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Expertin bewertet

Weihnachtsmenüs für Hunde – das steckt wirklich drin

Hund mit Napf im Maul vor einem Weihnachtsbaum
Auch Vierbeiner wollen zu Weihnachten schlemmen. Manche Futterhersteller haben extra Weihnachtsmenüs für Hunde entwickelt, doch taugen diese auch etwas? Foto: Getty Images/VYCHEGZHANINA
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11. Dezember 2025, 11:10 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Gänsebraten, Entenbrust, Wintergemüse und Bratäpfel. Was für uns Menschen zu einem perfekten Weihnachtsessen dazu gehört, ist für unsere Vierbeiner an den Feiertagen besonders interessant. Einige Futterhersteller haben daher „Weihnachtsmenüs“ aus winterlichen Zutaten für Hunde kreiert. Doch ist das sinnvoll? Ernährungsberaterin für Hunde, Philine Ebert ist dieser Frage nachgegangen. Sie bewertete die Zutaten und verrät, ob das wirklich ein Festtagsschmaus für Hunde ist.

Was verbirgt sich hinter den Weihnachtsmenüs für Hunde?

Mit schmackhaften Bezeichnungen wie „Weihnachtsschmaus mit Hirsch, Süßkartoffel, Brokkoli, Maronen und Beeren“ oder „Wintergulasch Rind mit Kartoffel und Birne“ in Futterdosen, Schälchen, Gläsern oder Tüten mit weihnachtlich geschmückten Etiketten locken Hersteller aktuell Hundehalter. Was sich wie die Feiertags-Speisekarte im Restaurant anhört, wird als saisonaler Festtagsschmaus für Hunde angeboten, oftmals streng limitiert und nur für kurze Zeit erhältlich.

Diese winterlichen Menüs sind so zusammengesetzt, dass sie viel Energie für die kalte Jahreszeit liefern, reichhaltig, nahrhaft und dabei auch noch besonders im Geschmack sind. Sie enthalten traditionelle Festtags-Fleischsorten, verfeinert mit saisonalem, winterlichem Gemüse, Obst und Kräutern. Abgerundet wird das ganze bestenfalls mit einem hochwertigen Öl, Vitaminen und Mineralstoffen für ein starkes Immunsystem.

Angeboten werden die weihnachtlichen Menüs hauptsächlich von namhaften Herstellern, die hochwertiges Futter anbieten. Die Preise für solche Weihnachtsmenüs weichen kaum von den Preisen der normalen Futtersorten ab.

Was im Weihnachtsmenü für Hunde enthalten ist

Schaut man sich die Inhaltsstoffe und Zusammensetzung der Weihnachtsmenüs an, findet man durchweg erstaunlich vielfältige, gesunde und abwechslungsreiche Zutaten. Sie bestehen meist aus einem hochwertigen Fleischanteil mit Gemüse, Obst, Kräutern und Ölen.

Auffallend oft werden die Sorten Gans, Truthahn, Kaninchen, Lamm, Ente, Hirsch oder sogar Rentier verarbeitet, was den speziellen weihnachtlichen Charakter vermitteln soll.

Es gibt aber auch einige Sorten, die von einer normalen Zusammensetzung eines gängigen Futters überhaupt nicht abweichen und nur anders benannt sind. Ein Futter mit Rind, Kartoffeln und Cranberrys ist nichts Außergewöhnliches oder Saisonales, wird aber jetzt gerne als „weihnachtliches Wintermenü“ beworben.

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Vorsicht! „Fettes Fressen“

Die Fleischsorten Gans, Ente, Rind, Schwein oder Schaf komme häufig in Weihnachtsmenüs für Hunde vor – haben aber den höchsten Fettgehalt. Das sollten Halter bei der Fütterung mit diesen Fleischanteilen bedenken, da der gesamte Fettgehalt der Ration dadurch oftmals viel höher ist, als beim gewohnten Futter.

Wie bei uns Menschen kann fetteres Futter auch beim Hund zu Magen-Darm-Verstimmungen, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen oder unerwünschter Gewichtszunahme über die Feiertage führen.

