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Beckenbewuchs

Aquarium ohne Algen? Warum das kaum geht – und wie man trotzdem klares Wasser bekommt

Magnetreiniger wird zur Entfernung von Algen am Aquarium angesetzt
Algen im Aquarium lassen sich kaum vermeiden – aber nur wenige davon muss man tatsächlich mit Magnetreiniger und Co. entfernen Foto: Getty Images / Tetiana Garkusha
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

13. November 2025, 6:48 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Algen im Aquarium sind kein Zeichen für Pflegefehler – ganz im Gegenteil: In einem gesunden Becken gehören sie dazu. Doch wenn sie sich unkontrolliert ausbreiten, leidet nicht nur die Optik, sondern auch das biologische Gleichgewicht. Wer das richtige Maß kennt und die wichtigsten Stellschrauben beachtet, schützt sein Aquarium effektiv vor trübem Wasser und übermäßigem Algenwuchs. Wie das geht, und welche Algen im Aquarium wirklich ein Problem werden, erklärt PETBOOK.

Warum Algen im Aquarium ganz natürlich sind

Ein Aquarium vollständig frei von Algen gibt es nicht – und das ist auch gut so. Gerade zu Beginn sind sie sogar wichtig. „In der Einlaufphase sind Algenphasen auch im Süßwasseraquarium normal und wichtig. Das System entwickelt und stabilisiert sich“, erklärt Matthias Wiesensee, Vizepräsident im Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) e. V., in einer Pressemitteilung des Industrieverband Heimtierbedarf e. V.

Um das Algenwachstum in dieser empfindlichen Startphase zu begrenzen, empfiehlt es sich, in den ersten drei Wochen alle zwei Tage einen Wasserwechsel durchzuführen. Weitere Methoden sind der sogenannte „Dark Start“, bei dem zunächst auf Licht verzichtet und die Bepflanzung verzögert wird, oder der „Dry Start“, bei dem das Becken zunächst nur mit Bodengrund und Pflanzen, aber ohne Wasser eingerichtet wird.

Auch in einem laufenden Aquarium dürfe mal eine Alge auf alten oder abgestorbenen Blättern auftauchen, weil diese wie Totholz im Wald eine ideale Siedlungsfläche bieten, so Wiesensee.

Algen und Pflanzen konkurrieren um Ressourcen

Grundsätzlich benötigen Algen – genau wie Aquarienpflanzen – Licht und Nährstoffe zum Wachsen. Daraus ergibt sich ein direkter Konkurrenzkampf. „Ein Ungleichgewicht zwischen Licht, Nährstoffen und nicht gesund wachsenden Pflanzen führt fast immer zu übermäßigem Algenwachstum“, erklärt Wiesensee.

Weil im Aquarium in der Regel ein Nährstoffmangel herrscht, müssten diese gezielt von außen zugeführt werden – ähnlich wie beim Düngen im Garten. „Wenn das gesamte Nährstoffpaket vorliegt, das eine Pflanze zum Wachsen braucht – also etwa Nitrat, Phosphat, Eisen – dann wächst sie.“

Durch zu starken Fischbesatz oder zu wenige Wasserwechsel könne von einzelnen Nährstoffen aber ein Überangebot entstehen. Und das könnten Algen im Gegensatz zu den spezialisierteren Wasserpflanzen für ihr Wachstum nutzen, bis sie die Pflanzen irgendwann befallen oder verdrängen, weiß Wiesensee. „Ähnlich verhält es sich beim Licht: Hier sollte man vor allem auf einen hohen PAR-Wert achten und die Beleuchtungsdauer begrenzen. Beim CO₂ sollte man durch aktive Zugabe etwa einen Wert von 20 bis 25 Milligramm pro Liter erreichen.“

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Welche Algen im Aquarium vorkommen

Nicht jede Alge ist gleich problematisch. Je nach Art unterscheiden sich die Ursachen für ihre Entstehung und ihre Bekämpfungsmöglichkeiten:

Grünalgen treten oft bei einem Phosphatüberschuss auf und wachsen zügig. Sie können den Sauerstoffgehalt im Wasser schnell aufzehren und entsprechend stark beeinträchtigen. Viele Aquarienbewohner wie Garnelen, Schnecken oder Welse fressen sie jedoch gern.

Kieselalgen, häufig irrtümlich als Braunalgen bezeichnet, erscheinen in neu eingerichteten Becken oft als bräunlicher Belag. Sie verschwinden meist von selbst, sobald sich ein stabiles biologisches Gleichgewicht einstellt. Ein erhöhter Silikatwert im Wasser kann ihr Wachstum begünstigen.

Rotalgen machen sich vor allem bei CO₂-Mangel und schlechtem Pflanzenwachstum bemerkbar. Sie zeigen auf, dass in der Pflege der Pflanzen etwas nicht stimmt. Rotalgen treten häufig als Bart- oder Pinselalgen auf und heften sich hartnäckig an Pflanzen, Dekoration oder Technik. Optisch wirken sie zunächst grau bis schwarz – ihre rötliche Färbung zeigt sich erst, wenn man sie probeweise in Alkohol legt. Da sie kaum gefressen werden, müssen sie mechanisch entfernt werden.

Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Cyanobakterien und bilden blau-grüne Beläge, die unangenehm faulig riechen können. Sie breiten sich schnell aus und sind potenziell schädlich für Fische und Pflanzen. Sie sollten vollständig abgesaugt und das Wasser großzügig erneuert werden. Fachhändler oder Aquaristikvereine können bei der langfristigen Bekämpfung helfen.

So bleibt das Gleichgewicht im Aquarium stabil

Um einem übermäßigen Algenbefall vorzubeugen, ist ein stabiles biologisches Gleichgewicht im Becken entscheidend. Für Matthias Wiesensee gehören dazu mehrere Maßnahmen:

  • Regelmäßige Wasserwechsel von etwa 30 Prozent
  • Angepasster Fischbesatz, da durch erhöhte Futtermengen und Ausscheidungen der Fische mehr Nährstoffe ins Wasser gelangen
  • Gezielte Fütterung, sodass die Tiere das Futter innerhalb weniger Minuten aufnehmen
  • Ausreichend Pflanzen, um die Nährstoffe im Aquarium zu verwerten – insbesondere schnell wachsende Arten konkurrieren mit Algen
  • Optimierte Beleuchtungsdauer von acht bis zehn Stunden täglich
  • Pflegehelfer im Becken wie Garnelen, Schnecken oder bestimmte Welse
  • Entfernung von Algen, etwa mit einem Magnetreiniger oder Reinigungshandschuh – wenn möglich, können Steine oder Dekorationen entnommen und unter klarem Wasser abgebürstet oder in Spezialprodukte eingelegt werden

Algenprobleme entstehen vor allem in neu eingefahrenen Becken, die sich noch einpendeln müssen. Zur Stabilität im Becken kann man später durch konstante Pflege und das Vermeiden von abrupten Veränderungen beitragen.

Besonders in der Anfangszeit eines Aquariums kann es vermehrt zu Algen kommen – das ist Teil der natürlichen Entwicklung. Wer jedoch regelmäßig pflegt und größere Veränderungen vermeidet, unterstützt die Stabilität im Becken langfristig.

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