Zum Inhalt springen
logo Das Magazin für alle Tierbesitzer und -liebhaber
Studien zeigen

Warum sterben große Hunde eigentlich früher als kleine?

Kleine Hunde leben länger als große, hier eine Dogge und ein Zwergpinscher
Kleine Hunde leben deutlich länger als große, das hat mehrere Gründe. Wie sehr sich die Größen unterscheiden können, wird beim Vergleich von Zwergpinscher und Deutscher Dogge deutlich sichtbar Foto: Getty Images
Artikel teilen
Ninja Sinke Autorin

15. Mai 2026, 6:07 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Große Tiere leben meist länger als winzig kleine, oder? Ausgerechnet Hunde sind dabei eine Ausnahme. Denn große Hunderassen sterben deutlich früher als kleine. Während ein Chihuahua bis zu achtzehn Jahre alt werden kann, leben Deutsche Doggen maximal zehn Jahre. Warum das so ist und welche Rassen am längsten leben, erfahren Sie bei PETBOOK.

Große Hunde können das 50-fache der Körpergröße eines kleinen Hundes erreichen

Die Größenunterschiede der zahlreich vorhandenen Hunderassen sind zum Teil extrem. Entstanden sind diese Unterschiede, die sich nicht nur auf die Größe erstrecken, sondern auch auf Körperbau, Fellart, Fellfarbe und mehr, durch jahrelange Züchtungen. Ein Beispiel: Der Irische Wolfshund kann bis zu 50 Mal größer werden als der Chihuahua – beide Tiere gehören jedoch der gleichen Spezies an.1

Während Züchter ihren Fokus darauf gelegt haben, möglichst große Hunde miteinander zu kreuzen, haben sie dabei die Lebenserwartung der Tiere vernachlässigt. So haben die Züchtungen unabsichtlich dazu geführt, dass große Hunde vergleichsweise früh sterben, während kleine Hunde länger leben.2

Warum sterben große Hunde früher?

Die Gründe, weswegen große Hunderassen früher sterben und kleine Hunde länger leben, werden in den Wachstumsprozessen vermutet. Welpen großer Hunderassen werden innerhalb weniger Jahre erwachsen und nehmen schnell viel Gewicht zu. Eine ausgewachsene, männliche Deutsche Dogge kann bis zu 90 Kilogramm schwer werden. Ein ausgewachsener, männlicher Chihuahua erreicht dagegen maximal drei Kilogramm. Das körperliche Wachstum der Welpen einer Deutschen Dogge muss deswegen enorm sein, denn diese Hunderasse ist innerhalb von drei Jahren ausgewachsen.

Auch interessant: Ältester Hund der Welt gestorben

Mehr zum Thema

Warum schnelles Wachstum die Lebenszeit der Hunde verkürzen kann

Während sich Hunde im Wachstumsprozess befinden, laufen in ihren Zellen komplizierte Prozesse ab. Diese Körperwachstumsprozesse verbrauchen eine Menge Energie, die von den Zellen durch den Abbau von Nahrung bereitgestellt wird. Dabei entstehen Moleküle, die im Körper in großen Mengen schädlich sein können. Diese Moleküle werden freie Radikale genannt und sie scheinen in schnell wachsenden Welpen in großen Mengen vorzukommen. Das vermuten Wissenschaftler in ihrer Studie, die im Wissenschaftsportal „Science“ vorgestellt wurde.

Im Rahmen der US-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2017 wurden Gewebeproben von 80 Hunden untersucht. Darunter waren sowohl Welpen als auch ausgewachsene Tiere sowie kleine und große Hunderassen. Die Forscher kamen in der Studie zu dem Ergebnis, dass freie Radikale in den Zellen junger, großer Hunderassen einen hohen Anteil haben. Diese Beobachtung konnte bei Welpen kleiner Hunderassen nicht gemacht werden.3

Doch was sind freie Radikale und was verursachen sie im Körper? Freie Radikale sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Bei dem Versuch, das fehlende Elektron aus anderen Körperzellen zu „stehlen“, können diese Moleküle Zellmembranen beschädigen. Diese Zellschäden können im Organismus Krebs und andere Krankheiten verursachen.

Die gute Nachricht: Freie Radikale werden von anderen Molekülen, sogenannten Antioxidantien, neutralisiert und damit unschädlich gemacht. Je mehr freie Radikale innerhalb eines Organismus entstehen, desto mehr Antioxidantien müssen wiederum vorhanden sein.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass im Welpenalter in den Zellen großer Hunderassen verglichen mit kleinen Hunden deutlich mehr freie Radikale enthalten sind. Die Zahl scheint so groß zu sein, dass die Menge der Antioxidantien nicht ausreicht, um die schädlichen Zellen zu neutralisieren. Ist die Konzentration freier Radikale zu groß, entsteht im Organismus „oxidativer Stress“ und die Zellen erleiden Schäden.

Auch interessant: Riesenschildkröte Jonathan ist das älteste Landlebewesen der Welt

Freie Radikale bedingen zellulären Alterungsprozess großer Hunde

Der Stoffwechsel großer Hunderassen läuft während der Wachstumsphase auf Hochtouren. Während die Hunde an Größe und Gewicht zulegen, entstehen dabei viele freie Radikale. Die große Menge schädlicher Moleküle kann nicht ausreichend neutralisiert werden und es kommt zu Zellschäden. Die Wissenschaftler der Studie gehen davon aus, dass die vielen Zellschäden nach abgeschlossenem Wachstum der Tiere das schnelle Altern bedingen. So kommt es dazu, dass große Hunde früher sterben als kleine.

Quellen

  1. Phys.org, „Why do small dogs live longer than big dogs?(aufgerufen 15.05.2026) ↩︎
  2. Nature.com, „One gene between tiny dogs and giant ones?“ (aufgerufen am 15.05.2026) ↩︎
  3. WELT, „Warum kleine Hunde länger leben als große“ (aufgerufen 15.05.2026) ↩︎

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.