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Seltene Zucht

Der American Water Spaniel eignet sich für Jagd und Familie

Die genauen Ursprünge des American Water Spaniel sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich geht sie auf alte britische und irische Wasser-Spaniels zurück.
Die genauen Ursprünge des American Water Spaniel sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich geht sie auf alte britische und irische Wasser-Spaniels zurück. Foto: picture alliance / blickwinkel/B. Rainer | B. Rainer
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

28. August 2025, 6:56 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der American Water Spaniel ist ein echter Allrounder unter den Jagdhunden – und trotzdem auch für engagierte Anfänger interessant. Ursprünglich gezüchtet für die Arbeit im und am Wasser, bringt er Ausdauer, Intelligenz und Kooperationsbereitschaft mit. Seine Vielseitigkeit macht ihn zum geschätzten Jagdpartner, aber auch zu einem loyalen Familienhund. Selten und in Deutschland kaum zu finden, gilt er als Geheimtipp für aktive Hundeliebhaber, die Zeit und Freude an gemeinsamer Beschäftigung haben.

Herkunft

Die exakten Ursprünge des American Water Spaniel sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich geht die Rasse auf alte britische und irische Wasser-Spaniels wie den Irish Water Spaniel oder den Old English Water Spaniel zurück. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts existierten in den USA Hunde, die dem heutigen Rassetyp ähnelten und vor allem entlang des Mississippi bei der Jagd auf Wasservögel eingesetzt wurden. Dank seiner mittelgroßen, kompakten Statur konnte der Hund problemlos in Booten mitgeführt werden und erlegte Beute sicher apportieren – im Wasser ebenso wie an Land. Mit dem Aufkommen von Retrievern sank jedoch seine Popularität, sodass die Rasse Ende des 19. Jahrhunderts fast verschwand.

Erst der engagierte Züchter Dr. Fred J. Pfeifer sorgte ab den 1920er-Jahren für ihren Erhalt, entwickelte den Standard und initiierte 1940 die offizielle Anerkennung in den USA. Trotz dieser Bemühungen blieb der Bestand gering. Heute ist der American Water Spaniel vor allem in den US-Bundesstaaten Wisconsin, Michigan und Minnesota verbreitet – Wisconsin ernannte ihn sogar zum offiziellen State Dog. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte die Rasse 1979 an. In Europa und besonders in Deutschland ist sie bis heute eine Rarität ohne aktive Züchter.

Aussehen & Fell

Der American Water Spaniel ist ein mittelgroßer, muskulöser Hund mit einer Widerristhöhe von 38–46 cm. Rüden wiegen 13,5–20,5 kg, Hündinnen 11,5–18 kg. Sein Körperbau wirkt sportlich und harmonisch, wobei der Rücken etwas länger als hoch ist. Charakteristisch sind die langen, breiten Schlappohren, der wache Blick und das dichte, wellige bis gelockte Fell (onduliert).

Das mittellange Haarkleid verfügt über eine wetterfeste Unterwolle, die ihn vor Kälte, Nässe und Wind schützt. Laut Standard sind die Fellfarben Braun, Schokoladenbraun und Leberbraun zulässig, mitunter mit kleinen weißen Abzeichen an Brust oder Pfoten. Die Fellstruktur ist funktional: Sie schützt vor Unterkühlung im Wasser und ermöglicht gleichzeitig Beweglichkeit im Gelände. Trotz seiner kompakten Erscheinung wirkt der Hund nicht schwerfällig, sondern agil und kraftvoll. Die Rasse hat sich seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert optisch kaum verändert.

Charakter & Gemüt

Der American Water Spaniel gilt als freundlich, ausgeglichen und anpassungsfähig. Er zeigt eine hohe Lernbereitschaft und ist stark auf seine Bezugspersonen fixiert. Sein „will to please“ – der Wille, zu gefallen – erleichtert die Zusammenarbeit. Fremden gegenüber verhält er sich meist zurückhaltend, aber nicht aggressiv. Typisch ist ein gewisser Belltrieb, der sich mit Erziehung zwar mindern, jedoch selten völlig abstellen lässt.

