4. Januar 2026, 8:18 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Heilerdepulver wird seit der Antike heilkundlich eingesetzt, um verschiedene Beschwerden zu lindern. Auch für unsere Hunde eignet sich diese natürliche Nahrungsergänzung besonders gut, um den Organismus zu unterstützen. Warum, wann und wie man Heilerde für Hunde richtig anwendet, hat unsere PETBOOK-Autorin und Gesundheitsberaterin für Hunde, Philine Ebert, für Sie zusammengestellt.
Was ist Heilerde überhaupt und woraus besteht sie?
Heilerde ist ein reines Naturprodukt aus natürlichem Tonmaterial. Sie wird aus eiszeitlichen Löss-, Lehm- oder Tonablagerungen der Erde oder aus Moorerde gewonnen. Mineralogisch besteht das Pulver, das verschiedenste Farben haben kann, im Wesentlichen aus Aluminium-Silikaten (Salze der Kieselsäuren) und lebensnotwendigen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Zink, Eisen, Selen, Kupfer, Kalzium, Chrom sowie geringen Mengen an Magnesium und Natrium. Die Wirkung von Heilerde ist nicht wissenschaftlich belegt, beruht aber auf der Erfahrung vieler Generationen.
Emanuel Felke, genannt der „Lehmpastor“ und Naturheilkundiger, beschäftigte sich bis zu seinem Tod 1926 mit der Anwendung von Heilerde. Überliefert ist eine Geschichte von einem Hund, den er zufällig beobachtete, als er sich schwer verletzt im Lehm wälzte. Zu seinem großen Erstaunen waren die Wunden des Hundes nur einige Tage später fast vollständig verheilt, was offensichtlich nur auf die heilende Wirkung des Lehms zurückzuführen war.
Was bewirkt Heilerde und wofür wird sie eingesetzt?
Heilerde kann bei Hunden innerlich und äußerlich wirken. Einige Wirkungen sind:
- entzündungshemmend
- entgiftend, indem sie Toxine, Schwermetalle und Stoffwechselabbauprodukte bindet
- basisch bei Übersäuerung
- zur Darmsanierung
- stoffwechselanregend
- schmerzstillend und kühlend
Einsatzgebiete für Heilerde bei Hunden
Das Mittel kann bei Sodbrennen sowie bei Magen-Darm-Problemen durch Übersäuerung eingesetzt werden, die häufig mit Erbrechen einhergehen. Ebenso findet es Anwendung bei Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere bei Durchfall und Blähungen, da es die Darmflora unterstützt und die Futterverwertung verbessert. Auch bei Gallensäureproblemen kann es hilfreich sein. Bei einem Mineralstoffmangel, der sich oft durch das Fressen von Erde oder Kot äußert, kommt es ebenfalls zum Einsatz.
Ebenso eignet es sich bei Hautirritationen wie Juckreiz, Ekzemen, Insektenstichen und wunden Stellen, da es antibakteriell wirkt und die Heilung beschleunigt. Bei Schmerzen im Bewegungsapparat und bei Arthrose können Umschläge angewendet werden. Diese wirken schmerzstillend und entzündungshemmend auf die Gelenke und regen zudem die Zirkulation der Gewebsflüssigkeiten an.
Eine wesentliche Aufgabe von Heilerde besteht darin, innerlich Schadstoffe zu binden und sie auszuscheiden. Bei einer Toxin- oder Schadstoffbelastung des Hundekörpers helfen diese natürliche Entgiftung und unterstützen die Darmsanierung.
Gründe für eine Toxinbelastung beim Hund können sein:
- Aufnahme von verdorbenem Futter (z. B. Schimmel)
- belastete Futtermittel (z. B. durch Dünger, Pestizide oder Medikamentenrückstände)
- längere oder anhaltende Medikamenteneinnahme
- Wurmkuren
- Impfungen
- Parasitenbefall
- Vergiftungen
- gestörter Zellstoffwechsel
- Leber- oder Niereninsuffizienz
- Störung des Gleichgewichts im Magen-Darm-Trakt
- Umweltbelastungen (z. B. Pestizide auf Feldern, in Pfützen etc.)
Die innerliche Anwendung – nur als Kur (nicht dauerhaft)
Als Nahrungsergänzung wird Heilerde als Pulver mit Wasser angerührt oder pur einfach unter das Futter gemischt. Da der Geschmack relativ neutral ist (leicht erdig), wird der Zusatz meist gut angenommen. Sollte der Hund die Paste nicht mögen, kann das Pulver auch mit etwas Joghurt oder Hüttenkäse gemischt werden. Alternativ gibt es Kapseln, Tabletten oder Granulat.
