Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
PETBOOK-Ranking

Die hundeunfreundlichste Großstadt in Deutschland

Hund in einer hundeunfreundlichen Großstadt
Als Hund ist man in einer Großstadt sehr vielen Reizen ausgesetzt. Umso wichtiger, dass sich die Tiere auch mal frei bewegen können und andere Kriterien ihnen und ihren Haltern das Leben erleichtern. Foto: Getty Images
Artikel teilen
Louisa Stoeffler
Redakteurin

18. September 2025, 13:46 Uhr | Lesezeit: 8 Minuten

Deutschland gilt als Land der Hundeliebhaber – doch nicht in jeder Großstadt haben es Halter und ihre Vierbeiner gleich leicht. Von Hundesteuern über strenge Leinenpflichten bis hin zur Mitnahme im ÖPNV: Je nach Wohnort unterscheiden sich die Regeln massiv. Wir haben die zehn größten Städte sowie weitere Großstädte aus jedem Bundesland untersucht und anhand von zehn Kriterien eine umfassende Rangliste erstellt. Im großen PETBOOK-Ranking küren wir nicht nur die hundeunfreundlichste Großstadt, sondern geben Haltern auch Kriterien an die Hand, nach denen sie ihren eigenen Wohnort prüfen können.

Unsere Kriterien

Für die Bewertung konnte jede Stadt maximal 100 Punkte erreichen. Die Kriterien waren:

  1. Hundeauslaufgebiete, freilaufflächen, -spielplätze, -strände und -badestellen – Anzahl pro Quadratkilometer und Stadtteil, damit Hunde ausreichend Bewegung und Abwechslung haben.
  2. ÖPNV-Mitnahme – Ticketpflicht, Auflagen und Maulkorbregelungen im Nahverkehr.
  3. Allgemeine Maulkorbpflicht – nur Listenhunde vs. allgemeine Pflicht für viele Hunde.
  4. Leinenpflicht – ob sie generell gilt oder nur in bestimmten Bereichen/saisonal.
  5. Hundesteuer – Höhe für Ersthund.
  6. Hundesteuer – Höhe für Zweithund.
  7. Hundegesetze – Strenge und Transparenz der Regelungen.
  8. „Gefährliche Hunde“ / Rasselisten – 0 Punkte für die strengsten Listen mit Vorverurteilung nur aufgrund der Rasse, 10 Punkte für Städte ohne.
  9. Wald- und Jagdgesetze – saisonale oder allgemeine Sonderregelungen, Tötungsrecht für Jäger.
  10. Tierärzte – Dichte an Praxen, Kliniken und Notärztlicher Versorgung pro km² als Indikator für die medizinische Versorgung.

Warum wir uns für diese Kriterien entschieden haben

Wir haben bewusst die Hundesteuer als Kriterium gewählt – für die wir das Ranking von „Hundemagazin.com“ zurate gezogen haben, – und Ticketpreise im ÖPNV in die Wertung einbezogen. Denn diese Kosten schmälern das Haushaltsbudget von Hundehaltern und fressen Ressourcen, die eigentlich für Futter, Pflege oder tierärztliche Versorgung genutzt werden könnten.

Besonders für Menschen mit geringem Einkommen kann eine hohe Steuer oder zusätzliche Ticketpflicht der entscheidende Faktor sein, ob sie sich überhaupt einen Hund leisten können. Das betrifft nicht nur private Anschaffungen – es könnte auch dazu führen, dass weniger Hunde aus dem Tierschutz adoptiert werden, weil Halter die laufenden Kosten scheuen müssen.

Gerade in Städten mit strengen Leinenpflichten in bestimmten Bereichen ist es zudem wichtig, dass hundefreundliche Auslaufgebiete gut erreichbar, vielfältig und in angemessener Zahl vorhanden sind. Ebenso wie eine tierärztliche Versorgung gegeben sein muss, am besten auch mit Ruftierärzten, Kliniken und Notdiensten. Für diese Daten haben wir Online-Kartendienste genutzt und diese mit den Quadratkilometern der Stadt in Relation gestellt.

Auch für strenge und überalterte Hundegesetze, vor allem für die Pauschalverurteilung bestimmter Rassen, gab es saftige Punktabzüge. Für jede Rasse, die ohne tatsächlich erwiesene Gefährlichkeit auf der Liste steht, haben wir jeweils einen Punkt abgezogen, sodass Hamburg (13 Rassen) und München bzw. allgemein Bayern (19 Rassen) hier 0 Punkte erhielten.

Die hundefreundlichsten Großstädte Platz 1 – 3

Schauen wir uns zuerst an, welche Städte uns bei der Untersuchung besonders positiv aufgefallen sind und besonders viel Lebensqualität für Hund und Halter bieten.

