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Schnupfen beim Hund erkennen – diese Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen

Hund unter einer Decke
Niesen, Schlappheit und Nasenlecken wirken harmlos – können bei Hunden aber erste Hinweise auf einen beginnenden Infekt sein. Foto: Getty Images
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2. Februar 2026, 5:48 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten

Wenn die Temperaturen schwanken und das Wetter unbeständig ist, leiden nicht nur wir Menschen an Schnupfen und Husten – auch Hunde können sich erkälten. Doch woran erkennt man einen Hundeschnupfen überhaupt, was sind mögliche Ursachen, und welche Maßnahmen helfen bei einem Infekt? PETBOOK sprach mit Tierarzt Dr. Hölter darüber.

Hunde und Schnupfen – das sagt der Tierarzt

„Ja, Hunde können Schnupfen bekommen – also eine Entzündung der oberen Atemwege mit Symptomen wie Niesen, Nasenausfluss oder einer verstopften Nase“, sagt Tierarzt Dr. Hölter aus Stade. Ansteckend sei der Schnupfen für uns Menschen jedoch nicht. Und andersherum übrigens auch nicht.

Wie ziehen sich Hunde Schnupfen zu? Im Grunde ganz ähnlich wie wir Menschen. „In vielen Fällen handelt es sich um eine milde, vorübergehende Infektion, ähnlich wie bei uns Menschen“, sagt Tierarzt Dr. Hölter. „Besonders in der kalten Jahreszeit oder bei Stress kann das Immunsystem geschwächt sein, was solche Infekte begünstigt.“

Besonders Hunde mit sehr dünnem Fell und fehlender Unterwolle freuen sich über einen Mantel oder einen anderen Schutz. Achten Sie zudem darauf, dass Ihr Vierbeiner nicht auskühlt. Wird er nass, sollten Sie ihn unbedingt trocken rubbeln, um so einer Unterkühlung entgegenzuwirken. Bleiben Sie außerdem beim Gassigehen in Bewegung und machen Sie Ihre Runden zügig. Lange Stopps und Gesprächspausen mit den Nachbarn tun dem Hund nicht gut und können dafür sorgen, dass er auskühlt.

Sollte sich der Hund bereits erkältet haben, helfen vor allem Wärme, Ruhe und ausreichend Flüssigkeit bei der Genesung. Es gibt zudem wärmende Hilfsmittel wie beheizbare Unterlagen oder Wärmelampen, die die Erholung unterstützen können.

Wie zeigt sich ein Hundeschnupfen?

Schnupfen beim Hund ist gar nicht so leicht zu erkennen, wie Tierarzt Dr. Hölter erklärt: „Ein wenig klarer Nasenausfluss ist bei Hunden normal. Irritierende Gerüche oder Luftverschmutzung, Kälte oder körperliche Anstrengung können dafür sorgen, dass die Nase stärker läuft als sonst, oder der Hund häufiger niest, ohne dass er Schnupfen hat. Andererseits lecken Hunde krankhaften Nasenausfluss so schnell ab, dass man ihn leicht übersieht. Ein leichter Schnupfen, bei dem der Hund nicht oft niesen muss und die Nase nicht verstopft ist, bleibt daher häufig unbemerkt. Selbst eitriger Nasenausfluss oder Nasenbluten werden vielleicht erst sichtbar, wenn der Hund schläft.“

Hunde können uns nicht direkt sagen, wenn sie sich unwohl fühlen – umso wichtiger ist es, ihre Signale richtig zu deuten. Gerade bei Erkältungen zeigen sich oft schon früh kleine Anzeichen, die aufmerksam machen sollten.

Symptome einer Erkältung beim Hund:

  • Häufiges Nasenlecken
  • Frösteln oder Zittern
  • Schlappheit und verminderte Aktivität
  • Zusammengekauerte oder eingerollte Körperhaltung
  • Schnelles Ermüden beim Spaziergang
  • Häufiges Hinsetzen oder plötzliches Anhalten
  • Appetitlosigkeit
  • Niesen
  • Erhöhte Körpertemperatur oder Fieber

Beobachten Sie Ihren Hund aufmerksam und nehmen Sie diese Hinweise ernst. Je früher Sie reagieren, desto besser können Sie ihn unterstützen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden ist ein Besuch beim Tierarzt immer die richtige Entscheidung.

