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Ohne Tierleid

Erster Hundesnack aus EU-Laborfleisch – so schmeckte es meiner Hündin

Zwergspitz Yumi und Hundesnack aus Laborfleisch
Redaktionshündin Yumi durfte eine der ersten tierischen Tester sein, die den ersten Hundesnack aus in der EU kultivierten Laborfleisch verkosten durften. Foto: PETBOOK/Saskia Schneider
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Porträt Saskia Schneider auf dem PETBOOK Relaunch
Redaktionsleiterin

24. Oktober 2025, 13:54 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Zwar kann man Hunde heute auch vegetarisch ernähren, aber viele Hunde lehnen Snacks oder Futter, das rein pflanzlich ist oder aus Insekten besteht, kategorisch ab. Doch es gibt noch eine weitere Alternative, sein Haustier mit Futter zu versorgen, für das kein Tier leiden oder sterben musste: Laborfleisch. PETBOOK-Redakteurin Saskia Schneider testete mit Hündin Yumi den ersten Hundesnack aus Laborfleisch, das in der EU kultiviert wird.

Meine Hündin Yumi liebt Fressen – und eigentlich frisst sie alles gern. Doch Produkte, die mit „vegan“ oder „aus Insekten“ werben, rührt sie nicht an – oder spuckt sie wieder aus. Wir haben schon sämtliche Marken und Hersteller durchgetestet. Doch was ist mit Laborfleisch? Zugegeben, die Bezeichnung klingt nicht recht appetitlich. Doch der große Vorteil: Kein Tier muss dafür leiden oder sterben. Lediglich Zellproben werden entnommen. Ganz ohne lebende Tiere geht es also nicht.

So entsteht Laborfleisch

Diese sogenannten Stammzellen besitzen eine ganz besondere Fähigkeit. Sie können sich in jede Art von Körperzelle entwickeln – in diesem Fall also in Muskelzellen. Je nachdem, was hergestellt werden soll, kommen diese Zellen in eine Kulturflüssigkeit und wachsen darin zu Muskelgewebe heran.

Im November 2023 genehmigte die EU erstmals Laborfleisch für Haustiere. Die Zulassung dafür erhielt als erstes Unternehmen das tschechische Start-up „Bene Meat Technologies“ (PETBOOK berichtete). Das weltweit erste Unternehmen, das Hundefutter aus Laborfleisch dann tatsächlich auf den europäischen Markt brachte, war „Meatly“. Damals behauptete CEO Owen Ensor im PETBOOK-Interview, dass Tiere den Unterschied zu „echtem“ Fleisch nicht bemerken werden.

Hundesnack aus Laborfleisch – erkennt meine Hündin den Unterschied?

Dieses Versprechen möchte ich schon lange auf die Probe stellen. Doch bisher ist es schwer, in Deutschland an Produkte heranzukommen. Doch die Firma „Bene Meat Technologies“ sucht gerade nach freiwilligen Testern für einen neuen Hundesnack aus Laborfleisch, welches in der EU kultiviert wird. Aktuell ist er noch nicht auf dem Markt erhältlich, daher melde ich mich mit Hündin Yumi zum Test an.

Ich wähle die Geschmacksrichtung „Huhn“ – doch ob auch wirklich Huhn im Snack ist, wird in der zugeschickten Probe nicht ersichtlich. Dort wird lediglich „kultivierte Zellen säugetierischen Ursprungs“ als erste Zutat gelistet. Insgesamt sollen 18,5 Prozent enthalten sein. Zum Vergleich: Ein Trockenfutter für Hunde hat in der Regel 25 Prozent.

Neben dem Laborfleisch enthält der Hundesnack auch Buchweizenmehl, Haferflockenmehl, getrocknete gemahlene Kürbiskerne, Süßkartoffelpüree, getrocknete Äpfel, Bierhefe, Sonnenblumenöl, Algen, Leinsamenöl und Inulin. An sich klingt das erst einmal nach hochwertigen Inhaltsstoffen.

