Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Promis & Haustiere Alle Themen
„Happy.Abby.Grey“

Petfluenerin setzt sich für Windhunde ein: »Was mit den Tieren geschieht, muss gehört werden

Foto: TONY the petfluencer agency
Artikel teilen
Louisa Stoeffler
Redakteurin

5. November 2025, 11:07 Uhr | Lesezeit: 9 Minuten

Mit Leidenschaft, Empathie und unerschütterlichem Einsatz setzt sich Lea-Valine Opiela seit Jahren für Windhunde ein – für Galgos, Podencos und Greyhounds, die in vielen Ländern noch immer unter grausamen Bedingungen leiden. Was als Herzensprojekt mit ihrem eigenen Greyhound Abby begann, hat sich längst zu einer beeindruckenden Aufklärungsarbeit entwickelt, die Menschen bewegt und zum Handeln inspiriert. Beim German Petfluencer Award 2025 wurde sie für ihre Arbeit auf dem Account happy.abby.grey mit dem Purpose Award ausgezeichnet – ein Moment, der für Lea-Valine weit mehr ist als nur Anerkennung: Es ist eine Bestätigung ihres Weges und ihrer Mission, den Windhunden eine Stimme zu geben, wie sie PETBOOK im Interview verrät.

Lea-Valine, du hast für „happy.abby.grey“ den Purpose Award bei den Petfluencern gewonnen – herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet dir dieser Award – gerade, weil du ihn für deine Aufklärungsarbeit rund um Windhunde bekommen hast?
Lea-Valine Opiela:
„Vielen Dank! Dieser Award bedeutet mir sehr viel, weil er nicht nur meine Tierschutzarbeit anerkennt, sondern vor allem die Themen sichtbar macht, für die ich mich seit vier Jahren einsetze. Für die Galgos, Podencos und Greyhounds. Dieser Award zeigt, dass Aufklärung wirklich etwas bewirken kann und dass es wichtig ist, den Tieren eine Stimme zu geben. Für mich ist dieser Award eine zusätzliche Motivation, noch mehr Menschen zu erreichen und sie zu inspirieren, sich auch für die Windhunde stark zu machen.“

Mit Herz, Haltung und Hashtag: So bewegt „Happy Abby Grey“ die Community

Viele sehen in so einem Preis vor allem Anerkennung – für dich scheint er aber auch eine Art Bestätigung deines Weges zu sein. Was hat dich darauf gebracht, dich vor allem für Greyhounds, Podencos und Galgos einzusetzen?
„Für mich ist der Preis nicht nur eine Anerkennung, sondern auch eine Bestätigung, dass mein Einsatz für die Hunde richtig und wichtig ist. Ich adoptierte meine Greyhound-Dame Abby an Halloween 2020. Mit ihr begann die Liebe zu Windhunden. So kam es, dass ich wenige Monate, nachdem sie bei mir war, ihren eigenen Instagram-Account erstellt habe: ‚Happy Abby Grey‘. Anfangs wollte ich nur den Greyhound bekannter machen und habe den Alltag mit Abby dokumentiert. Das kam erstaunlich gut an.

Als immer mehr Fragen zu Adoptionen kamen, fing ich an, Tierheime deutschlandweit zu besuchen. Überall dort, wo Windhunde zu finden waren, um sie auf meinem Account zu zeigen. Das war der Einstieg in den Tierschutz. Mit der Zeit wurde es immer mehr und intensiver. Als 2022 dringend Pflegestellen gesucht wurden, da 53 Windhunde in Winterbach beschlagnahmt wurden, bot ich mich als Pflegestelle an.

So kam Mabel zu mir und ich beschäftigte mich immer mehr mit Galgos. Ich konnte kaum glauben, welche schrecklichen Geschichten ich zu hören bekam und was in Spanien mit den Hunden passiert. Also machte ich mir selbst ein Bild vor Ort und bin nun seit drei Jahren regelmäßig in Sevilla bei der Fundación Benjamin Mehnert, dem größten Tierheim Europas für Galgos, um vor Ort zu helfen. Egal, welches Tierschutzprojekt ich mache, ich nehme meine Follower immer hautnah mit.“ 

»Was mit den Hunden geschieht, muss gehört werden

Viele Menschen wissen nicht, unter welchen Bedingungen Windhunde in manchen Ländern leben. Was sind die größten Missstände, auf die du mit deiner Arbeit aufmerksam machst?
„Leider sind es immer noch zu viele Menschen, die nicht wissen, unter welchen Bedingungen Windhunde in manchen Ländern leben. Galgos in Spanien zum Beispiel werden ausschließlich für die Hasenjagd gezüchtet, und wenn sie nach der Jagdsaison nicht mehr ‚brauchbar‘ sind, werden sie ausgesetzt oder auf grausame Weise getötet.

