursache einzuordnen. Einige Faktoren treten jedoch besonders häufig auf und lassen sich in typische Kategorien einteilen:
- Ernährung und Futterumstellung: Ungeeignetes oder verdorbenes Futter sowie eine zu schnelle Umstellung der Nahrung können den Magen-Darm-Trakt reizen. Auch Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien zählen zu den häufigen Ursachen.
- Parasitenbefall: Würmer, Giardien und Kokzidien können den Darm der Katze besiedeln und Durchfall auslösen. Besonders Katzen mit Freigang haben ein erhöhtes Risiko für eine Infektion.
- Infektionen: Viren, Bakterien und Pilze können Magen-Darm-Erkrankungen verursachen, die mit Durchfall einhergehen. Jüngere Tiere sind davon häufiger betroffen.
- Organische und chronische Erkrankungen: Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Leber oder Schilddrüse sowie chronische Darmentzündungen (Fehlregulation des Immunsystems) können hinter anhaltendem Durchfall stecken. In seltenen Fällen spielen auch Tumore oder Fremdkörper im Darm eine Rolle.
- Vergiftungen und äußere Einflüsse: Giftige Pflanzen, Chemikalien oder bestimmte Medikamente können den Verdauungstrakt schädigen. Auch Stress, etwa durch Veränderungen im Umfeld, kann Durchfall begünstigen.
Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, lässt sich meist nur durch eine tierärztliche Untersuchung sicher klären.2
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So klärt der Tierarzt die Ursache
Um herauszufinden, woher der Durchfall kommt, ist eine tierärztliche Untersuchung entscheidend. Zunächst verschafft sich der Tierarzt einen Überblick über den Allgemeinzustand der Katze. Dazu gehören das Abtasten des Bauches sowie die Kontrolle von Puls und Körpertemperatur.
Für eine genauere Einordnung folgen häufig weitere Untersuchungen. Kotproben können Hinweise auf Parasiten liefern, während Blutuntersuchungen den Flüssigkeitshaushalt und mögliche Organerkrankungen sichtbar machen. Je nach Befund kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Röntgen zum Einsatz, um Veränderungen im Bauchraum oder Fremdkörper zu erkennen.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Durchfall. Akuter Durchfall tritt plötzlich auf und klingt oft nach kurzer Zeit wieder ab. Chronischer Durchfall entwickelt sich über einen längeren Zeitraum oder kehrt immer wieder zurück und sollte genauer abgeklärt werden.
Was bei der Behandlung im Fokus steht
Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache des Durchfalls. Im ersten Schritt steht häufig der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts im Vordergrund, da Katzen durch Durchfall schnell austrocknen können. Hinweise darauf sind unter anderem klebriges Zahnfleisch, eingesunkene Augen oder eine verminderte Elastizität der Haut.
Je nach Zustand erhält die Katze Infusionen beim Tierarzt oder spezielle Elektrolytlösungen. Zusätzlich wird häufig leicht verdauliches Futter eingesetzt, um den Magen-Darm-Trakt zu entlasten.
Sobald die Ursache feststeht, erfolgt eine gezielte Behandlung. Parasiten werden bekämpft, bakterielle Infektionen entsprechend behandelt. Liegt eine Erkrankung eines Organs zugrunde, konzentriert sich die Behandlung auf diese Grunderkrankung. Welche Maßnahmen im Einzelfall notwendig sind, entscheidet der Tierarzt.3
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Wie schnell Durchfall bei Katzen wieder abklingt
Wie schnell Durchfall bei der Katze weggeht, hängt maßgeblich von der Ursache ab. In vielen Fällen, etwa bei leichter Magenverstimmung oder kurzfristiger Reizung des Darms, klingen die Beschwerden von selbst wieder ab.
Wird die Ursache erkannt und behandelt, sind die Aussichten in der Regel gut. Kritisch kann es werden, wenn der Durchfall länger anhält oder mit starkem Flüssigkeitsverlust einhergeht. Vor allem junge, alte oder geschwächte Katzen sind gefährdet, schnell auszutrocknen.
Damit Katzen keinen Durchfall bekommen
Ganz vermeiden lässt sich Durchfall bei Katzen nicht. Dennoch können Halter einiges tun, um das Risiko deutlich zu senken.
Eine zentrale Rolle spielt die Ernährung. Katzen reagieren sensibel auf Veränderungen – deshalb sollten Futterumstellungen immer schrittweise erfolgen. Auch die Qualität des Futters ist entscheidend, da unverträgliche oder ungeeignete Bestandteile den Magen-Darm-Trakt belasten können.
Ebenso wichtig ist die Hygiene im Alltag. Futter- und Wassernäpfe sollten regelmäßig gereinigt werden, um Keime zu vermeiden. Frisches Trinkwasser sollte jederzeit zur Verfügung stehen.
Darüber hinaus helfen regelmäßige tierärztliche Kontrollen, Impfungen und Entwurmungen dabei, Infektionen und Parasiten vorzubeugen. Auch ein möglichst stressarmes Umfeld kann dazu beitragen, den Verdauungstrakt stabil zu halten.
Mein Tipp bei Durchfall
„Meine Katze Sweety leidet immer mal wieder unter Durchfall, da sie eine sehr empfindliche Verdauung hat. Dann koche ich immer Hühnchen für sie ab. Dafür nehme ich magere Hühnerbrust und koche sie gerade so lange im Wasser bis sie durch sind. Wichtig dabei: Nicht salzen oder würzen. Der eigentliche Geheimtipp ist aber das Kochwasser selbst. Dieses kann man der Katze zum Trinken anbieten. Sweety nimmt es gerne an. Um es noch attraktiver zu machen, kann man auch ein paar Stücke des gekochten Huhns mit dem Kochwasser pürieren.
Ich koche meist auf Vorrat Huhn ab und friere das Kochwasser portioniert ein – so habe ich für den Notfall immer etwas parat.“