13. September 2025, 8:22 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die Eibe ist ein häufiger Nadelbaum, dessen Nadeln und Samen für Mensch und Tier allerdings hochgiftig sind und sogar zum Tode führen können. PETBOOK-Redakteurin und Biologin Saskia Schneider erklärt, was Haustierhalter wissen sollten.
Die Eibe ist ein Nadelbaum, den auch Laien gut erkennen können. Denn es ist der einzige hierzulande, der rote Früchte trägt. Das macht die Pflanze aber vor allem für Kinder gefährlich, denn die roten Beeren, die im Frühherbst an den Bäumen hängen, verleiten zum Pflücken. Daher kommt es immer wieder zu schweren Vergiftungen.1
Nur die Fruchthülle ist ungiftig
Dabei ist das Fruchtfleisch, auch Samenmantel genannt, tatsächlich essbar und schmeckt süß. Landen die Früchte auf dem Boden, sind daher auch Hunde schnell in Versuchung, davon zu naschen. Doch das kann zu schweren Vergiftungen führen, denn der Samen der Eibe enthält verschiedene Giftstoffe. Diese werden rasch im Verdauungstrakt aufgenommen und können schon nach kurzer Zeit Vergiftungen auslösen (beim Menschen bereits 30 Minuten nach Verzehr).
Die toxischen Verbindungen, die als Taxane oder Taxan-Derivate (Diterpene) bezeichnet werden, schädigen die Verdauungsorgane, das Nervensystem und die Leber sowie die Herzmuskulatur. Ein Gegenmittel gibt es nicht. 2
Schon wenige Gramm zerkleinerter Nadeln können zum Tod führen
Für Katzen und Hunde stellen aber vor allem die Nadeln der Eibe eine Gefahr dar. Bereits 2,3 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht gelten für Hunde als tödlich. Für Katzen gibt es keine genauen Angaben, doch bereits wenige Bissen Eibennadeln oder Samen sollen tödlich sein. Dazu kommt, dass die Giftigkeit von Samen und Nadeln stark variiert. In zerkleinerter oder zerhackter Form wirken die Nadeln zudem fünfmal stärker. 3
Hunde und Katzen, die mit einem Zweig der Eibe spielen und diesen dabei zerkauen, können also schnell in Lebensgefahr schweben. Vor allem junge Tiere erkunden ihre Umwelt noch viel durch Beißen, Lecken und Kauen. Aber auch Vierbeiner, die auf den Geschmack der süßen Früchte gekommen sind, können beim Verzehr schwere Vergiftungen erleiden.
So erkennen Sie eine Vergiftung durch Eibe bei Hund und Katze
Bei vielen Tieren wie Hunden, Katzen, aber auch Pferden ruft der Verzehr von Teilen der Eibe starke Vergiftungserscheinungen hervor. Zu den anfänglichen Symptomen gehören:
- Muskelzittern
- Speichelfluss
- geweitete Pupillen
Später folgen Krämpfe, Torkeln und Erbrechen. Im weiteren Verlauf kann das Tier apathisch und schließlich bewusstlos werden. Das Gift der Eibe wirkt sich vor allem auf das Herz von Hund und Katze aus und führt im schlimmsten Fall zu einem Herzstillstand und zum Tod der Tiere.
Hund stirbt an Walnussvergiftung nach tagelangem Überlebenskampf
Lebensgefahr für Hunde an Seen! So erkennen Sie einen Blaualgenbefall
Wo wachsen Eiben?
Eiben wachsen nahezu überall in Deutschland. Man findet sie häufig in Parks und Grünanlagen. Viele haben die Eibe auch im Garten stehen. Sie wächst als Baum und manchmal auch als Hecke.
So reagieren Sie bei einer Vergiftung durch Eibe von Hund und Katze
Da das Gift rasch über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird, ist schnelles Handeln notwendig. Allein beim Verdacht, dass Ihr Hund oder Ihre Katze Nadeln oder Samen der Eibe aufgenommen hat, sollten Sie umgehend den Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Als Erste-Hilfe-Maßnahme können Halter Aktivkohle geben, die einen Teil des Giftes im Magen absorbieren kann. Ein Gegengift jedoch gibt es nicht. Die Tierärzte können lediglich die Symptome behandeln. Durch Erbrechen kann die Giftmenge im Körper verringert werden. Infusionen können dabei helfen, die Giftstoffe aus dem Körper zu spülen. Daneben können Medikamente wie Lidocain verabreicht werden. Diese unterdrücken den Natrium-Einstrom in die Herzmuskelzellen, der bei einer Vergiftung durch Taxane der Eibe entsteht.
Mit Material der dpa