10. Mai 2026, 12:18 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Viele Hundebesitzer kennen die typischen Fragen rund um Gesundheit und Verhalten ihres Tieres. Doch spätestens mit zunehmendem Alter der Hündin taucht eine besonders interessante Überlegung auf: Erlebt sie etwas Ähnliches wie die Wechseljahre beim Menschen – oder läuft bei Hunden alles ganz anders ab? Die Antwort ist weniger offensichtlich, als es zunächst scheint.
Ist „Wechseljahre“ bei Hündinnen überhaupt der richtige Begriff?
Beim Menschen beschreibt die Menopause die letzte Regelblutung im Leben einer Frau. Die sogenannten Wechseljahre – medizinisch Klimakterium – umfassen hingegen einen längeren Zeitraum, in dem sich der Hormonhaushalt verändert und die Produktion von Östrogen und Progesteron abnimmt. Mit dem Abschluss dieser Phase endet die Fruchtbarkeit endgültig.
Diese klare Abgrenzung lässt sich jedoch nicht eins zu eins auf Hunde übertragen. Zwar altern auch Hündinnen hormonell, doch ein vergleichbares Ende der Fortpflanzungsfähigkeit gibt es bei ihnen nicht.1
Hunde und ihr Fruchtbarkeitszyklus
Hündinnen werden zwischen 6 und 24 Monaten geschlechtsreif, dies variiert stark von Rasse zu Rasse. Man sagt jedoch, je kleiner der Hund ist, desto früher kommt er in die Pubertät. Die Frequenz der Fruchtbarkeitszyklen ist ebenfalls von der Rasse, aber auch vom Alter abhängig. In der Regel wird eine Hündin alle sechs bis sieben Monate läufig. Dieser Wert kann aber auch stark schwanken. Manche Rasse, wie z. B. der Basenji, wird nur einmal im Jahr läufig.
Dabei passiert folgendes im Körper des Tieres: Die Hündin geht während ihres Fruchtbarkeitszyklus, der ca. 4–8 Wochen andauert, durch mehrere Phasen, wobei man die Phasen von Vorbrunst (Proöstrus) und Brunst (Östrus) als „Läufigkeit“ oder „Hitze“ bezeichnet. Vor den sogenannten Stehtagen, an denen die Hündin fruchtbar ist, kommt es zu einem leicht blutigen Ausfluss, dessen Geruch die Rüden anlocken soll, denn nur an 9 bis 21 Tagen kann die Hündin trächtig werden. Wird die Hündin an diesen fruchtbaren Tagen nicht gedeckt und ihre reifen Eier bleiben unbefruchtet, wird die dick gepolsterte Gebärmutterschleimhaut nicht wie beim Menschen abgestoßen, sondern sie baut sich langsam zurück. Eine Hündin menstruiert also nicht und kommt folglich auch nicht in eine Menopause, wie sie bei einem Menschen verstanden wird.2
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Darum verhält sich eine Hündin in der Läufigkeit so komisch
Warum wird meine Hündin nicht läufig?
Kommen Hündinnen also überhaupt nicht in die Wechseljahre?
Ist die Hündin älter als sieben Jahre, kann es durch die Abnahme der Sexualhormone vorkommen, dass sie nur noch einmal im Jahr läufig wird. Generell bleibt sie aber bis zu ihrem Lebensende fruchtbar. Mit zunehmendem Alter wird sie aber auch körperlich schwächer. Deshalb sollte man einer älteren Hündin auch keine Trächtigkeit mehr zumuten. Die hormonellen Veränderungen führen oft dazu, dass der Körper etwas verrücktspielt. Man kann bei der Hündin dann vermehrt eine allgemeine Müdigkeit, Schlappheit, Haarausfall oder Gewichtsveränderungen feststellen.3
Sollte die Läufigkeit bei der Hündin aber komplett ausbleiben, kann dies durch eine Störung der Eierstockfunktion oder durch andere Erkrankungen, wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Nebennierenüberfunktion verursacht sein. Sie sollten in diesem Fall Ihre Hündin sicherheitshalber beim Tierarzt untersuchen lassen.
Wie lässt sich der Stress einer lebenslangen Läufigkeit vermeiden?
Mit einer Kastration kann die Hündin nicht mehr läufig und somit nicht mehr trächtig werden. Anders funktioniert die Sterilisation, nach der die Hündin zwar nicht mehr trächtig wird, aber weiterhin die hormonellen Zyklen durchläuft. Die Vorteile einer Kastration sind u. a., dass der Eingriff die Erkrankung an bestimmten Krebsarten, wie den Gebärmutterhalskrebs, deutlich verringert. Allerdings neigen kastrierte Hündinnen zu Übergewicht und erkranken im Alter auch häufiger an Harninkontinenz.
Übrigens: Die meisten Tiere kommen nicht in die klassischen Wechseljahre, dazu gehören auch Katzen, die mit 15 Jahren sogar noch zweimal im Jahr Junge zur Welt bringen können. Neben uns Menschen gibt es vier Walarten, die in die Wechseljahre kommen: Schwertwale, Grindwale, Narwale und Belugawale. Wie wir Menschen verlieren sie zwar ihre Fruchtbarkeit, leben aber auch danach weiter in ihren sozialen Gruppenverbänden und kümmern sich als „Großmütter“ um den Nachwuchs.4