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Ursachen und Erste Hilfe

Warum humpelt mein Hund nach dem Aufstehen?

Hund läuft mit Frauchen über die Straße (Berlin)
Wenn Hunde plötzlich humpeln, kann das viele Ursachen haben. Kommt das Humpeln schleichend kann dies etwa an typischen Alterskrankheiten wie Arthrose liegen Foto: Getty Images
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Porträt Manuela Bauer
Freie Autorin

25. August 2026, 6:03 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Gerade noch tollt der Hund über die Wiese, im nächsten Moment humpelt er plötzlich. Doch nicht immer tritt das Problem nach einer Verletzung auf. Manche Hunde beginnen vor allem nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhepausen zu humpeln und laufen sich erst nach einigen Schritten wieder ein. Während manchmal nur eine harmlose Ursache dahintersteckt, können auch Gelenkprobleme oder andere Erkrankungen verantwortlich sein. PETBOOK erklärt, warum Hunde humpeln und welche ersten Maßnahmen helfen können.

Welche Symptome zeigt Ihr Hund?

Hunde sind Meister darin, Schmerzen zu verbergen. Manchmal sind die Beschwerden jedoch so stark, dass sie nicht mehr kompensiert werden können. Ob akut oder chronisch: Aufmerksamen Haltern fällt meist schnell auf, wenn ihr Hund aufgrund von Schmerzen humpelt oder sein Verhalten verändert:

  • Er belastet ein Bein nicht mehr, zieht es hinterher oder schlurft.
  • Er setzt eine Pfote nicht mehr auf.
  • Er zieht ein Bein hoch in die Luft und versucht es dort zu halten.
  • Er entlastet das Bein auch beim Stehen und belastet nur die Zehenspitze.
  • Er läuft langsamer und steifer als gewöhnlich.
  • Er möchte nicht mehr ins Auto springen oder die Treppe hochlaufen.
  • Er tut sich schwer beim Aufstehen und Hinlegen und die Probleme verstärken sich bei nass-kaltem Wetter.

Warum humpelt der Hund?

Gab es einen Vorfall mit anderen Hunden, einen Sturz oder Unfall? Zuerst sollte man den Hund vorsichtig selbst untersuchen. Dabei geht man von unten nach oben vor. Aber Vorsicht: Wenn der Hund Schmerzen hat, kann er auch schnappen oder zubeißen.

Pfoten

Schnell hat sich ein Hund einen Dorn, Glassplitter oder rostigen Nagel eingetreten. Deshalb sollten Halter die Ballen und Zehenzwischenräume auf Fremdkörper, Verletzungen oder Abschürfungen untersuchen. Möglicherweise ist auch ein Zeh verstaucht oder die Pfoten haben auf heißem Asphalt Brandblasen entwickelt.

Im Winter können dagegen Schneeballen zwischen den Zehen oder Streusalz an kleinen Wunden Schmerzen verursachen. Hier hilft es oft schon, die Pfoten mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Auch eingerissene oder abgebrochene Krallen können starke Schmerzen verursachen und stark bluten. Zudem kann eine zu lange Wolfskralle in die Haut einwachsen und Beschwerden bereiten.

Beine

Schnell ist eine Sehne gezerrt oder ein Knochen gebrochen. Deshalb sollte man die Gelenke nur vorsichtig abtasten. Ist schon etwas angeschwollen oder der Hund jammert, wenn man es beugen will? Das kann erste Hinweise geben.

Hund humpelt nach dem Aufstehen – was kann dahinterstecken?

Viele Hundehalter beobachten, dass ihr Hund nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhephasen humpelt, sich nach einigen Schritten aber wieder normal bewegt. Treten die Beschwerden zusätzlich nach stärkerer Belastung wie Toben, Rennen oder Springen auf, können Gelenkprobleme die Ursache sein.

Besonders bei älteren Hunden kommen arthrotische Veränderungen infrage. Typisch ist, dass die Tiere nach einer Ruhephase steif wirken und das betroffene Bein zunächst schonen, bevor sie sich „einlaufen“. Auch Überlastungen, Entzündungen oder andere Erkrankungen des Bewegungsapparats können ähnliche Symptome verursachen. Wer solche Beschwerden regelmäßig beobachtet, sollte den Hund tierärztlich untersuchen lassen.

