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Der Drahthaar-Foxterrier will gefordert werden – sonst übernimmt er das Kommando

Drahthaar-Foxterrier beim Rennen
Der Drahthaar-Foxterrier ist lebhaft, ausdauernd und ausgesprochen intelligent und eignet sich für aktive Halter. Foto: Getty Images
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

8. August 2025, 10:33 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Lebhaft, charmant und unermüdlich: Der Drahthaar-Foxterrier ist ein echter Charakterhund mit Witz und Temperament. Sein drahtiges Fell, der durchdringende Blick und sein beinahe grenzenloser Bewegungsdrang machen ihn zu einem echten Hingucker – und Herausforderer. Wer ihn unterschätzt, wird schnell von seiner Selbstständigkeit und Energie überrascht. Doch in erfahrenen Händen kann dieser kleine Jagdhund zu einem treuen, fröhlichen und begeisterungsfähigen Familienmitglied werden.

Herkunft

Der Drahthaar-Foxterrier stammt aus England und wurde ursprünglich zur Jagd auf Füchse gezüchtet – genauer gesagt zur sogenannten Baujagd, bei der die Hunde in unterirdische Fuchsbauten vordringen mussten. Dafür musste der Foxterrier mutig, kompakt und wendig sein. Die ersten Züchtungen basierten auf dem Glatthaar-Foxterrier, der durch Einkreuzung von rauhaarigen Hunden robuster gegenüber Kälte und Witterung gemacht wurde. Maßgeblich beteiligt war Reverend Jack Russell, dessen Name später durch eine verwandte Rasse bekannt wurde.

Bereits 1876 wurde in England der „Fox Terrier Club“ gegründet, der erste Rassestandard folgte kurz darauf. Anfangs waren Glatthaar-Varianten unter Jägern beliebter, doch in den 1920er-Jahren erlangte der Drahthaar-Foxterrier durch sein elegantes Erscheinungsbild große Beliebtheit – auch als Begleithund für Damen. In Deutschland wurde die Rasse ab 1889 gezielt gezüchtet. Obwohl der Drahthaar-Foxterrier einst zu den Modehunden gehörte, ist er heute seltener geworden, was auch auf seinen anspruchsvollen Charakter zurückzuführen ist.

Aussehen & Fell

Mit einer Schulterhöhe von bis zu 39 cm (Rüden) und einem Gewicht von etwa 8 kg gehört der Drahthaar-Foxterrier zu den kleinen, jedoch kraftvoll gebauten Rassen. Sein Körperbau ist muskulös, nahezu quadratisch und zeigt eine klare Linienführung. Die Rute wird aufrecht getragen, die v-förmigen Ohren kippen elegant nach vorn. Besonders markant ist der lange, kräftige Fang mit schwarzer Nase und wachem, dunklem Blick.

Sein dichtes, drahtiges Fell ist charakteristisch: Etwa 2 bis 5 cm lang, hart in der Textur und besonders fest an Rücken und Gliedmaßen. Das Fell benötigt regelmäßiges Trimmen, damit die Struktur erhalten bleibt. Farblich dominiert Weiß als Grundfarbe, ergänzt durch schwarze, lohfarbene oder schwarz-lohfarbene Abzeichen. Reinweiße Tiere sind selten, ebenso einfarbig lohfarbene oder schwarze Vertreter.

Charakter & Gemüt

Der Drahthaar-Foxterrier ist lebhaft, ausdauernd und ausgesprochen intelligent. Seine Jagdvergangenheit zeigt sich in seinem selbstbewussten, unabhängigen Wesen und seiner ausgeprägten Beobachtungsgabe. Typisch sind Eigenschaften wie Durchsetzungsstärke, Arbeitsfreude, Fröhlichkeit und eine gewisse Rauffreude – insbesondere im Umgang mit anderen Hunden.