Platz 1 – Leipzig

Leipzig ist von allen im PETBOOK-Ranking untersuchten Orten die hundefreundlichste Großstadt in Deutschland. Besonders positiv wirken sich die moderate Hundesteuer aus (14 Punkte von 20 für Erst- und Zweithund) und die Wald- und Jagdgesetze, die mit der Höchstwertung (10 Punkte) bedacht wurden. Denn hier gilt kein explizierter Leinenzwang, sondern eine Vertrauensbasis wurde angedacht. Auch die Tierarztdichte ist hoch (8,5 Punkte), sodass Halter im Ernstfall schnell medizinische Hilfe finden.

Abzüge gibt es dagegen bei den Auslaufgebieten: Mit 3,3 Punkten ist das Angebot pro Quadratkilometer eher knapp. Auch die Maulkorbregelungen fallen ins Gewicht – mit nur 5 Punkten liegen sie im Mittelfeld. Starre Hundegesetze und Rasselisten sind nach wie vor vorhanden, was zusätzlich Punkte kostet. In Summe erreicht Leipzig 67,8 Punkte und landet damit auf Platz 1 unseres Rankings – eine Stadt, die für viele Hundehalter attraktive Bedingungen bietet, aber beim Freilauf noch nachlegen könnte.

Platz 2 – Kiel

Kiel überrascht als zweithundefreundlichste Stadt im Ranking. Besonders hervorzuheben ist die ÖPNV-Regelung: Mit einem Deutschlandticket oder Abo fahren Hunde kostenlos – das bringt die Höchstwertung von 10 Punkten. Auch die Auslaufgebiete sind verhältnismäßig dicht verteilt (9,9 Punkte), und die Tierarztdichte ist solide (5,3 Punkte).

In anderen Kategorien schneidet Kiel durchschnittlich ab: Leinenpflicht (5 Punkte), Maulkorbregelung (6 Punkte), Rasselisten (6 Punkte) und Hundegesetz (6 Punkte) liegen alle im Mittelfeld. Abzüge gibt es allerdings beim Wald- und Jagdgesetz, das strikte Vorgaben macht (4 Punkte), und bei der relativ sportlichen Hundesteuer – für die den Vierbeinern hier aber auch einiges geboten wird.

Mit insgesamt 62,9 Punkten erreicht Kiel Platz 2 und zeigt, dass eine klare ÖPNV-Regelung und gute Infrastruktur entscheidend für Hundehalter sein können – auch wenn bei Steuer und Gesetzgebung noch Luft nach oben bleibt.

Auch interessant: Diese Rassen gelten in Deutschland als Listenhunde

Platz 3 – Frankfurt am Main

Frankfurt sichert sich Rang 3 im Ranking. Pluspunkte gibt es vor allem bei der Hundesteuer und den Auslaufgebieten: Mit 9,4 Punkten zeigt die Stadt eine überdurchschnittliche Versorgungsdichte, die Hunden viel Bewegungsfreiheit ermöglicht. Auch die Tierarztdichte (6,5 Punkte) und die Bewertung des Wald- und Jagdgesetzes (7 Punkte) sind stark.

Im ÖPNV erreicht Frankfurt mit 3 Punkten allerdings nur einen der schlechtesten Werte: Für größere Hunde muss man hier ein Ticket zum vollen Erwachsenenpreis kaufen – deutschlandweit einer der teuersten Tarife. Deutlich schwach schneidet die Stadt zudem bei den Rasselisten ab (nur 1 Punkt), da bestimmte Hunderassen in Hessen pauschal als gefährlich eingestuft werden.

Alles in allem erreicht Frankfurt 62,7 Punkte und komplettiert damit die Top 3 – eine Stadt mit viel Platz für Hunde, aber teuren Kostenfallen im Nahverkehr und bei der Steuer.

Roll-Leine für Hunde bis 15 kg

flexi® Comfort S Gurt 5 m

Hundeunfreundlichste Großstädte

Nun die drei Städte, die im PETBOOK-Ranking um die hundeunfreundlichste Großstadt leider nicht überzeugen konnten und die wenigsten Punkte bekamen.

Drittletzter Platz: Dortmund

Wie alle Städte in Nordrhein-Westfalen hat auch Dortmund einige Zähler aufgrund des Landeshundegesetzes verloren. Besondere Punktabzüge bei Leinenpflicht, Maulkorb und Gefährliche-Hunde-Regeln, sowie den absurd hoch angesetzten möglichen Bußgeldern von 100.000 Euro schlagen zu Buche. Die Unterschiede im Ranking der NRW-Städte ergeben sich daher vor allem durch Kosten und Infrastruktur.

In Dortmund fällt die Hundesteuer relativ hoch aus und belastet Hundehaushalte spürbar. Auch bei den Auslaufgebieten schneidet die Stadt schlecht ab (3,1 Punkte) – Freiflächen sind im Verhältnis zur Größe der Stadt rar. Hinzu kommt eine nur mäßige Tierarztdichte (3,9 Punkte), sodass im Ernstfall längere Wege zur medizinischen Versorgung anfallen können.

