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US-amerikanische Hunderasse

Was Halter über den Plott Hound wissen müssen

Ursprünglich war der Plott Hound vor allem in den USA bekannt. Inzwischen hat er jedoch auch in anderen Teilen der Welt immer mehr Fans gewonnen.
Ursprünglich war der Plott Hound vor allem in den USA bekannt. Inzwischen hat er jedoch auch in anderen Teilen der Welt immer mehr Fans gewonnen. Foto: picture alliance / Harald Dostal / picturedesk.com | Harald Dostal
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

12. November 2025, 7:08 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der Plott Hound ist nicht nur ein leidenschaftlicher Jäger, sondern auch ein sensibler Gefährte – eine spannende Kombination, die ihn zu einer besonderen Hunderasse macht. Ursprünglich für die Jagd auf Bären und Pumas gezüchtet, vereint er Robustheit mit Intelligenz und sozialem Feingefühl. Wer sich für diesen energiegeladenen Hund interessiert, sollte jedoch wissen: Der Plott fordert – körperlich wie geistig. Ob er zu Ihnen passt, erfahren Sie hier.

Herkunft

Der Ursprung des Plott Hounds liegt in den USA, genauer gesagt in North Carolina. Die Rasse geht auf die deutsche Familie Plott zurück, die Mitte des 18. Jahrhunderts mit fünf Hannoverschen Schweißhunden nach Amerika auswanderte. Ziel war es, eine leistungsstarke Jagdhundlinie zu etablieren – besonders geeignet für die Verfolgung von Großwild wie Bären oder Pumas in den Appalachen.

Die Nachfahren dieser Hunde wurden im Laufe der Jahrzehnte selektiv weitergezüchtet, wobei ein hoher Wert auf Reinrassigkeit gelegt wurde. Laut einem Beitrag im Jahrbuch der American Plott Association von 1996 zählt der Plott Hound im Vergleich zu anderen amerikanischen Jagdhunden zu den genetisch reinsten.

Trotz seines Erfolgs in den USA blieb der Plott Hound außerhalb seines Heimatlandes lange Zeit nahezu unbekannt. Erst in jüngerer Zeit findet er zunehmend Beachtung in Europa, insbesondere bei der Wildschweinjagd. International ist die Rasse derzeit nur durch AKC, CKC und UKC anerkannt; eine Anerkennung durch die FCI steht noch aus. In Deutschland wird die Zucht über den „Verein Plotthound Deutschland“ betreut.

Aussehen & Fell

Der Plott Hound ist ein mittelgroßer, muskulöser Jagdhund mit athletischer Ausstrahlung und harmonischem Körperbau. Sein Körper ist für Ausdauer und Wendigkeit konzipiert – Attribute, die ihn im bergigen Gelände besonders leistungsfähig machen. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 50 bis 63 cm und wiegen 23 bis 30 kg, Hündinnen sind mit 50 bis 58 cm etwas kleiner und wiegen 18 bis 27 kg.

Typisch für die Rasse sind der wachsame Blick, die hängenden, mittellangen Schlappohren und die lange, gerade Rute. Die Kopfform erinnert an den Hannoverschen Schweißhund, was seine Herkunft unterstreicht. Die Nase, Lefzen und Augenränder sind stets schwarz pigmentiert.

Das Fell ist kurz bis mittellang, glatt anliegend und pflegeleicht. Es besitzt wenig Unterwolle. Die häufigsten Farbvarianten sind gestromt in sämtlichen Tönen – oft mit schwarzem Sattel –, aber auch schwarze Hunde mit Brindle-Abzeichen oder einfarbige Tiere in Farben wie Creme, Ocker oder Rot kommen vor. Weiße Abzeichen an Brust und Pfoten sind erlaubt.