Gegenüber Menschen, insbesondere Kindern, zeigt sich der Drahthaar-Foxterrier freundlich, verspielt und anhänglich. Seine hohe Energie erfordert jedoch einen strukturierten Alltag mit viel Beschäftigung. Lange Ruhephasen oder Alleinbleiben ohne Auslastung führen schnell zu unerwünschtem Verhalten. Dennoch: In konsequent geführten Händen ist der Drahthaar-Foxterrier ein liebenswerter Familienhund mit starker Bindung.

Erziehung

Die Erziehung des Drahthaar-Foxterriers erfordert Geduld, Konsequenz und Erfahrung. Aufgrund seines starken Willens und seiner Intelligenz testet er Grenzen gerne aus. Anfänger sind mit dieser Rasse oft überfordert. Eine enge Mensch-Hund-Bindung, klare Regeln und positive Verstärkung sind essenziell. Lob und Zuwendung wirken besser als Futterbelohnung, da er weniger futtermotiviert ist. Härte und inkonsequentes Verhalten führen schnell zu Dominanzproblemen. Wichtig ist auch die frühe Sozialisierung durch Hundeschule und Spielgruppen – insbesondere, um das rüpelhafte Verhalten gegenüber Artgenossen zu kontrollieren.

Richtige Haltung & Pflege

Der Drahthaar-Foxterrier ist kein Hund für Stubenhocker. Er benötigt täglich lange Spaziergänge, geistige Herausforderungen und sportliche Aktivitäten. Ideal ist ein Haus mit Garten, doch auch in einer Etagenwohnung fühlt er sich wohl – sofern sein Bewegungsbedarf gedeckt ist. Aufgrund seines engen Bezugs zur Familie gehört er nicht in den Zwinger.

Vor allem das Fell erfordert intensive Pflege: Halter sollten es regelmäßig bürsten und etwa zweimal im Jahr fachgerecht trimmen. Vernachlässigen sie diese Pflege, verliert das Fell seine typische Struktur. Frühzeitige Gewöhnung an das Bürsten erleichtert die Prozedur.

Ernährung

Die drahthaarigen Foxterrier sind robust und in der Regel nicht übermäßig verfressen. Eine proteinreiche Ernährung mit hochwertigem Futter – egal ob Trocken-, Nass- oder Rohfütterung – ist ideal. Gemüse, etwas Obst und Getreideflocken können das Menü ergänzen. Auch fermentierte Milchprodukte wie Joghurt oder Quark sind gut geeignet. Wichtig ist eine altersgerechte Fütterung: Welpen benötigen spezielles Welpenfutter und mehrere kleine Mahlzeiten täglich, erwachsene Hunde kommen mit zwei bis drei Portionen aus. Futterumstellungen sollten stets schrittweise erfolgen.

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Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten

Der Drahthaar-Foxterrier gilt als sehr robust mit einer Lebenserwartung von durchschnittlich 12 bis 14 Jahren – manche erreichen sogar 16 Jahre. Rassetypische Erkrankungen sind selten, dennoch treten vereinzelt genetisch bedingte Augen- und Gelenkprobleme auf. Dazu zählen unter anderem:

  • Linsenluxation
  • Progressive Retinaatrophie (PRA)
  • Ellenbogendysplasie
  • Patellaluxation
  • Hüftgelenksdysplasie

Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen, Impfungen und Wurmkuren sind essenziell. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Tiere vor der Zucht genetisch testen und vermeiden gesundheitlich belastete Verpaarungen.

Der Drahthaar-Foxterrier im Überblick

  • Größe & Gewicht: Rüden bis 39 cm, Hündinnen etwas kleiner; 7–8 kg
  • Fell: Dicht, drahtig
  • Charakter: Selbstbewusst, lebhaft, intelligent, verspielt, eigenständig
  • Pflegeaufwand: Mittel bis hoch (regelmäßiges Trimmen erforderlich)
  • Bewegungsbedarf: Sehr hoch – ideal für aktive Halter mit Hundesporterfahrung
  • Gesundheit: Robust, seltene genetische Erkrankungen möglich

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