Mit insgesamt 37,9 Punkten landet Dortmund daher auf dem drittletzten Platz. Im direkten Vergleich mit anderen Ruhrgebietsstädten zeigt sich: Nicht das Gesetz, sondern vor allem die hohe Steuerlast und die hundeunfreundliche Infrastruktur machen Dortmund für Hundehalter eher unattraktiv.

Vorletzter Platz: Essen

Auch in Essen gilt das strenge NRW-Landeshundegesetz. Unterschiede im Vergleich zu den Nachbarstädten zeigen sich vor allem bei Steuer, Auslaufmöglichkeiten und Versorgung. Auch die Hundesteuersätze fallen nicht zugunsten der Halter aus. Zudem schneidet die Tierarztdichte auch eher schwach ab. Mit insgesamt 35 Punkten ist Essen die zweitunfreundlichste Stadt im Ranking.

Die hundeunfreundlichste Großstadt Deutschlands

Mit insgesamt 33 Punkten bildet Hamburg das absolute Schlusslicht im PETBOOK-Ranking und ist die hundeunfreundlichste Großstadt Deutschlands geworden. Hauptgrund ist das Hamburger Hundegesetz: Es gilt als eines der strengsten im Land und führt zu massiven Punkteverlusten. Rasselisten mit zahlreichen Hunderassen (0 Punkte) und eine extrem restriktive Hundegesetzgebung (0 Punkte) machen die Hansestadt zu einem schwierigen Pflaster für Hundehalter.

Auch die allgemeine Leinenpflicht ist kompromisslos (0 Punkte): Hunde müssen fast überall angeleint werden – Freilauf ist die Ausnahme, es sei denn, man hat einen Listenhund. Der muss auch auf der Hundewiese Maulkorb und Leine tragen.

Auch im ÖPNV gilt eine klare Ticket- und Maulkorbpflicht, größere Hunde müssen grundsätzlich zahlen. Mit nur 1 Punkt fällt auch die Tierarztdichte im Verhältnis zur Stadtgröße schwach aus. Volle Punkte gibt es immerhin bei der Hundesteuer für Erst- und Zweithund (10 Punkte), doch diese positiven Aspekte können das Gesamtbild nicht retten. Vor allem ein kompliziertes, restriktives Hundegesetz, enge Vorschriften und kaum Freiräume machen die Hansestadt zu einem der unattraktivsten Orte für Hunde in Deutschland.

Mehr zum Thema

High- und Lowlights aus dem Mittelfeld

Im breiten Mittelfeld des Rankings finden sich viele Städte mit einer gemischten Bilanz. Rostock, Potsdam und Hannover stechen positiv hervor: Sie liegen in Bundesländern, die keine pauschalen Rasselisten mehr führen und setzen auf moderne Hundegesetze, die stärker auf das Verhalten einzelner Tiere eingehen – dafür gibt es jeweils die volle Punktzahl.

Ganz anders München: Hier gibt es in vielen Kategorien 0 Punkte aufgrund der Hundegesetze, da Bayern mit 19 Rassen die längste Liste Deutschlands führt und besonders strenge Vorschriften macht. Listenhunde dürfen hier nicht einmal in den ÖPNV mitgenommen werden. Trotz hoher Steuerpunkte und einer guten Tierarztdichte landet München deshalb im unteren Bereich des Rankings. Auch Mainz fällt negativ auf. Mit nur 43,7 Punkten liegt die Stadt weit abgeschlagen, vor allem wegen der höchsten Hundesteuer in den betrachteten Städten, die Hundehaushalte finanziell belastet.

Insgesamt zeigt das Mittelfeld: Während manche Städte mit modernen Gesetzen punkten, scheitern andere an hohen Kosten oder veralteten Vorschriften – entscheidend ist die Balance aus fairen Regeln, guter Infrastruktur und finanzierbarer Hundehaltung.

Das Ranking über die hundeunfreundlichste Großstadt in Deutschland im Überblick

StadtLeinenpflichtMaulkorbRasselisteHundegesetzWald/JagdHundesteuer 1. TierHundesteuer 2. TierAuslaufgebieteÖPNVTierärzteGesamtpunkte
Leipzig5566109,47,15,358,267
Kiel566646,25,39,9104,562,9
Frankfurt am Main561678,89,41036,562,7
Potsdam610101048,17,1060,361,5
Magdeburg466677,5135,441,460,3
Hannover510101063,803,756,359,8
Stuttgart667558,13,20,969,556,7
Erfurt566678,17,11,752,654,5
Düsseldorf256329,46,86,341054,5
Rostock21010848,17,10,140,754
Bremen576663,86,82,731,147,4
Saarbrücken467576,95,80,35047
Berlin357446,95,2541,245,3
Mainz4575603,22,55643,7
München4300399,52,528,841,8
Köln256323,16,53,455,441,4
Dortmund256323,13,9354,937,9
Essen256323,13,23,234,535
Hamburg04003101023133

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.