30. Juli 2026, 13:14 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Es gibt Hunde, die Autofahrten lieben und andere, die dabei Angst oder starken Stress entwickeln. Manche Vierbeiner wollen gar nicht erst einsteigen, oder übergeben sich sogar während der Fahrt. PETBOOK erklärt, welche Ursachen dahinterstecken können und wie Hunde Schritt für Schritt wieder Vertrauen zum Autofahren aufbauen.
Übersicht
Der Hund hasst Autofahren? Mögliche Ursachen
1. Hund hat Autofahren nie kennengelernt
Für Hunde ist Autofahren alles andere als selbstverständlich. Damit aus jeder Fahrt kein Stress wird, sollten Vierbeiner möglichst schon als Welpen positive Erfahrungen im Auto sammeln – idealerweise in den ersten drei Lebensmonaten.
Viele erwachsene Hunde aus dem Tierschutz haben Autofahren nie kennengelernt, weil sie einen Großteil ihres Lebens auf der Straße verbracht haben. Hier passiert es deshalb häufig, dass die Tiere beim ersten Mal Autofahren enormen Stress verspüren oder auf Transporten nach Deutschland traumatisiert werden.1
2. Hund wird auf der Fahrt schlecht
Vielen Hunden wird beim Autofahren von der vorbeisausenden Landschaft übel. Wenn man mit seinem Vierbeiner das Fahren trainiert, sollte er vorher nichts gefressen haben. Manchen Hunden hilft es, wenn sie in einer Box oder einer Transporttasche sitzen, sodass sie nicht aus dem Fenster sehen können. Typische Anzeichen dafür, dass dem Hund übel ist, sind: 2
- starkes Speicheln
- Hecheln
- Unruhe
- Übergeben
Achtung! Wenn Ihr Hund im Auto hechelt, speichelt oder sich übergibt, steckt nicht automatisch Reisekrankheit dahinter. Auch Stress oder Schmerzen können die Ursache sein. Deshalb sollten Hundehalter die Beschwerden immer abklären lassen. Ist der Vierbeiner gesund, hat keine schlechten Erfahrungen mit dem Auto gemacht und wurde früh daran gewöhnt, spricht vieles für Reisekrankheit.
3. Traumatische Erlebnisse
Vor allem viele Tierschutzhunde entwickeln Angst vor dem Autofahren. Der Grund: Sie verbinden das Auto oft mit der langen Fahrt aus dem Herkunftsland, bei der sie stundenlang mit vielen anderen Hunden in einem Transporter unterwegs waren. Doch auch Hunde, die früher gerne Auto gefahren sind, können nach einem Unfall oder einer schmerzhaften Erfahrung plötzlich Panik vor jeder Fahrt entwickeln.
4. Schmerzen
Hat ein Hund Schmerzen, etwa durch Arthrose, kann die Fahrt für ihn zur Qual werden. Hier sollte man mögliche Ursachen und Lösungen mit seinem Tierarzt besprechen. Manchmal wollen Hunde aber auch nicht ins Auto „hüpfen“, weil die Probleme mit dem Bewegungsapparat haben und ihm beim Einsteigen etwas weh tut. Falls dies der Fall ist, kann man seinen Hund mit einer Einstiegshilfe in Form einer kleinen Rampe mit Anti-Rutsch Oberfläche unterstützen. Auch für ältere Hunde kann das eine enorme Erleichterung bedeuten.
Wo ist für den Hund der richtige Platz im Auto?
Kleine Hunde kann man in einer Transporttasche im Fußraum oder auf der Rückbank verstauen. Große Hunde sind in einem SUV, Van oder Kombi am besten im Gepäckraum untergebracht.
Trenngitter
Kommt der Hund in den Gepäckraum, bietet sich bei den genannten Fahrzeugtypen ein stabiles Trenngitter an, das den Vierbeiner vom Passagierraum trennt. So kann bei einem starken Aufprall verhindert werden, dass das Tier ungebremst nach vorn saust.
Transportboxen
Je nach Größe des Hundes kann die Box im Fußraum oder im Kofferraum platziert werden. Ein Tipp: die Box vorher schon zu Hause geöffnet aufstellen, damit sich der Vierbeiner damit vertraut machen kann. Innen kann man Leckerlis oder Spielzeuge verstecken. Auch eine Hundedecke mit dem vertrauten Geruch wirkt beruhigend. Nach und nach wird der Hund die Box als entspannten Rückzugsort wahrnehmen.
Sicherheitsgurt
Mit einem Hundesicherheitsgurt lässt sich der Vierbeiner auf dem Beifahrer- oder Rücksitz sichern. Wichtig: Befestigen Sie den Gurt niemals am Halsband, sondern immer an einem gut sitzenden Hundegeschirr, um Verletzungen zu vermeiden. Nach dem Anschnallen sollte der Hund ruhig auf seinem Platz liegen oder sitzen.
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Hund ans Autofahren gewöhnen
Am besten gewöhnt man den Hund Schritt für Schritt an das Auto. Zunächst lernt er das Fahrzeug im geparkten Zustand kennen: Gehen Sie gemeinsam darum herum, lassen Sie ihn alles in Ruhe beschnuppern und belohnen Sie ruhiges Verhalten. Anschließend öffnen Sie die Beifahrertür oder die Heckklappe und laden ihn zum Einsteigen ein. Klappt das entspannt, können Sie die Tür oder Klappe kurz schließen.
Im nächsten Schritt wird der Motor gestartet. Reagiert der Hund mit Hecheln, Winseln oder Bellen, schalten Sie ihn wieder aus und beruhigen den Vierbeiner. Bleibt er gelassen, können Sie eine kurze Fahrt unternehmen. Fahren Sie dabei möglichst ruhig und vermeiden Sie starkes Bremsen, ruckartige Lenkbewegungen oder schnelle Kurven. Hilfreich ist es außerdem, jede Autofahrt mit etwas Positivem zu verbinden – etwa einem Spaziergang oder einer Spielrunde auf der Hundewiese. So lernt der Hund, das Autofahren mit angenehmen Erlebnissen zu verknüpfen.3
Achtung: Vor allem in den Sommermonaten wird das Auto schnell zur tödlichen Falle! Der Innenraum heizt sich dabei auf und kann bei 24 Grad Außentemperatur innerhalb von 30 Minuten 40 Grad erreichen. Selbst wenn das Fenster einen Spalt geöffnet ist, kann der Hund einen Kreislaufzusammenbruch mit Herzstillstand erleiden. Lassen Sie ihren Hund also niemals (auch nicht im Schatten) alleine im Auto zurück!
Und wenn nichts hilft?
Normalerweise funktioniert ein Training dann besonders gut, wenn der Hund im Alltag auch regelmäßig Auto fährt. Was ist aber mit Tieren, die nur dann transportiert werden, wenn es zum Tierarzt oder in den Urlaub geht? Nicht immer haben Hundehalter die Zeit, extra Runden mit dem Wagen zu drehen, damit der Hund im Training bleibt – schließlich kostet das auch Geld.
Hier kann man überlegen, für längere Fahrten auf Medikamente oder Reisetabletten zurückzugreifen. Dies ist aber nur dann eine Lösung, wenn der Hund relativ selten Autofahren muss und sollte unbedingt mit einem Tierarzt besprochen werden.