Weihnachtliches Gemüse, Obst und Kräuter

Das winterliche Menü wird mit saisonalem Gemüse, Obst oder Kräutern abgerundet. Das sind Sorten, die sonst eher selten oder gar nicht in herkömmlichem Futter zu finden sind (z.B. Süßkartoffel, Pastinake, Esskastanie, Maronen, Granatapfel, Birne, Fenchel, Rote Beete, Mandarine, Dill, Anis, Kardamom, Rosmarin, Thymian).

Da für die weihnachtlichen Menüs eben auch gerne das passende gehaltvollere, nährstoffreichere Gemüse verarbeitet wird, sollte auch hier der Nährstoffgehalt beachtet werden. Besonders Süßkartoffel, Pastinake, Erbsen oder Kürbis schlagen in der Kombination mit fettem Fleisch besonders ins Gewicht – im wahrsten Sinne des Wortes.

Mein Tipp: Um das Risiko von Magen-Darm-Problemen zu minimieren, sollte bei der Auswahl des Weihnachtsmenüs darauf geachtet werden, dass der Fettanteil möglichst gering ist. Viele der Weihnachtsmenüs bestehen aus Huhn, Pute, Kaninchen, Hirsch, Reh oder Pferd. Wählt man diese Fleischsorten, ist der Fettgehalt durchschnittlich und das Futter meist gut verdaulich.

Was sollte im Weihnachtsmenü besser nicht enthalten sein?

Wie bei allen anderen Futtersorten sollte auch hier darauf geachtet werden, dass keine unnötigen Zusatzstoffe enthalten sind:

  • möglichst Getreide- und glutenfrei
  • möglichst ohne Fleisch- und Gemüsenebenerzeugnisse, Formfleisch, Fleischersatzteile oder Proteinersatzteile, wie Soja
  • frei von Geschmacksverstärkern, künstlichen Farb- und Aromastoffen, Konservierungsmitteln, Bindemitteln
  • ohne Zuckerzusatz
  • keine überflüssigen „Show-Zutaten“ (Lebkuchengewürz, Orangenschalen etc.)

Für Hunde mit Unverträglichkeiten oder Allergiker sind solche Weihnachtsmenüs wahrscheinlich generell riskant und daher eher ungeeignet.

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Komplettes Weihnachtsmenü, aber kein vollwertiges Futter?

Viele Hundehalter gehen automatisch davon aus, dass ein solches Festmenü eine vollwertige Ernährung ihres Hundes garantiert. Doch tatsächlich sind einige Weihnachtsmenüs nur als Ergänzungsfuttermittel für Hunde deklariert und nicht als Alleinfuttermittel.

Das bedeutet, dass dieses Futter ernährungsphysiologisch nicht für die dauerhafte ausgewogene Ernährung eines Hundes geeignet ist, da es nicht alle erforderlichen, bedarfsdeckenden Nährstoffe enthält. Es sollte daher nur kurzfristig (ca. 1-2 mal pro Woche) oder zusätzlich zum normalen Futter gegeben werden, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen könnte.

Besonders wichtig ist es deswegen, die genaue Deklaration auf dem Produkt zu lesen und sich nach der Fütterungsempfehlung des Herstellers zu richten.

Mein Fazit: Einfach mal ausprobieren

Ob auch im Hundenapf Weihnachten stattfinden soll, muss jeder selbst entscheiden. Die winterlich geschmückten Verpackungen sehen nett aus und klingen interessant. Ob unsere Vierbeiner aber einen großen Unterschied zwischen einem ausgewogenen, hochwertigen Futter und einem Weihnachtsmenü merken, ist unwahrscheinlich.

Einige Inhaltsstoffe sind für ernährungs- und verdauungssensible Tiere möglicherweise schwierig. Wer seinem Tier aber diese besondere Festtagsfreude machen möchte und den kulinarischen Genuss an Weihnachten mit seinem Hund im Napf teilen möchte, sollte es einfach mal ausprobieren.

Zur Autorin

Philine Ebert lebt in München. Sie begann sich ausführlicher mit Haustieren und im Speziellen mit deren Gesundheit und Ernährung zu beschäftigen, nachdem ihr Hund ihr Leben auf den Kopf gestellt hatte. Nach zahlreichen Seminaren und Ausbildungen über die Jahre ist sie nun seit 2023 als zertifizierte Gesundheits-, Ernährungs- und BARF-Beraterin für Hunde selbstständig.

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