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Inhaltsstoffe prüfen

Achtung! Bestimmte Zeckenmittel können für Katzen tödlich sein

Eine Katze mit feuchtem Fell wird in einem Handtuch abgetrocknet
Wurde eine Katze versehentlich mit einem Antizeckenmittel für Hunde behandelt, ist schnelle Hilfe erforderlich. Man sollte das Tier direkt waschen. Foto: Getty Images
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Louisa Stoeffler
Redakteurin

22. Oktober 2025, 12:52 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Die Anwendung von Antizeckenmitteln für Hund und Katze ist für viele Halter mittlerweile Routine. Durch die zu warmen Winter sind Zecken auch ganzjährig aktiv, sodass man am besten permanent Antiparasitika vorrätig hat. Aber kann man einfach irgendein Mittel für beide Tiere verwenden? Keine gute Idee: Enthält es den Wirkstoff Permethrin, kann das sogar lebensgefährlich für Katzen werden. Was man darüber wissen sollte und wie man im Notfall reagiert.

Warum man Antizeckenmittel vom Hund nicht für die Katze verwenden sollte

Spot-on-Präparate zum Auftragen und andere Zeckenmittel für Hund und Katze sind sehr praktisch. Man kann sie zu Hause geben, ohne noch einmal bei einem Tierarzt vorbeischauen zu müssen. Zum Teil sind sie auch in preiswerten Großpackungen erhältlich, die sich gut lagern lassen. Nicht selten wird dabei jedoch die Originalverpackung zu schnell weggeworfen, sodass unklar ist, ob das Mittel für Hunde oder für Katzen geeignet ist. Wieder andere prüfen auch die Inhaltsstoffe nicht sorgfältig und verwenden sogar dasselbe Mittel für beide Tiere. Das kann für Katzen jedoch sehr gefährlich werden, sodass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) davor explizit warnt.

Antizeckenmittel mit Permethrin werden zwar von Hunden in der Regel gut vertragen. Bei Katzen können sie aber zu schweren Vergiftungen führen und sogar zum Tod der Tiere. Der Grund liegt im Stoffwechsel: Katzen fehlt ein bestimmtes Enzym, das notwendig wäre, um Permethrin im Körper abzubauen. Schon geringe Mengen des Wirkstoffs können bei ihnen zu schweren Vergiftungen führen – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang. Dabei handelt es sich um Glucuronidase-Transferase.

Katzenhalter sollten also nicht nur darauf achten, dass Antiparasitika für ihre Tiere kein Permethrin enthalten. Auch einen unbeabsichtigten Kontakt mit den Mitteln sollte man ausschließen, so das BVL. Zum Beispiel, wenn Hunde und Katzen im selben Haushalt leben. Am besten nutzt man dann auch keine Parasitenhalsbänder mit dem Wirkstoff für den Hund.

Permethrin ist in vielen weiteren Produkten enthalten

Das BVL rät Tierhaltern ebenfalls dringend, die Gebrauchsinformation von Antiparasitika sorgfältig zu lesen und auf Warnhinweise zu achten. Auch indirekter Kontakt sollte vermieden werden – etwa wenn Hund und Katze im selben Haushalt leben. In diesen Fällen kann es bereits gefährlich sein, wenn eine Katze mit einem frisch behandelten Hund in Berührung kommt. Aber auch Antiflohmittel sollten der Verbraucherzentrale NRW zufolge nach Absprache mit dem Tierarzt nur direkt am Hund eingesetzt werden, aber nicht als Spray oder Fogger in der ganzen Wohnung.

Andererseits enthalten auch viele Antiparasitika für Menschen den Wirkstoff. Unter anderem ist er in Läuseshampoos, Mitteln gegen Krätze, aber auch in Cremes gegen Rosazea enthalten. Wurde man selbst mit einem dieser Mittel behandelt, sollte man sich selbst gründlich säubern und bis dahin jeden Kontakt mit der Katze vermeiden. Seien Sie außerdem vorsichtig bei Insektenschutzmitteln mit Permethrin, die etwa verwendet werden, um Outdoor-Kleidung zu imprägnieren.

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Erste Hilfe bei Kontakt mit Permethrin

Typische Anzeichen einer Permethrinvergiftung bei Katzen sind Krämpfe, Lähmungserscheinungen, übermäßiger Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall und Atemnot. Treten diese Symptome auf, sollte umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. „Nach einem versehentlichen Kontakt mit Permethrin sollte die Katze schnellstmöglich tierärztlich untersucht werden“, betont das BVL. Dabei ist es hilfreich, das verwendete Präparat oder die Packungsbeilage mitzubringen.

Als Sofortmaßnahme kann es laut BVL sinnvoll sein, die aufgetragene Lösung mit Wasser und einem milden Shampoo abzuwaschen – dies sollte jedoch möglichst zeitnah nach dem Kontakt erfolgen. Vergiftungssymptome können bereits wenige Minuten nach der Aufnahme auftreten, in manchen Fällen aber auch erst nach bis zu drei Tagen. Eine frühzeitige Behandlung erhöht die Überlebenschancen deutlich.

Vergiftungsfälle melden – zur Verbesserung der Arzneimittelsicherheit

Sowohl Tierhalter als auch behandelnde Tierärzte sind angehalten, unerwünschte Reaktionen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln dem BVL zu melden. „Formulare und weitere Informationen stellt das BVL unter www.bvl.bund.de/uaw bereit“, so das Bundesamt.

Mit Material der dpa

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