Wie kann man dem Hund schnell helfen?

Splitter, Dornen oder andere Fremdkörper kann man gegebenenfalls vorsichtig selbst entfernen. Dafür benutzt man am besten eine Pinzette und desinfiziert die Stelle anschließend. Brechen Sie am besten den Spaziergang ab, damit der Hund sich schonen kann, wenn er sich z.B. vertreten hat. Ein Coolpack kann nützlich sein, um Schwellungen zu lindern. Auch eine Bandage, eine elastische Binde oder ein stützender Verband kann entlasten.1

Diese Maßnahmen sollte man allerdings nur anwenden, wenn man sich sicher ist, dass man weiß, was man tut. Besser ist es, wenn der Hund plötzlich humpelt, möglichst schnell den Tierarzt aufzusuchen, damit dieser sicher feststellt, ob es sich bei einer Verletzung um eine Zerrung oder um einen Bruch handelt.

Auch interessant: Erste Hilfe beim Hund – so handeln Sie im Notfall

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Welche Krankheiten können dahinterstecken?

Nicht immer ist eine akute Verletzung die Ursache dafür, dass der Hund humpelt. Vor allem, wenn die Symptome schleichend oder unregelmäßig auftreten, könnte eine der folgenden Krankheiten dahinterstecken: 2

Kreuzbandriss

Humpelt der Hund an den Hinterbeinen, gehört der Kreuzbandriss zu den häufigsten Ursachen. Meist reißt das Band durch eine schnelle Bewegung, da es aufgrund einer degenerativen Erkrankung nicht mehr die ursprüngliche Struktur hat. Mit einer OP kann man das Kreuzband stabilisieren.

Entzündung der Sehnen

Die Sehnen können sich aus unterschiedlichen Gründen entzünden. Es kann durch einen stumpfen Schlag ausgelöst werden, durch eine Überbelastung (Übergewicht) oder weil etwas angerissen ist. Dann ist die Behandlung oft sehr langwierig.

Arthrose

Meist entwickeln ältere Hunde diese degenerative und fortschreitende Gelenkveränderung. Bei Arthrose kommt es zu Wucherungen am Knochen und der Knorpel geht durch Fehlbelastungen kaputt. Übergewicht ist hier unbedingt zu vermeiden. Der Tierarzt kann mit Medikamenten den Verlauf nur verlangsamen und die Schmerzen lindern. Eine Heilung ist leider nicht möglich.

Panostitis

Diese Erkrankung tritt bei Junghunden auf, wobei sich die großen Röhrenknochen an den Vorder- und Hinterläufen entzünden. Meist sind Hunde großer Rassen vor der Beendigung des zweiten Lebensjahres betroffen. Zur Behandlung setzt man vor allem Schmerzmedikamente ein.

Patellaluxation

Hier springt die Kniescheibe seitlich aus ihrer Führungsrinne. Bei kleinen Hunden ist das häufig genetisch veranlagt. Bei größeren Rassen ist oft ein Unfall die Ursache. Die Hunde ziehen dann das betroffene Bein hoch. Springt die Kniescheibe wieder an die korrekte Stelle zurück, laufen sie wieder normal. Hier kann eine OP helfen.

Knochenkrebs

Meist tritt ein Osteosarkom, ein bösartiger Tumor, am Oberarm auf und führt dazu, dass der Vierbeiner humpelt. Dies kann nur ein Tierarzt mithilfe von Röntgenbildern oder CT-Aufnahmen feststellen. Auch die Behandlung muss individuell mit einem Tierarzt abgesprochen werden.

Fazit

Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum ein Hund plötzlich humpelt. Manchmal sind die Ursachen harmlos und der kleine Holzsplitter kann schnell mit der Pinzette entfernt werden. Aber manchmal können auch ernsthafte und schmerzhafte Krankheiten dahinterstecken, dann ist der Besuch beim Tierarzt unumgänglich.

Quellen

  1. herzenstier.com, „Hund hat sich vertreten“ (aufgerufen am 25.08.2026) ↩︎
  2. rover.com, „Warum humpelt mein Hund?“ (aufgerufen am 25.08.2026) ↩︎

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