31. August 2025, 15:28 Uhr | Lesezeit: 6 Minuten
Aquarienpflanzen sind weit mehr als nur hübsche Dekoration. Sie bieten Fischen und Wirbellosen Schutzräume, dienen als Laichplatz und liefern Mikroorganismen, die als Nahrungsquelle genutzt werden. Zudem beeinflussen sie die Wasserqualität positiv, indem sie Schadstoffe aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Doch welche Pflanzen sind besonders pflegeleicht und eignen sich am besten für ein Süßwasseraquarium? PETBOOK verrät es.
Wie bepflanze ich am besten mein Aquarium?
Die Bepflanzung des Aquariums hat großen Einfluss auf die Wasserqualität. Denn lebende Aquarienpflanzen können Schadstoffe aus dem Wasser filtern und Sauerstoff erzeugen. Auf die Gesundheit von Zierfischen, Garnelen und anderen Bewohnern des Aquariums haben sie damit einen großen Einfluss.
Bei der Gestaltung des Beckens kommt es nicht nur auf die Pflanzenarten, sondern auch auf deren Position an. Grundsätzlich unterscheiden Aquarianer zwischen Vorder-, Mittel- und Hintergrundbepflanzung.
- Vordergrund: Hier empfehlen sich niedrige, langsam wachsende Arten, die als sogenannte Teppichpflanzen durch seitliches Wachstum einen grünen Bodenteppich bilden.
- Mittelgrund: Pflanzen mit mittlerer Wuchshöhe verleihen dem Aquarium optische Tiefe und setzen Akzente.
- Hintergrund: Hohe Arten sind ideal, um Technik wie Filter oder Heizungen zu kaschieren.
Durch die richtige Kombination entsteht eine harmonische Unterwasserlandschaft, die sowohl dekorativ als auch funktional ist. Sie verleiht der Bepflanzung optische Tiefe und macht das Becken zu einem wahren Blickfang, in dem sich auch die Bewohner wohlfühlen. 1, 2
Welche Pflanzen eignen sich im Süßwasseraquarium am besten?
Im Fachhandel wird eine große Auswahl an Aquarienpflanzen angeboten. Einige können gruppenweise angepflanzt werden, andere stehen als sogenannte Solitärpflanzen alleine. Um gut zu gedeihen, benötigen lebende Wasserpflanzen Licht und ein nährstoffreiches Substrat. Folgende Pflanzen haben sich bei der Aquarienbepflanzung bewährt:
1. Das Javamoos
Durch seine sattgrüne Farbe und die fein verzweigten, buschigen Stämmchen ist das Javamoos (Taxiphyllum barbieri) ein echter Hingucker. Die pflegeleichte, unempfindliche Pflanze bildet im Süßwasseraquarium dichte Geflechte und kann als Laichgrund, aber auch als Versteck für Fische dienen. Javamoos eignet sich daher als Bodendecker für das Aquarium.
2. Der Javafarn
Mit dieser maximal 25 Zentimeter hohen Pflanze lässt sich im Aquarium ein attraktiver Farnwald gestalten. Eine andere Bezeichnung für den Javafarn (Microsorum pteropus) ist Schwarzwurzelfarn. Das geht darauf zurück, dass die Pflanze schwarze Wurzeln ausbildet. Im Fachhandel sind verschiedene Varianten erhältlich, zum Beispiel mit rötlichen oder gekräuselten Blättern. Je nach Größe des Aquariums eignet sich der Farn für die Bepflanzung im Mittel- oder Hintergrund des Aquariums.
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3. Der Wasserkelch
Die größeren Arten aus der Gattung der Wasserkelche (Cryptocoryne) eignen sich gut als Pflanzen für den Hintergrund des Süßwasseraquariums. Es gibt aber auch kleinere Varianten wie die Zwergform Cryptocoryne lutea Hobbit, die dauerhaft niedrig bleibt. Typisch für diese Aquarienpflanzen sind der verzweigte Wurzelstock und die in Rosetten angeordneten Blätter.
4. Das Speerblatt
Speerblätter (Anubias) gelten als robuste Aquarienpflanzen. Dazu kommt, dass Fische und weitere Bewohner des Aquariums die Pflanze kaum anknabbern. Sie hat dunkelgrüne, herzförmige Blätter und ist vor allem im Mittelgrund des Beckens ein hübscher Blickfang. Einige Arten blühen sogar unter oder über Wasser. Ursprünglich stammt die Pflanzengattung der Speerblätter aus den tropischen bis subtropischen Regionen Afrikas.
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5. Die Schwertpflanze
Viele Arten und Sorten der Schwertpflanzen (Echinodorus) wachsen schnell und werden recht hoch. Da sie viel Platz brauchen, eignen sie sich vor allem als passende Hintergrundbepflanzung für große Aquarien. Inzwischen hat die Züchtung niedrigerer Schwertpflanzen zugenommen. Diese können zum Beispiel Buntbarschen und Skalaren als Laichgrund dienen.