Ähnlich ist es bei den Greyhounds in der Rennindustrie. Zum Beispiel in Irland: Sie werden für Rennen gezüchtet, und wenn sie zu alt oder verletzt sind, verlieren sie ihren Wert und landen in Tierheimen oder in Ländern, die keine Tierschutzgesetze haben, um dort ausgebeutet zu werden, bis ihre Körper nicht mehr können.“

Du hast in deinem Post geschrieben, dass viele dir gesagt hätten, du würdest mit deiner Arbeit „eh nichts verändern“. Wann hast du gespürt, dass dein Purpose – dein Warum – doch eine Wirkung hat?
„Ich bekomme das tatsächlich immer wieder zu hören. Anfangs war es schwer, damit umzugehen. Es gab auch eine Zeit, in der meine Follower sehr gespalten waren, als mein Alltags-Hundecontent-Account zum überwiegenden Tierschutzaccount wurde. Die Menschen haben sich die leichten Themen zurückgewünscht, denn Tierschutz ist leider für viele zu unbequem. Doch ich habe diese Hunde gesehen, wie ihre Körper vor Angst nicht mehr aufhörten zu zittern, und ich wollte nie mehr zurück zu leichten Themen.

Denn das, was mit den Hunden geschieht, muss gehört werden. Ich habe mich seither nie unterkriegen lassen, denn als die ersten Rückmeldungen von Menschen kamen, die durch meine Beiträge auf das Schicksal der Hunde aufmerksam wurden, haben sich manche entschlossen, zu spenden. Andere haben Windhunde adoptiert oder sich selbst im Tierschutz engagiert. Da wusste ich, dass mein Tun etwas bewirken kann.“

»Glaube bedeutet, den schweren Weg zu gehen

Dein Vater hat dir beigebracht, dass Glaube nicht den leichten, sondern den Weg bedeutet, der dich wachsen lässt. Was war für dich persönlich der schwierigste, aber auch lehrreichste Moment auf diesem Weg?
„Ich würde sagen, der schwierigste Moment ist, zu akzeptieren, dass es nicht immer ein Happy End gibt. Ich hatte ein paar dieser Momente und erinnere mich an Nächte, in denen ich wach im Bett lag und mich immer wieder fragte, wie ich es schaffen soll, das alles zu beenden. Es gibt so viel Leid, es ist ein Fass ohne Boden.

Du kannst einen Hund vom Straßenrand aufsammeln, doch wenn du im Tierheim feststellst, dass er gechipt ist, musst du ihn seinem Besitzer zurückgeben, ganz egal, in welchem katastrophalen Zustand er sich befindet. Oder du rettest einen angefahrenen Hund, bist dankbar, dass er in Sicherheit ist, und am nächsten Tag kommt die Nachricht, dass er an den Folgen der Verletzungen gestorben ist. Das ist sehr hart!

Glaube bedeutet, diesen Weg zu gehen, auch wenn er schwer ist, und an dem zu wachsen, was man erlebt hat. Ich habe gelernt, dass es nicht darum geht, alle Probleme auf einmal zu lösen, sondern dass jeder kleine Schritt zählt. Der wahre Wert meines Engagements liegt darin, dass ich bleibe und dass ich niemals aufhöre. Ganz egal, wie oft mir jemand sagt, dass ich nichts verändern könnte.“

Windhunde sind Universalblutspender – und es wird ausgenutzt

Gibt es eine Begegnung mit einem Hund, die für dich stellvertretend für all das steht, wofür du kämpfst?
„Ja, da gibt es eine Begegnung. Ich habe vor zwei Jahren die Organisation New Graceland in der Schweiz besucht. Dort war ein Galgo-Mädchen namens Nancy. Sie wurde von einer illegalen Blutfarm aus Madrid gerettet. Denn was viele auch nicht wissen: Windhunde sind Universal-Blutspender. Nancy hatte Schreckliches erlebt und ich konnte mich ihr nicht nähern. Mittlerweile ist sie ein fröhlicher Hund, der wieder Vertrauen in Menschen aufbauen konnte. Das sind die Momente, für die es sich lohnt, aufmerksam zu machen und niemals aufzugeben.“

