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Blockierte fauchend den Weg

Frau ruft Polizei wegen Katze – Expertin schätzt Situation ein

Nahaufnahme einer fauchenden Katze
Eine fauchende Katze wirkt bedrohlich – tatsächlich ist das Verhalten meist nur eine klare Warnung: Bitte Abstand halten Foto: Getty Images / bedo
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

10. April 2026, 12:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Eine fauchende Katze, die den Weg versperrt – was wie eine kuriose Meldung klingt, wurde für eine 19-Jährige zur echten Herausforderung. Am Ende musste sogar die Polizei anrücken. Doch wie gefährlich ist so eine Situation wirklich – und wie sollte man sich verhalten? PETBOOK-Redakteurin und Katzenverhaltensexpertin Saskia Schneider erklärt, was hinter dem Fauchen steckt und wie man sicher an einer Katze vorbeikommt.

Fauchende Katze löst Polizeieinsatz aus

Eine fauchende Katze, die den Weg zur eigenen Wohnung versperrt – was sich erst einmal wie eine kuriose Geschichte anhört, wurde für eine 19-Jährige in der Nacht zu Donnerstag, den 9. April 2026, zur echten Herausforderung. Laut Polizei saß das Tier im Hausflur und ließ die junge Frau nicht vorbei. Am Ende mussten Einsatzkräfte kommen und sie vorsichtig an der Katze vorbeiführen, wie unter anderem „Welt“ berichtete.

Viele fragen sich bei so einer Meldung: Wie kann das passieren – und was hätte man selbst getan?

Fauchen sieht gefährlich aus – ist aber eine Warnung

Wenn eine Katze faucht, zeigen viele Menschen ganz automatisch Angst. Verständlich, denn das Tier zeigt die Zähne, macht sich groß und wirkt angriffslustig. Tatsächlich steckt dahinter aber meist etwas anderes: defensive Aggression.

Das bedeutet: Die Katze will nicht angreifen, sondern Abstand herstellen. Fauchen ist also nichts anderes als ein deutliches „Komm mir bitte nicht näher“. Und genau dafür ist es extrem effektiv – bei uns Menschen genauso wie bei anderen Tieren.

Warum Sie das Fauchen unbedingt ernst nehmen sollten

Das Problem entsteht erst dann, wenn wir diese Warnung ignorieren. Gehen Sie weiter auf die Katze zu, kann die Situation kippen. Aus der defensiven Drohung wird dann unter Umständen eine offensive Reaktion – also Kratzen oder Beißen.

Die gute Nachricht: Die meisten Katzen entscheiden sich in so einer Situation eher für die Flucht. Aber darauf sollten Sie sich nicht verlassen.

Wenn die Katze genau dort sitzt, wo Sie hinmüssen

Genau das schien im geschilderten Fall das Problem: Die Katze blockiert den Weg – und die Frau kam nicht vorbei.

Viele Menschen versuchen dann instinktiv, das Tier zu verscheuchen. Davon rate ich eher ab. Denn wenn sich die Katze in die Enge getrieben fühlt, steigt das Risiko, dass sie tatsächlich nach vorne geht.

So verhalten Sie sich richtig

Wichtiger ist es, den Druck aus der Situation zu nehmen und der Katze zu zeigen, dass Sie keine Gefahr sind.

Das bedeutet konkret:

  • Gehen Sie einen Schritt zurück
  • Vermeiden Sie Blickkontakt
  • Drehen Sie sich leicht weg
  • Machen Sie sich möglichst klein

Ich würde in so einer Situation sogar so weit gehen, mich hinzusetzen oder in die Hocke zu gehen. Das wirkt für die Katze deutlich weniger bedrohlich.

Wenn Sie möchten, können Sie auch leise mit dem Tier sprechen oder langsam blinzeln. Das ist unter Katzen ein Signal für Vertrauen. Aber: Nicht jede Katze reagiert darauf – vor allem nicht, wenn sie gerade stark gestresst ist.

Oft steckt eine Pattsituation dahinter

Solche Begegnungen entstehen häufig, weil die Katze sich erschreckt hat und plötzlich keinen Fluchtweg mehr sieht. Dann friert sie ein, bleibt sitzen und versucht durch Fauchen, den „Störfaktor“ – in diesem Fall den Menschen – auf Abstand zu halten.

Die einfachste Lösung ist dann oft: Gehen Sie selbst aus der Situation heraus. Ein kurzer Spaziergang um den Block kann schon reichen. In vielen Fällen ist die Katze danach verschwunden.

Wenn Sie nicht ausweichen können

Manchmal geht das natürlich nicht. Dann können Sie versuchen, die Katze vorsichtig zur Flucht zu bewegen – etwa durch ein Geräusch, zum Beispiel Händeklatschen.

Im Notfall kann man auch einen Gegenstand neben das Tier werfen (nicht auf die Katze!), um einen Schreckreiz auszulösen. Das sollte aber wirklich nur die letzte Option sein. Wenn möglich, klingeln Sie bei Nachbarn oder versuchen Sie herauszufinden, wem die Katze gehört.

Draußen gilt: Abstand vergrößern

Befindet sich die Katze draußen und Sie haben genug Platz, können Sie ihr deutlich zeigen, dass Sie Abstand halten – indem Sie einen Bogen laufen. Viele Katzen bleiben dann einfach sitzen und lassen Sie passieren.

Auch wenn es sich für uns ungewohnt anfühlt: Es kann sogar helfen, der Katze kurz den Rücken zuzudrehen. Für sie ist das oft weniger bedrohlich, als angestarrt zu werden. Im engen Hausflur funktioniert das allerdings nicht – hier sollten Sie sich nicht an der Katze vorbeiquetschen.

Für die Katze ist die Situation ebenfalls Stress

So „lustig“ die Meldung zunächst klingt – für die Katze selbst ist das keine angenehme Situation.

Sie hat in solchen Momenten mehrere Optionen: fliehen, einfrieren oder drohen. In diesem Fall hat sie sich fürs Fauchen und Ausharren entschieden, um sich den Menschen vom Leib zu halten.

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Verantwortung liegt auch bei den Haltern

Solche Situationen lassen sich oft vermeiden. Wer seine Katze im Hausflur herumlaufen lässt, sollte ein paar Dinge beachten:

  • Sprechen Sie sich mit den Nachbarn ab
  • Stellen Sie sicher, dass die Katze jederzeit zurück kann
  • Lassen Sie das Tier nicht unbeaufsichtigt draußen

Ich selbst verstehe absolut, dass Hausflure für Katzen spannend sind – neue Gerüche, Fußmatten, fremde Eindrücke. Aber es ist wichtig, dass weder das Tier noch andere Menschen dadurch in unangenehme Situationen geraten.

Fazit

Eine fauchende Katze ist kein „Angreifer“, sondern ein Tier, das sich bedrängt fühlt.

Wenn Sie das verstehen und ruhig reagieren, lässt sich die Situation in den meisten Fällen entschärfen – ganz ohne Polizei.

Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

Zur Autorin

Dr. Saskia Schneider ist promovierte Biologin. In ihrem Studium an der Freien Universität Berlin widmete sie sich vor allem der Zoologie und dem Verhalten von Tieren. Neben der Ausbildung zur Redakteurin absolvierte sie eine Ausbildung zur Verhaltensberaterin mit Schwerpunkt Katze.

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