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Meine Katze miaut immer, wenn ich rede! Expertin erklärt das Phänomen

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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

5. September 2025, 10:52 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Da möchte man in Ruhe telefonieren oder sich mit seinem Besuch unterhalten – doch die Katze unterbricht ständig durch lautes Miauen. Will sie Aufmerksamkeit oder einfach nur mitreden? PETBOOK-Redakteurin und Expertin für Katzenverhalten Saskia Schneider erklärt, warum manche Katzen ständig miauen, sobald ihre Menschen reden.

Immer, wenn ich mit meiner Kollegin im Videocall bin, spreche ich nicht nur mit ihr, sondern auch mit ihrem Kater Remo. Denn sobald sie beginnt zu sprechen, beginnt auch der Kater laut zu miauen – vor allem, wenn Emotionen im Spiel sind. Dadurch wirkt es manchmal so, als wolle er ihr lautstark zustimmen, wenn wir uns begeistert über ein Thema unterhalten oder uns über etwas ärgern. „Aber warum miaut die Katze immer dann, wenn ich rede?“, fragte mich meine Kollegin. Möchte Remo in dem Moment tatsächlich mitsprechen oder einfach nur Aufmerksamkeit? Tatsächlich gibt es hierfür mehrere Gründe.

Katze möchte Aufmerksamkeit

Einer der Hauptgründe, warum die Katze miaut, wenn man redet, ist Aufmerksamkeit. Katzen beobachten uns sehr genau. Sie wissen: Wenn wir sitzen und uns entspannt unterhalten, haben wir theoretisch Zeit und reagieren meist schnell, wenn sie laut miauen. Oft hat die Katze mit dem Verhalten Erfolg. Ihr Mensch steht vielleicht auf, um sie zu füttern, damit sie Ruhe gibt. Aber auch wenn wir schimpfen, ist das eine Art von Aufmerksamkeit und kann die Katze in ihrem Verhalten bestätigen.

Katze möchte mitsprechen

Manche Katzen sind von Natur aus gesprächig. Dazu zählen vor allem die orientalischen Rassen wie Siam, Orientalisch Kurzhaar oder Balinese. Sie äußern sich gerne lautstark und sollen mit ihren Menschen regelrecht Gespräche führen. Das passiert auch dann, wenn sie eigentlich gar nicht der Gesprächspartner sind. Dazu kommt, dass Katzen in der Lage sind, unser Verhalten zu spiegeln. Bemerken sie, dass ihr Mensch plötzlich beginnt, laut zu sprechen, beginnen manche Katzen, dies zu imitieren.

Katze miaut beim Reden, weil sie verunsichert ist

Manchmal entstehen Gespräche oder längere Telefonate ungeplant. Oder es kommt Besuch am Wochenende, der abends lange bleibt und dafür sorgt, dass – für die Katze wichtige – Abendrituale wegfallen oder sich verschieben. Dies kann manche Katzen verunsichern und sie äußern ihren Unmut durch lautes Miauen. Denn für die Katze ist nicht ersichtlich, warum die Futter- oder Spieleinheit plötzlich ausbleibt, obwohl ihr Mensch offensichtlich vor Ort ist.

Auch interessant: 6 Gründe, warum Katzen außergewöhnlich viel miauen

Katze hat Stress

Sind wir Menschen sehr emotional bei einer Unterhaltung oder gar in ein Streitgespräch verwickelt, bekommen unsere Katzen dies mit. Sie merken, wenn wir uns aufregen oder traurig sind. Auch Schreien oder lautes Lachen kann bei den Tieren zu Stress führen. Manche Katzen reagieren darauf, indem sie laut miauen, während man gerade redet. Einige Tiere versuchen auch, ihre Menschen zu beruhigen oder auf sie zuzugehen und sie so lange „anzuschreien“, bis sie ihre Unterhaltung unterbrechen. Auch dabei handelt es sich oft um ein erlerntes Verhalten.

Wie verhindere ich, dass meine Katze miaut, wenn ich rede?

Miaut die Katze, während man redet, passiert dies meist, weil wir das Verhalten unbewusst gefördert und verstärkt haben. Zwar fühlen sich die meisten dadurch nicht wirklich gestört, aber es gibt Situationen, in denen man nicht noch eine lauthals miauende Katze im Hintergrund benötigt – etwa bei wichtigen Geschäftsterminen während einer Videokonferenz.

Wer jedoch verhindern möchte, dass die Katze beim Reden ständig ihr „Miau“ dazugibt, muss als Erstes herausfinden, woher das Verhalten kommt. Redet die Katze nur dann mit, wenn das Gespräch sehr emotional ist? Wirkt sie gestresst? Oder miaut sie generell gerne und viel?

Bedürfnisse erfüllen

Oft steckt hinter dem Verhalten ein Wunsch der Katze. Entweder nach Aufmerksamkeit, Futter oder Spiel. Diese Bedürfnisse sollten mehrmals am Tag zu festen Zeiten erfüllt werden, damit die Katze sie nicht dann einfordern muss, wenn sie denkt, es wäre eine gute Gelegenheit. Etwa, wenn ihr Mensch auf dem Sofa oder Bürostuhl sitzt und gerade „nur“ in ein Gerät spricht.

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Um das Verhalten nicht immer zu verstärken, kann man der Katze zuvor kommen. Zum Beispiel, indem man sich ein paar Leckerli schnappt und diese lustig durch die Gegend wirft, sobald man mit einem Telefonat oder einem Gespräch beginnt. Das allein kann bereits dafür sorgen, Verhaltensweisen zu durchbrechen und die Katze auf andere Gedanken bringen.

Wer hingegen eine Katze besitzt, die ohnehin gerne und viel miaut, muss zu einem gewissen Grad damit leben, dass sie dies auch tut, wenn man sich gerade unterhalten will. Aber auch hier gibt es einen Trick: Denn Rassen, die gerne und viel reden, haben meist auch einen ausgeprägten Spieltrieb. Also: Spielangel schnappen und beim Unterhalten eine kleine Spieleinheit starten. Mit etwas Übung klappt dies sogar während einer Videokonferenz.

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Feste Rituale helfen

Wer feste Zeiten für Fressen und Spiel einplant, stellt sicher, dass die Katze sie nicht immer genau dann mit lautem Miauen beim Reden einfordert. Denn feste Rituale geben Katzen Sicherheit im Alltag. Sie lernen: Zu diesen Zeitpunkten bin ich an der Reihe und mein Mensch nimmt sich Zeit für mich. Wichtig ist, genügend Zeit einzuplanen – vor allem beim Spiel. Lieber viele kleine Spieleinheiten über den Tag verteilen als nur eine lange Spielsession. Allerdings sollte man dies auch an die eigene Katze anpassen und schauen: Wann ist mein Tier besonders aktiv? In der Regel sind es die Dämmerungsstunden.

Fazit

Wenn Katzen beim Reden lautstark „mitmischen“, steckt dahinter meist mehr als nur ein zufälliges Verhalten. Ob Aufmerksamkeit, Mitteilungsfreude, Verunsicherung oder Stress – die Gründe sind vielfältig. Wichtig ist, das Verhalten der eigenen Katze genau zu beobachten und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Wer feste Rituale schafft, für Auslastung sorgt und das Verhalten nicht unbewusst verstärkt, kann viel dazu beitragen, dass das ständige Miauen in Gesprächssituationen weniger wird. Gleichzeitig gilt: Manche Katzen sind von Natur aus gesprächig – und dann gehört das gemeinsame „Plaudern“ eben einfach zum Zusammenleben dazu.

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