4. September 2026, 12:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Wer seinem Hund tief in die Augen schaut, bekommt oft das Gefühl, genau beobachtet zu werden. Eine neue Studie liefert nun Hinweise darauf, dass Hunde sogar auf etwas so Unauffälliges wie unser Blinzeln achten. Besonders aufmerksam scheinen sie dabei zu sein, wenn es um ihre vertrauten Menschen geht.
Warum die Forscher das Blinzeln untersuchten
Blinzeln schützt in erster Linie das Auge und bewahrt es vor dem Austrocknen. Bei Menschen kann Blinzeln auch eine soziale Bedeutung. Oft wird Blinzeln in Verbindung mit Aufmerksamkeit, zwischenmenschlicher Verbindung und gemeinsamem Rhythmus gebracht.
Frühere Untersuchungen haben bereits Hinweise darauf geliefert, dass Blinzeln auch für Tiere eine soziale Botschaft haben kann. So reagieren Katzen auf langsames Blinzeln von Menschen, denn es heißt: „Ich kann meine Augen langsam schließen, ohne dass du mich angreifst“.
Bei Hunden wurde beobachtet, dass sie häufiger blinzeln, wenn sie blinzelnde Artgenossen sehen. Ein italienisches Forschungsteam wollte deshalb herausfinden, ob Hunde auch auf das Blinzeln von Menschen reagieren und ob es dabei eine Rolle spielt, wer ihnen gegenübersteht.
Wie gingen die Forscher vor?
Für die Untersuchung wurden zunächst 38 Hunde im Alter zwischen einem und zwölf Jahren getestet. Die Tiere sahen kurze Videoaufnahmen von drei Personen:
- ihrem eigenen Halter
- einer unbekannten Frau
- einem unbekannten Mann
In einer Version blinzelten die Personen alle drei Sekunden. In der Kontrollaufnahme blickten sie mit unbewegtem, neutralem Gesicht in die Kamera. Die Forscher zeichneten unter anderem auf, wie häufig die Hunde selbst blinzelten.
Hunde blinzelten beim eigenen Halter häufiger
Die Hunde blinzelten häufiger, wenn sie Menschen beim Blinzeln beobachteten. Dieser Effekt zeigte sich allerdings nur bei den eigenen Haltern, nicht bei fremden Personen. Sahen die Hunde ihren blinzelnden Menschen, blinzelten sie selbst häufiger als bei einem Gesicht mit starrem Blick.
Das deutet darauf hin, dass nicht nur das Blinzeln alleine eine wichtige Rolle bei der Reaktion des Hundes spielt. Offenbar beeinflusst auch die Beziehung zwischen Hund und Mensch das Blinzverhalten.
Reagierten Hunde stärker auf Frauen?
Tatsächlich blinzelten die Hunde besonders häufig, wenn sie ihre blinzelnde Halterin sahen. Wirklich eindeutig war der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Haltern jedoch nicht.
Deshalb bewerten die Forscher dieses Ergebnis vorsichtig. Immerhin sollte in der Studie ursprünglich nicht der Einfluss des Geschlechts untersucht werden. Zudem könnten auch andere Faktoren wie die gemeinsame Zeit, der Alltag oder die Bindung zwischen Hund und Mensch die Ergebnisse beeinflusst haben.
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Was bedeutet das Blinzeln bei Hunden?
Die Studie liefert Hinweise darauf, dass Hunde selbst sehr kleine Gesichtsbewegungen ihrer Bezugspersonen wahrnehmen. Noch lässt sich daraus allerdings nicht schließen, dass Blinzeln eine bewusste Botschaft oder ein Zeichen von Zuneigung ist.
Nach Einschätzung der Forscher könnten unterschiedliche Mechanismen dahinterstecken. Möglich sind demnach eine gesteigerte Aufmerksamkeit, automatische Nachahmung oder allgemeinere soziale Prozesse. Welche Erklärung davon konkret zutrifft, müssen erst weitere Untersuchungen zeigen.
Was Hundehalter daraus mitnehmen können
Die Untersuchung zeigt nicht, dass Hundehalter mit ihrem Tier durch Blinzeln „sprechen“ können. Sie liefert aber einen weiteren Hinweis darauf, wie aufmerksam Hunde die Gesichter vertrauter Menschen beobachten.
Ob Blinzeln tatsächlich eine kommunikative Bedeutung besitzt, mit Entspannung zusammenhängt oder lediglich erhöhte Aufmerksamkeit widerspiegelt, ist aber noch offen. Fest steht aber: Beim Blinzeln ihrer eigenen Menschen schauen Hunde offenbar genauer hin als bei fremden Personen.