Du erreichst über Social Media viele Menschen mit deinen Videos. Wie gelingt dir die Balance zwischen emotionaler Story und sachlicher Information?
„Ich denke, die Balance entsteht, indem ich immer von den Geschichten meiner Hunde ausgehe und meine persönlichen Erlebnisse nutze, um ein bestimmtes Thema zu erklären. Die Informationen, die die Menschen durch meine Videos erhalten, wecken in ihnen Verständnis dafür, warum Tierschutz so dringend ist.“

Wann hattest du das Gefühl: „Jetzt hören die Leute wirklich zu – jetzt bewegt sich etwas“?
„Ich muss gestehen, dass ich dieses Gefühl immer mal wieder habe. Immer dann, wenn ich viel Rückmeldung zu meinen Beiträgen bekomme. Besonders stark war es allerdings in diesem Jahr, als ich eine große Spendenaktion gemeinsam mit dem Futterunternehmen BoschPetFood hatte, zum Ende der Jagdsaison. Ich hatte ein Video hochgeladen und jeder Kommentar darunter bedeutete ein Kilogramm Futterspende für die Galgos. Wir haben mit dieser Aktion 22 Tonnen Futter zusammenbekommen. Ich war bei der Übergabe dabei, um alle, die mitgemacht haben, transparent mitzunehmen.“

Mehr zum Thema

Zwischen Hoffnung und Schmerz: Die Realität im Tierschutz

Wie gehst du mit Kritik oder Zweifeln um – vor allem, wenn du spürst, dass dein Engagement emotional viel kostet?
„Kritik nehme ich tatsächlich nur von den Menschen an, die ich liebe, oder von Menschen, die dasselbe tun wie ich. Alle anderen, die meinen, mich oder mein Engagement kritisieren zu müssen, sollen mir zeigen, dass sie es besser können. Man lernt mit der Zeit, nicht allem Energie zu geben. Und Zweifel sind vollkommen menschlich. Jeder zweifelt mal an etwas. Wichtig ist nur bei allem, was man tut, auf sein Herz zu hören, und wenn man an etwas glaubt, dann ist die einzige Person, auf die man hören sollte, man selbst.“

Der Award hat dir viel Sichtbarkeit gebracht. Was möchtest du als Nächstes bewegen?
„Ich fliege im Februar wieder mit meinem Freund nach Spanien, um vor Ort bei der Fundación Benjamin Mehnert zu helfen. Aktuell habe ich einen Charity-Windhundkalender für 2026 mit den verschiedensten Windhunden aus meinen Fotoshootings. Für eine Mindestspende von 15 Euro können Menschen ihn erwerben. Die Einnahmen gehen an das spanische Tierheim, dem ich vor Ort einen Spendenscheck übergebe.“

Ein Leben frei von „Ausbeutung, Gewalt und Aussetzung“

Wenn du dir eine Zukunft für Greyhounds, Galgos und Podencos wünschen könntest – wie würde sie aussehen?
„Wenn ich mir eine Zukunft für diese Hunde wünschen könnte, dann wäre es eine, in der die Hunde nicht mehr als ‚Werkzeuge‘ gesehen werden, sondern als fühlende Wesen mit Würde und Rechten. Frei von Ausbeutung, Gewalt und Aussetzung.“

Was möchtest du Menschen mitgeben, die ebenfalls etwas verändern wollen, aber sich noch nicht trauen, den ersten Schritt zu gehen?
„Mein wichtigster Rat ist: Fang einfach an, auch kleine Schritte zählen. Erzählt die Geschichten der Galgos, teilt Tierschutz-Beiträge, bietet euch als Pflegestelle an, werdet Gassigänger im Tierheim oder spendet, wenn ihr könnt. Helfen kann so vielfältig und einfach sein. Veränderung ist möglich, auch wenn sie klein erscheint. Denn auch der erste Schritt kann alles in Bewegung setzen, und wenn man aus Liebe handelt, dann bewirkt man immer etwas.“

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.