30. November 2025, 8:26 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ein plötzlicher Appetitverlust, Erbrechen und auffällige Verhaltensänderungen – wenn Hunde solche Symptome zeigen, kann ein Darmverschluss dahinterstecken. Wie gefährlich diese Erkrankung wirklich ist, worauf Hundehalter achten sollten und wie schnell gehandelt werden muss, erfahren Sie hier.
Ursachen für einen Darmverschluss
Beim Darmverschluss beim Hund unterscheidet man zwischen zwei Formen, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben können. Zum einen spricht man vom mechanischen und zum anderen vom funktionellen Darmverschluss.
Beim mechanischen Darmverschluss, auch mechanischer Ileus genannt, wird der Darm des Hundes durch ein physisches Hindernis blockiert. In einem solchen Fall steckt meist ein verschluckter Fremdkörper dahinter. Dabei kann es sich um alles Mögliche handeln, das nicht durch den Darm des Hundes passt und somit blockiert. Dazu gehören etwa Steine, Knochen, Holzstücke, kleinere Spielzeuge oder auch Kastanien oder Walnüsse. Neben dieser typischen Ursache können aber auch Gallensteine, Tumore, Darmparasiten und Verdrehungen die Ursache für einen mechanischen Darmverschluss sein.
Von einem funktionellen Darmverschluss spricht man, wenn die Darmtätigkeit des Hundes beeinträchtigt wird oder lahm liegt. Dafür sind häufig Störungen im Nervensystem verantwortlich. Aber auch Durchblutungsstörungen, Entzündungen und Vergiftungen können die Ursache sein.
Woran man einen Darmverschluss beim Hund erkennt
Bei einem Darmverschluss sollte man schnell handeln. Doch oft erkennt man ihn erst nach einiger Zeit, da es um die 24 Stunden dauert, bis der Mageninhalt in den Darm wandert. Dementsprechend kann es etwas dauern, bis die ersten Symptome auftreten. Ein sehr typisches Symptom ist, dass der Hund keinen Kot mehr absetzen kann. Doch bis man das merkt, kann schon einige Zeit vergangen sein. Ein anderes Symptom fällt schneller ins Auge – die sogenannte Gebetshaltung. Dabei beugt der Hund seinen Oberkörper nach unten und streckt sein Gesäß in die Luft.
Aber auch andere Anzeichen deuten auf einen Darmverschluss hin. Dazu zählen:
- Hund wirkt schlapp, ist aber gleichzeitig unruhig
- starkes Speicheln, Würgen und Erbrechen
- Verweigerung von Futter
- Bauchdecke des Hundes ist angespannt
- Berührungsempfindlichkeit am Bauch
- Fieber
Bemerken Sie bei Ihrem Hund eines oder mehrere der genannten Symptome, vor allem wenn Ihr Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen.1
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Diagnose und Behandlung
Ein Darmverschluss beim Hund muss tierärztlich behandelt werden. Je nach Zustand des Hundes werden verschiedene Untersuchungen vorgenommen. Dazu gehören das Abtasten des Bauches, Fiebermessen, die Untersuchung der Maulhöhle und anschließende bildgebende Verfahren des Magen-Darm-Trakts. Oft reicht ein Ultraschall aus, um einen Darmverschluss zu diagnostizieren. In einigen Fällen muss zusätzlich aber auch geröntgt werden.
Was genau bei einem Darmverschluss beim Hund unternommen werden muss, hängt von der jeweiligen Ursache und der Lokalisation des Darmverschlusses ab. Wenn es sich um einfache Blockaden des Magen-Darm-Trakts handelt, kann bereits die Gabe von krampflösenden Medikamenten oder Abführmitteln helfen. Im Fall eines fortgeschrittenen oder mechanischen Darmverschlusses ist oft ein operativer Eingriff notwendig. Dabei wird der verschluckte Fremdkörper entfernt.
Beim Verdacht eines Darmverschlusses muss unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, denn ein unbehandelter Darmverschluss führt innerhalb weniger Tage zum Tod des Hundes.2
Kann ich einem Darmverschluss beim Hund vorbeugen?
Achten Sie bei Ihrem Hund auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und auf eine ausgewogene Ernährung. Dazu gehören keine größeren Mengen an Knochen. Greifen Sie lieber auf andere natürliche Kausnacks zurück, um dem Kaubedürfnis des Hundes gerecht zu werden. Vermeiden Sie zu kleine Spielzeuge, die der Hund schnell verschlucken kann. Auch das Spielen mit Kastanien, Nüssen und Steinen sollte man vermeiden. Durch ihre runde Form kann der Hund diese ebenfalls schnell verschlucken, was wiederum zu einem Darmverschluss führen kann. Im Fall von Darmparasiten sollte man diese zeitnah und besonders gründlich behandeln.