Charakter & Gemüt

Der Plott Hound ist ein energiegeladener, selbstständiger und intelligenter Hund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt. Er zeigt sich gegenüber seiner Bezugsperson treu, aufmerksam und lernfreudig, ist jedoch kein unterwürfiger „Befehlsempfänger“. Sein Wesen ist geprägt von Eigenständigkeit, was ihn im jagdlichen Einsatz wertvoll, in der Alltagsführung aber fordernd macht.

Fremden begegnet er zunächst reserviert, doch meist taut er schnell auf. Mit Artgenossen ist der Plott in der Regel gut verträglich. Dank seines sozialen Charakters und der engen Bindung zum Menschen kann er bei entsprechender Auslastung auch als Familienhund gehalten werden – allerdings nur bei hundeerfahrenen Haltern.

Erziehung

Die Erziehung eines Plott Hounds verlangt Konsequenz, Geduld und Erfahrung. Sein intelligentes und arbeitsfreudiges Wesen macht ihn zwar lernfähig, doch sein ausgeprägter Eigenwille erfordert klare Strukturen und eine liebevoll-bestimmte Führung.

Frühzeitige Sozialisierung – insbesondere mit anderen Hunden und Menschen – ist wichtig, um sein bellfreudiges Wesen in gewünschte Bahnen zu lenken. Abwechslung und spielerische Elemente im Training fördern die Motivation und erleichtern das Lernen. Als Anfängerhund ist der Plott nicht geeignet.

Richtige Haltung & Pflege

Der Plott Hound ist kein Hund für ein Leben auf dem Sofa – er benötigt viel Bewegung, mentale Auslastung und engen Familienanschluss. Ideal ist ein Haus mit großem, sicher eingezäuntem Garten. Eine Haltung in einer Wohnung oder im Zwinger ist nicht artgerecht.

Täglicher Auslauf, Suchspiele, Mantrailing oder Hundesportarten wie Agility oder Flyball sind geeignete Beschäftigungen.

Die Fellpflege ist unkompliziert: Regelmäßiges Bürsten reicht aus. Darüber hinaus sollten Ohren, Augen und Krallen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden.

Ernährung

Als aktiver Jagdhund hat der Plott Hound einen erhöhten Energie- und Proteinbedarf. Eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung unterstützt seine Muskelkraft und Ausdauer.

Ob Trockenfutter, Nassfutter oder BARF – entscheidend ist die Qualität der Inhaltsstoffe sowie eine alters- und aktivitätsgerechte Futtermenge. Besonders bei jagdlich geführten Hunden muss die Ernährung an den tatsächlichen Energieverbrauch angepasst werden.

Leichtes Übergewicht lässt sich durch kontrollierte Fütterung und ausreichend Bewegung gut vermeiden.

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Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten

Obwohl der Plott Hound als robuste und langlebige Rasse gilt, gibt es einige gesundheitliche Risiken, auf die geachtet werden sollte. Dazu zählen:

  • Hüftdysplasie (HD): kann bei übermäßiger Belastung auftreten
  • Magendrehung: wie bei vielen tiefbrüstigen Hunden möglich
  • Katarakt (grauer Star): vereinzelt beschrieben
  • Mucopolysaccharidose Typ I: eine seltene Erbkrankheit

Regelmäßige tierärztliche Kontrollen, artgerechte Haltung und gezielte Zuchtauswahl können das Risiko minimieren. Die Lebenserwartung liegt bei 12 bis 14 Jahren.

Der Plott Hound im Überblick

  • Charakter: leidenschaftlicher Jäger mit sensiblem Wesen
  • Größe (Schulterhöhe): Rüden 50–63 cm, Hündinnen 50–58 cm
  • Gewicht: Rüden 23–30 kg, Hündinnen 18–27 kg
  • Fell: kurz bis mittellang, glatt, mit wenig Unterwolle, meist gestromt
  • Bewegungsbedarf: sehr hoch, braucht täglich viel Auslauf und geistige Beschäftigung
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Besonderheiten: anspruchsvolle, robuste Jagdhunderasse – nur für erfahrene Halter mit viel Zeit und Platz geeignet

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