6. Die Wasserpest
Der deutsche Name der Pflanzengattung Wasserpest (Elodea) mag gefährlich klingen, dennoch ist sie als Zierpflanze im Aquarium (nicht nur) bei Einsteigern sehr beliebt. Die Pflanze wächst schnell, produziert viel Sauerstoff und hemmt Algenwachstum. Die Triebe der Wasserpest wachsen aufrecht, verzweigen sich wenig und besitzen durchscheinende, hellgrüne Blätter. Sie eignen sich daher ideal zur Hintergrundbepflanzung des Aquariums. Auch in Teichen gedeiht das anspruchslose Gewächs meist problemlos und kann dort sogar überwintern.
7. Vallisnerien
Besonders in größeren Aquarien gehören Vallisnerien (Vallisneria) zu den Klassikern unter den Wasserpflanzen. Sie zeichnen sich durch ihre langen, bandartigen Blätter aus, die bis an die Wasseroberfläche reichen und dort dekorative „Vorhänge“ bilden können. Vallisnerien sind sehr robust, wachsen schnell und produzieren viel Sauerstoff, was die Wasserqualität deutlich verbessert. Da sie sich über Ausläufer vermehren, bilden sie innerhalb kurzer Zeit dichte Bestände. In kleinen Becken können sie jedoch schnell zu dominant werden, weshalb sie sich vor allem für die Hintergrundbepflanzung in größeren Aquarien eignen.
8. Hornkraut
Das Hornkraut (Ceratophyllum demersum) ist eine anspruchslose Pflanze, die nicht unbedingt im Bodengrund verankert werden muss, sondern auch frei im Wasser treiben kann. Mit seinen feinen, nadelartigen Blättern bietet es Fischen und Garnelen reichlich Versteckmöglichkeiten. Hornkraut wächst schnell, nimmt viele überschüssige Nährstoffe auf und trägt so dazu bei, das Algenwachstum im Aquarium zu hemmen. Da es sich leicht vermehren lässt und kaum Pflege benötigt, gilt es als besonders empfehlenswert für Anfänger.
9. Der Sumpffreund
Mit seinen filigranen, gefiederten Blättern ist der Sumpffreund (Limnophila sessiliflora) eine beliebte Stängelpflanze für den Hintergrund des Aquariums. Unter starker Beleuchtung färben sich die Triebspitzen leicht rötlich, wodurch die Pflanze für optische Abwechslung sorgt. Sie wächst schnell, ist pflegeleicht und bringt eine luftige Leichtigkeit in die Unterwasserlandschaft. In Kombination mit robusten Blattpflanzen wie Speerblatt oder Schwertpflanze bildet der Sumpffreund einen attraktiven Kontrast.
10. Der Wasserfreund
Der Wasserfreund (Hygrophila polysperma), auch als Kirschblatt bekannt, zählt zu den unkompliziertesten Aquarienpflanzen überhaupt. Er wächst sehr schnell, vermehrt sich leicht und gedeiht auch bei geringem Licht. Mit seinen länglich-ovalen Blättern, die je nach Lichtintensität grün bis rötlich schimmern können, eignet er sich hervorragend zur Bepflanzung im Mittel- und Hintergrund. Damit er die übrigen Pflanzen im Aquarium nicht verdrängt, sollte er jedoch regelmäßig zurückgeschnitten werden.
11. Die Kriechende Ludwigie
Die Kriechende Ludwigie (Ludwigia repens) ist eine der wenigen rotblättrigen Pflanzen fürs Süßwasseraquarium, die auch ohne zusätzliche Düngung oder starke Beleuchtung ihre attraktive Farbe behält. Mit ihrem schnellen Wachstum und zahlreichen Seitentrieben sorgt sie für dichte Bestände, die vielen Fischen als Rückzugsort dienen. Besonders beliebt ist sie im Mittelgrund, wo sie durch ihre roten bis rotgrünen Blätter farbliche Akzente setzt und die Bepflanzung lebendiger wirken lässt.
12. Verschiedene Schwimmpflanzen
Auch Schwimmpflanzen wie der Froschbiss (Limnobium laevigatum) sind eine wertvolle Ergänzung für das Aquarium. Sie schwimmen frei an der Wasseroberfläche und spenden Schatten, was besonders scheuen Fischen Sicherheit gibt. Gleichzeitig nehmen sie Nährstoffe aus dem Wasser auf und tragen so zur Stabilisierung der Wasserwerte bei. Ihre langen Wurzeln bieten zudem Garnelen und Jungfischen Schutz. Da Schwimmpflanzen sich stark vermehren können, sollten sie regelmäßig ausgedünnt werden, damit die übrigen Pflanzen noch genügend Licht abbekommen.