Yumi spuckt den Snack wieder aus

Der Hersteller bittet beim Testen darum, die erste Reaktion des Hundes zu erfassen. Als ich die Packung öffne, ist Yumi sehr interessiert. Sobald sie den Inhalt erschnüffelt, legt sie sich ins „Platz“. Das tut sie immer, wenn sie etwas Leckeres abbekommen möchte, denn dieses Verhalten haben wir seit dem Welpenalter konditioniert – an sich ein gutes Zeichen.

Ich entnehme der Packung einen der Snacks, die eine runde Form haben und wie kleine Kekse aussehen. Yumi nimmt den Snack sehr vorsichtig – das macht sie immer bei etwas Essbarem, das sie noch nicht kennt. Den Snack im Maul tragend, läuft sie weg und lässt den Keks dann dezent zu Boden fallen. Das macht sie danach noch zweimal. Immer wieder spuckt sie den Snack aus. Schmeckt es ihr nicht?

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Plötzlich wird jeder Krümel verputzt

Ich habe eine andere Vermutung: Die Snacks sind zwar gut portioniert, aber für das Mini-Mäulchen meines Zwergspitzes noch immer zu groß. Nicht, dass meine Hündin nicht in der Lage wäre, zu kauen. Aber bei neuem Futter, das sie noch nicht kennt, tut sie das in der Regel selten. Vielleicht lohnt es sich ja nicht.

Ich zerbreche die Kekse in kleinere Stücke – und siehe da: Yumi frisst. Sie macht sogar kleine Tricks, um weitere Leckerli zu bekommen. Dann lasse ich sie wählen: den Hundesnack aus Laborfleisch oder ein Stück von ihrem „normalen“ Trockenfutter. Die Wahl fällt auf Ersteres, allerdings nur einmal. Danach entscheidet sich Yumi immer wieder für ihr Trockenfutter. Doch um sicher zu sagen, ob sie dies wirklich dem neuen Snack vorziehen würde, ist mein spontaner Mini-Test nicht aussagekräftig genug.

Zumindest bleibt sie stark interessiert, als ich Fotos vom Hundesnack mache, und nimmt mir bereitwillig weitere ab – dieses Mal auch im Ganzen. Jeder Krümel wird verputzt. Es schmeckt ihr also definitiv.

Unser Fazit: Geschmack gut – aber lohnt es sich auch?

Yumi scheint der Hundesnack aus Laborfleisch geschmeckt zu haben. Doch ob sie wirklich keinen Unterschied merkt? Das ist schwer zu sagen und auch schwer zu überprüfen. Viel wichtiger wäre zu wissen: Verträgt der Hund den Snack auch? In der Regel ist das Laborfleisch „reiner“ als das gewöhnliche Futter, denn es handelt sich um ein Monoprotein. Aber welches? Das wird nämlich nicht ersichtlich.

„Kultivierte Zellen säugetierischen Ursprungs“ kann alles bedeuten. Theoretisch könnten die Stammzellen auch aus Ratten oder Mäusen stammen, was an sich kein Problem wäre. Für Verbraucher wäre es trotzdem wichtig zu erfahren, falls ihr Hund eine Allergie hat oder eine entwickelt. Ansonsten kann Laborfleisch ernährungstechnisch eine echte Alternative sein, denn es kann theoretisch dieselben Eiweißbausteine enthalten wie „echtes“ Fleisch.

Doch was ist mit dem Preis? Bisher ist nicht klar, wann und ob der Snack überhaupt auf den Markt kommen wird und wie viel er kosten soll. Dazu macht „Bene Meat“ zunächst keine Angaben. Noch ist Laborfleisch ein Novum und die Produktion wahrscheinlich noch recht aufwendig und teuer im Vergleich zu Futter, das mit Fleisch aus Massentierhaltung hergestellt wird. Ob es sich auf dem Markt durchsetzt und beim Verbraucher akzeptiert wird, muss die Zeit zeigen. Zumindest meine Hündin wäre eine potenzielle Kandidatin und wir werden die Entwicklung von Laborfleisch für Hundefutter weiter verfolgen.

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