Da es sich um ein Naturprodukt ohne Zusätze handelt, kann es naturreine, hochwertige Heilerde aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt sein. Für Hunde eignet sich am besten die Heilerde „ultrafein“. Es gibt inzwischen aber auch spezielle Produkte für Hunde von Herstellern für Nahrungsergänzungsmittel.
Die Gabe von Heilerde ist nicht auf Dauer geeignet, sondern sollte nur als Kur angewendet werden. Bei einem sensiblen Hund oder bei Vorerkrankungen mit dauernder Medikation sollte eine Heilerdekur mit dem Tierarzt abgesprochen werden.
Dosierung: 1 × täglich mit etwas Wasser angerührt:
- kleiner Hund bis ca. 10 kg: 1/2 Teelöffel Pulver
- Mittelgroßer Hund, ca. 10–25 Kilogramm: 1 Teelöffel Pulver
- Mittelgroßer Hund, ca. 25–45 Kilogramm: 1 bis max. 2 Teelöffel Pulver
- großer Hund über 45 Kilogramm: 1 Esslöffel Pulver
Diese Angaben sind Richtwerte.
Bei einem empfindlichen Tier sollte man die Dosierung langsam steigern, um zu sehen, wie der Hund darauf reagiert. Von einer niedrigeren Dosierung wird über mehrere Tage durch eine langsame Steigerung bis zur empfohlenen Dosierung erhöht. Bei speziellen Produkten als Nahrungsergänzung für Hunde mit Heilerde ist die Fütterungsempfehlung des Herstellers zu beachten.
Die äußerliche Anwendung
Da die Heilerde schnell trocknet, empfiehlt es sich, eine Mischung für die äußerliche Anwendung zur Hälfte mit Wasser und mit Öl anzurühren. Die Paste wird feucht auf die betroffenen Hautstellen oder Gelenke aufgetragen, bei Bedarf ein Umschlag umgewickelt. Bis die Paste antrocknet und warm wird (ca. 15 Minuten), hat sie eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung, trocknet aber durch die Zugabe des Öls die Haut nicht zusätzlich aus. Besonders bei schmerzhafter Arthrose werden die damit verbundenen Schmerzen sanftgelindert. Dies hilft auch bei rheumatischen Beschwerden, Prellungen, Quetschungen, Schleimbeutelentzündungen oder Sehnenscheidenentzündungen.
Die getrocknete Heilerde kann nach der Anwendung vorsichtig abgebürstet oder abgespült werden.
Warme Heilerdewickel helfen bei Magenkrämpfen
Im warmen Badewasser kann Heilerde bei großflächigen Hautproblemen, Gelenkbeschwerden oder schwer erreichbaren Stellen für Linderung sorgen. Ein Heilerdebad sollte 10–15 Minuten dauern, danach sollte der Hund gründlich abgespült und abgetrocknet werden.
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Mögliche Nebenwirkungen
Da Heilerde im Allgemeinen sehr gut verträglich ist, ist die Gefahr von Nebenwirkungen relativ gering. Empfindliche Tiere können immer mit allergischen Reaktionen, Verdauungsstörungen wie Verstopfung (bei Überdosierung) oder Durchfall reagieren. Das langsame Steigern der Dosierung hilft, das Risiko einer solchen Reaktion zu minimieren.
Bei weiteren Medikamenten ist Vorsicht geboten
Heilerde kann nicht nur Wasser und Schadstoffe binden, sondern auch die Wirkstoffe anderer Mittel binden. Damit die Wirksamkeit anderer Heilmittel oder von Medikamenten nicht eingeschränkt wird, sollte Heilerde immer im Abstand von ein bis zwei Stunden zu anderen Mitteln verabreicht werden. In diesem Fall sollte eine Anwendung auf jeden Fall nur in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt erfolgen.
Mein Fazit als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin für Hunde
„Dieses großartige Heilmittel sollte eigentlich in keinem Haushalt fehlen. Im Akutfall, etwa bei Durchfall oder Insektenstichen, hilft Heilerde schnell und auf natürliche Weise. Wenn ein Hund unter Sodbrennen oder Verdauungsstörungen leidet, ist eine Heilerdekur eine tolle Möglichkeit, um den Hundeorganismus ganz natürlich wieder ins Gleichgewicht zu bringen und zu unterstützen.“