16. März 2026, 9:08 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Man sieht sie das ganze Jahr über durch die Bäume jagen, Nüsse knacken oder blitzschnell im Laub verschwinden – Eichhörnchen wirken so vertraut, dass man leicht vergisst, wie wenig wir eigentlich über ihr Leben wissen. Könnten Sie zum Beispiel sagen, wie alt ein Eichhörnchen wirklich wird?
Wie alt werden Eichhörnchen in freier Wildbahn?
In der Natur werden Eichhörnchen ungefähr drei Jahre alt. Das ist im Vergleich zu anderen Säugetieren eine verhältnismäßig geringe Lebenserwartung. Obwohl die meisten Eichhörnchen, die drei Jahre alt werden, vermutlich viel Glück hatten in ihrem Leben. Eichhörnchen haben nämlich in der freien Wildbahn eine ganze Menge natürlicher Fressfeinde, die ihr Leben deutlich verkürzen können.1, 2
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Warum so viele Eichhörnchen das erste Jahr nicht überleben
Ende Dezember/Anfang Januar beginnt bei den Eichhörnchen die Paarungszeit. Zu dieser Zeit kann man regelrechte Verfolgungsjagden in den Bäumen beobachten. Dabei wird ein Weibchen von mehreren Männchen bis zu einigen Tagen verfolgt. Das Weibchen sucht sich dann ein Männchen zur Paarung aus. Nach der Paarung gehen die beiden wieder getrennte Wege und das Weibchen trägt die Jungen allein aus.
Die Tragzeit kann variieren, meistens dauert sie zwischen 36 und 42 Tagen. Im Durchschnitt kommen im Kobel des Eichhörnchens vier Jungen auf die Welt. Nach der Geburt bleiben sie noch etwa zehn Wochen bei der Mutter. Bis dahin werden sie von ihr versorgt. Allerdings sind sie nicht konstant sicher im Kobel. Fressfeinde wie Habichte und Baummarder stellen eine stetige Gefahr für die Tiere dar.
Wenn sie auf sich allein gestellt sind und nicht mehr mit ihrer Mutter zusammenleben, wird auch das Nahrungsangebot zu einem Problem. Durch den Klimawandel kommt es vermehrt zu langen Trockenperioden, in denen Eichhörnchen wenig verwertbare Nahrung und vor allem keine Wasserstellen finden. Tiere, die in einer urbanen Umgebung leben, haben ein ähnliches Problem. In den Städten gibt es ohnehin schon ein karges Angebot. Besonders fällt das auf, wenn sie sich auf den Winter vorbereiten und dementsprechend ihr Lager mit Nüssen und Früchten auffüllen wollen. Viele Jungen überleben das erste Jahr ihres Lebens daher nicht.3
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Eichhörnchen tragen zu einem ausgewogenen Ökosystem bei
Eichhörnchen leben in Nadel-, Laub- und Mischwäldern. In vielen europäischen Ländern leben sie auch im urbanen Raum. Dort tragen die Tiere entscheidend zur Gesundheit und Erneuerung unserer Wälder bei. Da sie viele ihrer im Herbst vergrabenen Vorräte nicht wiederfinden, beginnen die vergessenen Samen und Nüsse im Frühjahr zu keimen. Auf diese Weise sorgen Eichhörnchen unbewusst für die Verbreitung und das Wachstum neuer Bäume und Sträucher. Sie gelten deshalb als natürliche „Waldgärtner“.
Außerdem dienen sie zahlreichen heimischen Raubtieren als Nahrungsquelle und sind damit ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette. Durch ihre Lebensweise unterstützen Eichhörnchen die Artenvielfalt und die Stabilität des gesamten Waldökosystems.
Wer Eichhörnchen unterstützen möchte, kann im Garten oder auf dem Balkon wassergefüllte Schalen, nussreiche Futterstellen (Haselnüsse, Walnüsse, Sonnenblumenkerne) und ungepflegte Baumbereiche anbieten. Auch das Stehenlassen alter Bäume hilft, da sie natürliche Kobelplätze bieten.4