Als Jagdhund besitzt er einen ausgeprägten Apportier- und Wassertrieb, kommt aber auch ohne aktive Jagd auf seine Kosten, wenn er alternativ beschäftigt wird. Seine robuste Gelassenheit macht ihn zum angenehmen Familienhund, der gut mit Kindern umgehen kann, sofern er geistig und körperlich ausgelastet wird. Artgenossen und andere Haustiere akzeptiert er in der Regel, wenn er früh sozialisiert wurde.

Erziehung

Die Erziehung des American Water Spaniel gelingt mit konsequenter, aber liebevoller Führung. Härte ist kontraproduktiv und kann das Vertrauen stören. Aufgrund ihres Kooperationswillens ist die Rasse auch für Anfänger geeignet, sofern diese über Grundwissen verfügen und bereit sind, Zeit in Training und Sozialisation zu investieren. Hundeschulen und Welpenspielgruppen sind empfehlenswert, um Gehorsam und soziale Kompetenz zu fördern. Wichtig ist, das Bellen gezielt zu kontrollieren und dem Hund abwechslungsreiche Lernreize zu bieten. Jagdhundeausbildung oder Hundesportarten wie Obedience können seine natürlichen Anlagen optimal nutzen.

Richtige Haltung & Pflege

Der American Water Spaniel kann sowohl im Haus mit Garten als auch in einer ausreichend großen Wohnung gehalten werden – idealerweise mit Zugang zu Grünflächen. Er benötigt täglich viel Bewegung, kombiniert mit geistiger Beschäftigung. Längere Spaziergänge, Schwimmen oder Hundesport sind für sein Wohlbefinden wichtig.

Das Fell sollte zweimal pro Woche gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Baden ist nur bei starker Verschmutzung nötig, dann mit mildem Hundeshampoo. Die Schlappohren sollten regelmäßig kontrolliert und gereinigt, die Krallen bei Bedarf gekürzt werden. Zahnpflege durch Bürsten oder spezielle Snacks beugen Zahnstein vor.

Ernährung

Als aktiver Hund benötigt der American Water Spaniel eine proteinreiche, fleischbasierte Ernährung. Fleisch sollte an erster Stelle der Futterdeklaration stehen, Getreide und Zucker sollten möglichst vermieden werden. Die Futtermenge richtet sich nach Alter, Gewicht, Aktivitätslevel und Gesundheitszustand. Frisches Wasser muss stets verfügbar sein.

Geeignet sind Nass- oder Trockenfutter sowie eine ausgewogene Rohfütterung (BARF) mit Gemüse- und Kohlenhydratanteilen. Snacks und Leckerlis – auch Bananen, die viele Water Spaniels Berichten zufolge gern mögen – sollten in Maßen gegeben werden, um Übergewicht zu vermeiden. Nach dem Füttern ist eine Ruhepause zur Verdauung wichtig, um Magendrehung vorzubeugen.

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Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten

Der American Water Spaniel gilt als robust, hat jedoch rassetypische Anfälligkeiten. Genetische Augenerkrankungen wie Katarakt (Grauer Star) und progressive Retinaatrophie (PRA) können auftreten, ebenso Epilepsie, Diabetes oder Schilddrüsenunterfunktion. Hüftgelenksdysplasie ist selten, sollte jedoch vorbeugend beachtet werden, vor allem im Wachstum: Übermäßige Belastung und Sprünge sind im Welpenalter zu vermeiden.

Zur Gesunderhaltung tragen regelmäßige tierärztliche Kontrollen, ein angepasstes Bewegungsprogramm und eine ausgewogene Ernährung bei. Die Lebenserwartung liegt bei 12–14 Jahren.

Der American Water Spaniel im Überblick

  • Charakter: freundlich, lernwillig & kooperativ
  • Größe: 38–46 cm
  • Gewicht: 11,5–20,5 kg
  • Fell: wellig bis gelockt, wetterfeste Unterwolle
  • Bewegungsbedarf: hoch
  • Durchschnittliche Lebenserwartung: 12–14
  • Besonderheiten: braucht besonders viel Auslastung

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