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Geheimtipp

Die fast vergessene Hunderasse Alopekis ist vom Aussterben bedroht

Der Alopekis ist eine kleine bis mittelgroße Hunderasse aus Griechenland. Er repräsentiert eine dort weit verbreitete Rasse von Haus- und Hofhunden.
Der Alopekis ist eine kleine bis mittelgroße Hunderasse aus Griechenland. Er repräsentiert eine dort weit verbreitete Rasse von Haus- und Hofhunden. Foto: Getty Images/Wirestock
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Dennis Agyemang
Dennis Agyemang Autor

20. August 2025, 11:11 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Der Alopekis ist ein echter Geheimtipp unter den Hunden: klein, charmant und erstaunlich vielseitig. Ursprünglich aus Griechenland stammend, hat dieser „kleine Fuchs“ über Jahrhunderte als Hof- und Familienhund gedient. Mit seiner Mischung aus Intelligenz, Gelassenheit und Spielfreude passt er in viele Lebensmodelle – vom aktiven Single bis zur kinderreichen Familie. Doch so unkompliziert er wirkt, bringt er auch einige Eigenheiten mit, die man kennen sollte, bevor er einzieht.

Herkunft

Der Alopekis ist ein uralter Hundeschlag aus Griechenland, dessen Name „kleiner Fuchs“ bedeutet – abgeleitet vom griechischen „alepoú“. Seine Ursprünge reichen vermutlich Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende zurück. Archäologische Funde und antike Darstellungen deuten darauf hin, dass fuchsartige Hunde schon in der Antike als Begleiter, Mäusejäger und Hofwächter dienten. Besonders in den ländlichen Regionen Nordostgriechenlands war der Alopekis ein unverzichtbarer Helfer: Er bewachte Haus und Hof, hielt Ungeziefer fern und schützte Geflügel vor Mardern oder Füchsen.

Seine Erscheinung ist stark von der natürlichen Selektion geprägt – statt gezielter Zucht gab es eine Anpassung an die praktischen Bedürfnisse der Menschen. So entstand ein robuster, langlebiger und vielseitiger Hund, der sowohl selbstständig als auch eng mit Menschen arbeiten kann. Im 20. Jahrhundert ging die Zahl der Alopekis-Hunde drastisch zurück, vor allem durch den Rückgang traditioneller Landwirtschaft und die Einführung moderner Hunderassen. Erst in den 1990er-Jahren begannen engagierte Tierschützer und Liebhaber, die Population zu stabilisieren. Heute wird der Alopekis in Griechenland wieder geschätzt, ist international jedoch kaum verbreitet und nicht von großen Zuchtverbänden anerkannt.

Aussehen & Fell

Der Alopekis ist ein kleiner bis mittelgroßer, kompakter Hund mit harmonischen Proportionen und einem leicht fuchsartigen Erscheinungsbild. Er erreicht eine Schulterhöhe von 20 bis 30 cm bei einem Gewicht zwischen 4 und 7,5 kg. Der Kopf ist keilförmig, die Augen mandelförmig und aufmerksam, meist in warmen Brauntönen. Die Ohren sind häufig hängend, können aber auch halb aufgerichtet getragen werden.

Das Fell ist variabel: Es kann kurz, mittellang oder seltener halblang und leicht gewellt sein. In allen Fällen ist es dicht, mit einer wetterfesten Unterwolle. Häufig anzutreffen sind harte, glatte Fellstrukturen, seltener rauhaarige Varianten. Farblich zeigt sich der Alopekis in zahlreichen Tönen – von einfarbig Weiß, Braun oder Schwarz bis zu mehrfarbigen Kombinationen und Scheckungen.

Die Rute ist mittellang, meist leicht gebogen oder sichelförmig und wird in Bewegung fröhlich getragen. Trotz fehlenden Rassestandards wirkt der Alopekis stets ausgewogen und athletisch, was seine Wendigkeit und Ausdauer unterstreicht.

Charakter & Gemüt

Der Alopekis gilt als sozial, intelligent und anpassungsfähig. Er baut eine enge Bindung zu seinen Menschen auf und zeigt sich verspielt, aufmerksam und oft sehr gelassen. Fremden gegenüber ist er wachsam, ohne aggressiv zu sein. Sein historischer Einsatz als Hofhund prägt sein Verhalten bis heute: Er meldet Ungewöhnliches zuverlässig, kann jedoch bei Langeweile zum Kläffer werden.

