11. August 2025, 17:14 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Normalerweise schwören alle Hundehalter darauf, dass ihr Vierbeiner der Schönste, Klügste und Tollste ist. Doch bei einem Traditionswettbewerb steht zwar die Optik der Hunde im Vordergrund, doch es geht um den hässlichsten Hund der Welt. In diesem Jahr heißt er Petunia.
Petunia ist der „hässlichste Hund“ des Jahres
Seit dem Wochenende heißt der hässlichste Hund der Welt ganz offiziell Petunia. Ihren kurzen Stummelbeinchen, Glupschaugen und ihrem faltigen Gesicht verdankt der haarlose Bulldoggen-Mix den zweifelhaften Titel „World’s Ugliest Dog“. Allerdings wird dieser Preis, den es bereits seit den Siebzigerjahren gibt, nicht zum Spott, sondern um die liebenswerten Seiten zu zeigen, ausgetragen. So heißt es jedenfalls von Veranstalterseite.1
Vielmehr wolle man ihre liebenswerten und schönen Seiten herausstellen. Viele der teilnehmenden Hunde stammen aus Tierheimen. Mit der Aktion werde auch dazu aufgerufen, ausgesetzten Tieren ein neues Zuhause zu geben. Viele der Vierbeiner hätten durch ihre Teilnahme ein neues Zuhause gefunden, heißt es.
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Gewinner dürfen sich über Titel und ein saftiges Preisgeld freuen
Neben dem Titel darf sich Shannon Nyman, die Halterin des zweijährigen Hundes aus Oregon (USA), über ein Preisgeld von 5000 Dollar (etwa 4300 Euro) freuen. Auf dem zweiten Platz landete Jinny Lu, ein fünfjähriger Mops mit schief heraushängender Zunge. Er hatte schon 2023 mitgemacht, war damals aber leer ausgegangen. In diesem Jahr gab es für seine Besitzerin Michelle Grady immerhin ein stattliches Preisgeld von 3000 Dollar.2
Platz drei konnte sich Poppy, ein siebenjähriger Chinesischer Schopfhund sichern. Den Vierbeiner zeichnet der quasi komplett nackte Körper aus, der noch von ein paar weißen Haarbüscheln gesäumt wird. Auch ihre Halter dürfen sich über ein Preisgeld und eine Reise nach New York freuen. Doch warum würde man – wenn man mal den finanziellen Aspekt weglässt – sein schutzbefohlenes Haustier bei so einem Wettbewerb anmelden? Geht es hier um den Wunsch nach Aufmerksamkeit der Halter?
Es bleiben viele Fragen
Klar kann dieser Wettbewerb die Chance auf ein neues Zuhause für Hunde aus dem Tierschutz bedeuten. Doch scheinbar haben die Gewinner ja alle bereits ein liebendes Zuhause. So bleibt möglichen Hunden aus dem Tierschutz diese Plattform verwehrt. Daher ist dieses Argument nicht wirklich überzeugend. Insgesamt gibt es gleich mehrere Punkte an diesem Wettbewerb, die man durchaus kritisch sehen kann.
So weisen viele der teilnehmenden Hunde klare Qualzuchtmerkmale auf, die im Zweifelsfall Menschen dazu animieren könnten, ebenfalls Hunde dieser Rassen oder mit diesem Aussehen haben zu wollen. Ebenfalls kritisch kann auch der Wettbewerb an sich gesehen werden. Denn auch diese moralische Erhebung des Namens und der Versuch einen Titel, der schon im Wort an sich negativ konnotiert ist, umzudeuten wirkt doch recht konstruiert. Auch wenn hier die Organisatoren möglicherweise edle Absichten verfolgen, so profitiert man hier doch sehr davon, dass dieser Wettbewerb medial als tierische Freakshow ausgeschlachtet wird.