„Hunde können auch am sogenannten Zwingerhusten erkranken“

Nicht jedes Niesen deutet tatsächlich auf einen Schnupfen hin, warnt Tierarzt Dr. Hölter. „Hunde können auch am sogenannten Zwingerhusten erkranken – einer ansteckenden Infektion der Atemwege, die je nach Erreger mild oder ernst verlaufen kann“, so der Tierarzt. Eine Impfung gegen Zwingerhusten wird für Hunde empfohlen, die viel Kontakt zu fremden Hunden haben, zum Beispiel in Hundeschulen oder Tierpensionen.

Auch Allergien können eine Ursache für Schnupfen bei Hunden sein. Die meisten Hunde mit Pollen- oder Hausstaub-Allergien zeigen jedoch Juckreiz und Hautprobleme. Heuschnupfenartige Symptome, wie wir Menschen sie kennen, sind deutlich seltener.

„Hinter Nasenausfluss und Niesen bei Hunden können auch Zahnprobleme, Fremdkörper, Pilzinfektionen, Polypen oder Tumoren stecken“, sagt Tierarzt Dr. Hölter, „Bei Hunden, die im Ausland waren, können Parasiten wie Nasenmilben oder Wurmeier in den Nasenhöhlen Ursache der Symptome sein.“

Auch interessant: Auch Hund und Katze können eine Pollenallergie entwickeln – das sind die Symptome

Woran erkenne ich Fieber beim Hund?

Ein erhöhter Temperaturzustand lässt sich bei Hunden an erwärmten Körperstellen feststellen. Besonders die Ohren und die Nase sind bei Fieber erwärmt. Wenn das Tier plötzlich Berührungen vermeidet oder sich ungewöhnlich abweisend verhält, kann das ebenfalls ein Anzeichen für Unwohlsein sein. Hunde ziehen sich, wenn es ihnen nicht gut geht, oft zurück. Sie möchten – anders als so manch leidender Zweibeiner – nicht etwa Aufmerksamkeit und Mitleid, sondern schlichtweg in Ruhe gelassen werden. Wirkt Ihr Hund sehr verändert, sollten Sie nicht lange zögern und zeitnah eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Anpassung an niedrige Temperaturen durch Bewegung

Wie bei uns Menschen gilt auch für Hunde: Vorbeugung ist das beste Mittel. In Jahreszeiten mit unbeständigen Temperaturen sorgen regelmäßige Spaziergänge dafür, dass sich Ihr Vierbeiner an das wechselhafte Wetter gewöhnt und sein Körper schneller darauf reagiert. Hunde, die viel Zeit draußen verbringen, sind deutlich besser gegen Kälte gewappnet als Stubenhocker. Bewegung hilft dem Körper nicht nur, sich aufzuwärmen, sondern stärkt auch das Immunsystem nachhaltig.

In Innenräumen sind normale Raumtemperaturen in der Regel auch für den Hund angenehm. Sollte ihm dennoch zu warm werden, erkennen Sie dies daran, dass er sich an einen kühleren Ort, wie auf Fliesen, zurückzieht. Wer in Schlafzimmern deutlich kühlere Temperaturen bevorzugt, sollte daran denken, kurzhaarigen Hunden gegebenenfalls nachts eine zusätzliche Decke oder einen leichten Mantel anzubieten, um Auskühlung zu vermeiden.

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Bei Hundeschnupfen – Vorsicht bei Hausmitteln

„Sehr warme, trockene Raumluft schadet der Nase mehr, als dass sie hilft“, mahnt Tierarzt Dr. Hölter. Etwas Salzwasserdampf, gern auch in Kombination mit beruhigenden Kräutern wie Kamille, Salbei, Rosmarin oder Thymian in der Raumluft, könne hingegen helfen, Schleim zu lösen. Vorsicht sei geboten hingegen bei ätherischen Ölen wie Eukalyptus, Kiefern- oder Fichtenöl – diese können bei Tieren zu Vergiftungen führen. Auch eine Überdosierung könne die Schleimhäute reizen, heißer Dampf den Kreislauf belasten, weil Hunde nicht schwitzen, sondern hecheln, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Mit diesen Tipps sollte Ihr Vierbeiner ausreichend gewappnet gegen Viren und Wetterumschwünge sein.

Fazit: Auch Hunde bekommen einen Schnupfen

Schnupfen betrifft nicht nur uns Menschen – auch Hunde können davon erwischt werden. Besonders in der kalten und wechselhaften Jahreszeit sollten Sie darauf achten, dass Ihr Hund genügend Bewegung bekommt, dabei aber lieber mehrere kurze Spaziergänge als lange Touren machen. Zeigt Ihr Vierbeiner dennoch Erkältungssymptome, sind Ruhe und Wärme wichtig. Im Zweifel sollte immer ein Tierarzt aufgesucht werden.

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