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69 Städte im Ranking

Wo „Häufchen liegen lassen“ in Deutschland am meisten kostet

Hund macht auf eine Wiese
Jeder Hund „muss mal“ und jeder Halter muss es wegmachen. Eigentlich. Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

16. Dezember 2025, 13:12 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Wer beim Gassigehen nicht hinter seinem Hund aufräumt, riskiert je nach Wohnort drastisch unterschiedliche Strafen – von nur fünf bis zu 10.000 Euro. Ein deutschlandweiter Vergleich von „Hundemagazin.com“ zeigt: Die Regeln sind streng, doch oft unübersichtlich. Wo Halter fürs „Häufchen liegen lassen“ besonders tief in die Tasche greifen müssen und wie sich Bußgeld, Verwarnung und Verwaltungskosten unterscheiden, zeigt dieser Überblick.

Hundekot als Ordnungsproblem – großes Bußgeldgefälle in deutschen Städten

In vielen Städten Deutschlands ist nicht beseitigter Hundekot ein alltägliches Ärgernis für alle. Und ein Fall fürs Ordnungsamt. Um die öffentliche Sauberkeit auf Gehwegen, in Parks und besonders auf Spielplätzen zu gewährleisten, greifen Kommunen daher zum Mittel der Geldbuße. Die Höhe variiert jedoch enorm: Wer die Hinterlassenschaften seines Hundes nicht entfernt, muss mit bis zu 150 Euro Verwarnungsgeld rechnen – in Einzelfällen sogar deutlich mehr.

Städtevergleich zeigt große Unterschiede

„Hundemagazin.com“ hat bei 80 großen deutschen Städten angefragt und von 69 Rückmeldungen bekommen. Im bundesweiten Vergleich der größten deutschen Städte ergibt sich so ein unübersichtliches Bild: Zwar liegt der Durchschnittswert für das Bußgeld bei 66 Euro, doch die Spannbreite ist enorm.

  • Die höchsten Bußgelder bei einem Erstverstoß: In Kaiserslautern, Karlsruhe und Offenbach am Main sind jeweils mindestens 150 Euro fällig.
  • Am günstigsten kommen „Häufchenliegenlasser“ in Leipzig weg – dort beginnt das Verwarnungsgeld bei lediglich fünf Euro.
  • In Städten wie Berlin, Essen oder Dortmund werden zwischen 75 und 100 Euro verlangt.

Wie streng geahndet wird, hängt allerdings vom Einzelfall ab – etwa bei Wiederholungstätern oder wenn der Hundekot in besonders schützenswerten Bereichen liegen bleibt. So kann in Mannheim bei einem Verstoß im Sandkasten die Strafe von 100  auf 250 Euro steigen.

Manche Städte erlauben bis zu 10.000 Euro – theoretisch

Auch wenn der Regelsatz unter anderem in der Hauptstadt bei 80 Euro liegt, erlaubt die Bußgeldordnung Strafen bis zu 10.000 Euro – etwa wenn weder Beutel mitgeführt noch Hinterlassenschaften entfernt werden. In der Praxis kommt das jedoch nur selten vor.

Vergleich nach Bundesländern

Der Städtevergleich zeigt auch ein klares Gefälle nach Regionen:

  • Hessen: Ø 109 Euro
  • Baden-Württemberg: Ø 99 Euro
  • Nordrhein-Westfalen: Ø 64 Euro
  • Berlin: 80 Euro
  • Sachsen (z. B. Leipzig): Ø 30 Euro

Gerade in ost- und norddeutschen Städten fallen die Bußgelder häufig niedriger aus, liegen mitunter nur zwischen 20 und 55 Euro. Ob ein höheres Bußgeld bei einem Wiederholungsfall droht, liegt in der Regel im Ermessen der Behörden.

Bußgeld oder Verwarnung? Die juristische Unterscheidung

So spricht auch nicht jede Kommune automatisch ein Bußgeld aus. Einige Städte unterscheiden:

  • Verwarnungsgeld (bis 55 Euro): Für geringfügige Ordnungswidrigkeiten, etwa kleine Haufen, meist ohne Verwaltungsverfahren.
  • Bußgeld (ab 60 Euro): Formelles Verfahren mit zusätzlicher Verwaltungsgebühr, z. B. 28,50 Euro in Stuttgart.

Hinzu kommt: Wer (absichtlich oder unabsichtlich) keinen Kotbeutel dabeihat, kann ebenfalls zur Kasse gebeten werden – in Bottrop ab 55 Euro, in Berlin ab 60 Euro.

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Vergehen bleiben meist unbemerkt

Die Analyse von „Hundemagazin.com“ zeigt aber auch: Ein Großteil der Verstöße bleibt unerkannt – denn die Verantwortlichen müssen auf frischer Tat ertappt werden. Im Jahr 2024 wurden laut Angaben der befragten Städte insgesamt 116 Verstöße dokumentiert – das entspricht durchschnittlich 2,76 Fällen pro Stadt.

Die meisten Meldungen kamen aus Berlin (13 Fälle) und Essen (12 Fälle). Die Dunkelziffer dürfte jedoch erheblich höher liegen.

Warum „Häufchen liegen lassen“ kein Kavaliersdelikt ist

Für Spaziergänger und Anwohner ist der Tritt ins eklige Häufchen vor allem ein Ärgernis. Doch auch für Hundehalter selbst kann der Spaziergang schnell zum Spießrutenlauf werden. Denn Hundekot ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch ein unterschätztes Risiko für die Gesundheit.

Viele Haustiere scheiden unterschiedlichste Parasiten aus – oft ohne sichtbare Symptome. Selbst wenn ein Hund gesund wirkt, kann sein Kot Krankheitserreger enthalten. Besonders heimtückisch: Die Eier vieler Würmer sind mikroskopisch klein und auch dann noch infektiös, wenn der Haufen längst verrottet ist.

Die Erreger bleiben im Gras zurück, wo sie für Mensch und Tier zur unsichtbaren Gefahr werden. „Das nächste Kleinkind, das darüber krabbelt und anschließend den Daumen in den Mund nimmt, kann sich womöglich anstecken“, erklärte Tierärztin Tina Hölscher zuvor in diesem PETBOOK-Artikel: Warum es so wichtig ist, Hundekot richtig zu entsorgen.

Gleiches gilt auch für andere Hunde – viele schnüffeln gern an fremden Häufchen oder nehmen sogar etwas davon auf und können sich so immer weiter infizieren. Die korrekte Entsorgung gehört also nicht ohne Grund zu den grundlegenden Höflichkeitsregeln unter Hundehaltern. Sie schützt nicht nur andere Menschen, sondern auch die eigenen Vierbeiner.

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