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Erfahrungsbericht

Elvis rastet an der Leine aus! So half uns TV-Hundetrainer André Vogt

Hundetrainer André Vogt mit Rüde Elvis beim Training
Hund Elvis rastet regelmäßig aus, sobald er andere Hunde sieht. Kann TV-Trainer André Vogt den Fall lösen? Foto: Manuela Lieflaender
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Porträtaufnahme von Autorin Manuela Lieflaender mit Hund Elvis
Freie Autorin

7. November 2025, 6:13 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Eigentlich ist PETBOOK-Autorin Manuela Lieflaender mit ihrem zweijährigen Australian Shepherd sehr zufrieden. Doch bei ihrem Partner Volker rastet Elvis bei Hundebegegnungen an der Leine regelmäßig aus. Er möchte am liebsten gar nicht mehr mit dem gemeinsamen Hund gehen. Seine Idee: Ein Training mit TV-Hundetrainer André Vogt. Kann der Profi dem Paar helfen?

Stell dir vor, du hast einen Hund, der zu jedem anderen Hund hinwill – und das mit voller Leidenschaft. Der an der Leine kläfft und sich kaum halten lässt. Und dann sagt dir TV-Hundetrainer André Vogt: „Ich garantiere dir, wenn du jetzt trainierst, entscheidest du, ob dein Hund Kontakt zu anderen Hunden aufnimmt oder nicht. Du kannst ihn ohne Leine laufen lassen und hast trotzdem bei jeder Hundebegegnung die Kontrolle.“ Das klingt traumhaft, oder? Für uns war das der Moment, in dem wir beschlossen, Elvis’ Verhalten noch einmal ganz neu anzugehen.

Wenn der eigene Hund zur Belastungsprobe wird

Elvis, unser zweijähriger Australian Shepherd, ist ein typischer Vertreter seiner Rasse: aufmerksam, intelligent, sensibel – und meistens „on fire“. Auf Spaziergängen möchte er zu jedem Hund hin. Bei mir hat er ein Alternativ-Verhalten gelernt. Ich habe ihm beigebracht, stattdessen an meiner Seite zu laufen.

Für dieses richtige Verhalten darf er sich aus meiner Hand am Futter bedienen. Eine Trainingsmethode, die ich mir vor 15 Jahren während meiner Hundetrainer-Ausbildung erarbeitet habe. Sie funktioniert für Elvis und mich. Für Volker hingegen ist sie keine Lösung. Er will kein „Futter-Training“ und keine peinlichen Szenen mehr, wenn Elvis wieder auf zwei Beinen an der Leine krakelt.

Auf der Suche nach einer echten Lösung

Über seine TV-Sendungen und Onlinekurse kannte Volker André Vogt. Er mochte seine ruhige Art und den Gedanken, dass gute Führung nichts mit Härte, aber sehr viel mit Klarheit zu tun hat. Also vereinbarten wir einen Termin. Vogts Philosophie klang zunächst einfach: Vertrauen, Akzeptanz und Beziehung sind das Fundament jeder Mensch-Hund-Beziehung. Doch in der Praxis bedeutete das, an der eigenen Körpersprache und inneren Haltung zu arbeiten.

Das Fundament: Körpersprache statt Kommando

Das Training startete nicht etwa draußen im Getümmel mit anderen Hunden, sondern im ruhigen Schulungsraum – und zwar mit einem Stück Käse. Andrés Credo: Wir bauen zuerst das Fundament.

Die Basis-Übung:

André hockte sich hin, hielt ein Stück Käse in der Hand. Als Elvis zugreifen wollte, schloss er die Hand, beugte den Oberkörper leicht nach vorne – eine Geste, die Raum beansprucht – und sagte ein deutliches, energisches „Hey“ als Störgeräusch.

Der Hund lernt: Der Mensch beansprucht diesen Raum und dieses Objekt für sich.

Die Steigerung: Raum-Management

Als die erste Übung erfolgreich war und Elvis nicht mehr an das Stück Käse ging, legte André eine ganze Packung Käse auf den Boden. Volker sollte mit Elvis darauf zugehen, dann kurz bevor Elvis sich die Packung schnappen kann, den Oberkörper zum Hund beugen und das „Hey“ aussprechen – bei Bedarf ergänzt durch ein leichtes Antippen der Schulter.

Der Schlüssel: Wir mussten lernen, auf die feinen Signale von Elvis zu achten (Ohren anlegen, über die Lefzen lecken). Dieses Feedback zeigte uns: Er hat die Botschaft verstanden! Die Leine war dabei nur zur Sicherung. Die eigentliche Kommunikation lief über unsere Körpersprache.

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Von der Käsepackung zum Hundebesuch

Als das erste Fundament stand, folgte der faszinierendste Teil. Elvis sollte ohne Kommando auf einem Hundebett liegen bleiben. Die Regel: Sobald auch nur eine Pfote den Boden berührte, musste ich reagieren.

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Ich sollte entspannt auf einem Stuhl sitzen bleiben, nur bei Bedarf aufstehen, mich nach vorne beugen und Elvis durch die Körpersprache zurück auf seinen Platz schicken. Das Bett war sein Raum, der Rest war tabu.

Dann kam die ultimative Ablenkung: Ein anderer Hund betrat den Raum. Eva kam mit der Bulldoggen-Hündin Arielle herein. Sie spielte, raschelte mit Futter, lief nah an Elvis vorbei. Und Elvis? Er winselte kurz, aber er blieb auf seinem Platz.  Nur wenige, minimale Korrekturen waren nötig. Selbst als ein großer Rüde den Raum betrat und sich dort ebenfalls frei bewegte, blieb Elvis sitzen und beobachtete neugierig, was geschah.

Wir waren sprachlos. Elvis akzeptierte, dass ich den Raum beanspruchte – und das schloss auch den anderen Hund ein. Er musste nicht zu ihm hin, weil er von mir eine klare Führung und Begrenzung erhielt.

Training bei André Vogt – was wir gelernt haben

Mit seiner Arbeitsweise zeigte uns André Vogt, dass es im Training nicht darum geht, ein Problem mit Futter zu überdecken, sondern es im Kern zu lösen. Jetzt heißt es, zu Hause weiter an dem Fundament zu arbeiten.

In den folgenden Wochen wird es im Training zu Hause darum gehen, Elvis noch besser zu verstehen. „Wer bewegt wen?“, ist ein Leitsatz, den wir dabei verstärkt im Auge behalten. Unsere Aufgabe ist es, herauszufinden, wie viel Körpersprache und Energie notwendig ist, damit wir besondere Leckerlis auf Distanz für uns beanspruchen können. Denn das ist die Vorstufe zu den Hundebegegnungen.

Im Moment sind wir noch nicht so weit, dass die Hundebegegnungen auf schmalen Feldwegen ohne Futter funktionieren. In Fußgängerzonen mit vielen Hundebegegnungen hingegen sind meine Fortschritte größer. In zwei Wochen wird das nächste Training mit André Vogt stattfinden. Ob wir wirklich schaffen, Elvis freizulassen, ohne dass er Kontakt zu anderen Hunden aufnimmt?

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