Viele Alopekis besitzen einen moderaten Jagdtrieb, besonders auf Kleintiere wie Mäuse oder Kaninchen. Gleichzeitig sind sie lernwillig und bemüht, sich den Regeln ihrer Bezugsperson anzupassen. Mit Kindern und anderen Haustieren sind sie meist verträglich, wenn sie früh sozialisiert werden. Ihre Mischung aus Selbstständigkeit und Kooperationsbereitschaft macht sie zu vielseitigen Begleitern für aktive wie ruhigere Haushalte.

Erziehung

Der Alopekis lässt sich mit konsequenter Erziehung gut ausbilden. Klare Regeln, Geduld und geistige Auslastung sind entscheidend, um seine Intelligenz zu fördern und unerwünschtes Verhalten – etwa exzessives Bellen – zu vermeiden. Frühzeitige Sozialisierung mit Menschen, Tieren und verschiedenen Umgebungen hilft, seinen wachsamen, aber ausgeglichenen Charakter zu stabilisieren.

Besonders bei Hunden aus dem Tierschutz sollte man auf eventuell fehlende Alltagserfahrung vorbereitet sein. Fähigkeiten wie Leinenführigkeit oder Alleinbleiben müssen oft behutsam erlernt werden. Mit liebevoller, aber klarer Führung wird der Alopekis zu einem verlässlichen Begleiter.

Richtige Haltung & Pflege

Der Alopekis ist anpassungsfähig und kann sowohl in einer Wohnung als auch in einem Haus mit Garten leben – entscheidend ist genügend Bewegung. Zwei Stunden Aktivität pro Tag, verteilt auf Spaziergänge und Spielphasen, sind empfehlenswert. Er schätzt geistige Herausforderungen wie Suchspiele oder einfache Hundesportarten.

Pflegeseitig ist er unkompliziert: Ein- bis zweimal wöchentliches Bürsten reicht meist aus, im Fellwechsel etwas häufiger. Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Dank seiner robusten Natur braucht er keine besondere Pflege, profitiert jedoch von einer strukturierten Tagesroutine.

Ernährung

Der Alopekis ist genügsam, sollte aber hochwertiges, proteinreiches Futter erhalten – ob als Trocken-, Nass- oder ausgewogen zusammengestellte Frischkost. Fleischquellen wie Huhn, Lamm oder Fisch versorgen ihn mit wichtigen Aminosäuren, während gesunde Fette Fell und Haut unterstützen.

Portionsgrößen richten sich nach Alter, Gewicht und Aktivität. Erwachsene Hunde erhalten meist zwei Mahlzeiten täglich, Welpen drei bis vier kleinere Portionen. Überfütterung ist zu vermeiden, da der Alopekis zu Übergewicht neigen kann. Frisches Wasser sollte stets verfügbar sein.

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Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten

Der Alopekis gilt als sehr robuste, langlebige Rasse mit einer Lebenserwartung von 14 bis 17 Jahren. Rassetypische Erkrankungen sind selten, dennoch können – wie bei vielen kleinen Hunden – Patellaluxation, Zahnprobleme oder Ohrenentzündungen auftreten.

Prävention umfasst regelmäßige Tierarztkontrollen, Zahnpflege, Gewichtskontrolle und ausgewogene Ernährung. Auch nach Kastrationen ist auf das Gewicht zu achten. Allergien kommen gelegentlich vor, lassen sich jedoch meist mit angepasster Fütterung und Hygiene gut managen.

Der Alopekis im Überblick

  • Größe & Gewicht: 20–30 cm Schulterhöhe, 4–7,5 kg
  • Charakter: sozial, selbstbewusst, gelassen, wachsam
  • Fell: kurz bis mittellang, mit Unterwolle, viele Farbvarianten
  • Bewegungsbedarf: mittel bis hoch, ca. 2 Stunden täglich
  • Lebenserwartung: 14–17 Jahre, sehr robust
  • Besonderheiten: seltene, nicht offiziell anerkannte Rasse aus Griechenland

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